Sensoren und Aktoren an die SPS verdrahten (PNP/NPN)
Eine Steuerung kann noch so gut programmiert sein — wenn an den Klemmen die falschen Signale ankommen, läuft nichts. Genau hier scheitern die meisten Inbetriebnahmen: nicht am Programm, sondern an der Verdrahtung zwischen Feld und SPS. Ein Sensor schaltet gegen Plus, die Eingangskarte erwartet aber ein Signal gegen Minus, und schon bleibt der Eingang stumm, obwohl alles „richtig“ angeschlossen aussieht.
Dieser Beitrag zeigt, wie du Sensoren und Aktoren so an eine SPS bringst, dass die Signale sauber ankommen und die Ausgänge die angeschlossenen Lasten zuverlässig schalten. Im Mittelpunkt steht die Frage, die in der Praxis am häufigsten Ärger macht: PNP oder NPN — schaltet ein Signal gegen Plus oder gegen Minus, und wie muss die SPS dazu passen.
Vorwissen
- Was ist eine SPS? Aufbau und Funktion
- Sensor-Anschlussarten: 2/3/4-Leiter, PNP/NPN
- Schütze und Relais
Lernziele
Nach diesem Beitrag kannst du:
- erklären, was an den digitalen Ein- und Ausgängen einer SPS elektrisch passiert und welche Rolle das Bezugspotential spielt
- einen PNP- von einem NPN-Sensor unterscheiden und sagen, gegen welches Potential er schaltet
- einen Sensor korrekt mit einer Sink- oder Source-Eingangskarte kombinieren
- Sensoren mit zwei, drei und vier Leitern sowie Schließer und Öffner richtig anschließen
- Aktoren an Transistor- und Relaisausgänge anschließen und induktive Lasten bei DC und AC korrekt beschalten
- typische Verdrahtungsfehler systematisch eingrenzen
1. Die Schnittstelle zwischen Feld und SPS
Eine SPS sieht von der realen Anlage nur das, was an ihren Klemmen ankommt. Auf der einen Seite die Eingänge, an denen Sensoren ihre Zustände melden, auf der anderen Seite die Ausgänge, über die Aktoren angesteuert werden. Wie die SPS intern ihr Programm abarbeitet, ist eine eigene Geschichte — hier zählt nur, was elektrisch an den Anschlüssen geschieht.
Eine digitale Eingangsbaugruppe (DI, von digital input) wertet pro Klemme aus: liegt eine bestimmte Spannung an oder nicht. Bei der in der Industrie üblichen 24-V-Technik bedeutet ein Pegel nahe 24 V ein 1-Signal, ein Pegel nahe 0 V ein 0-Signal. Die digitale Ausgangsbaugruppe (DO, von digital output) macht das Umgekehrte: sie schaltet eine Klemme aktiv auf einen Pegel, um eine Last anzusteuern.
Damit das funktioniert, braucht jede dieser Baugruppen ein Bezugspotential. Eine Spannung ist immer eine Differenz zwischen zwei Punkten — „24 V“ allein sagt nichts, solange nicht klar ist, worauf sich diese 24 V beziehen. Bei der SPS sind das die beiden Versorgungspotentiale: L+ (meist +24 V) und 0V (auch M oder GND genannt). Jedes Eingangssignal wird gegen eines dieser beiden Potentiale gemessen.
Genau hier entscheidet sich, ob die Verdrahtung später sauber läuft. Ein Sensor liefert sein Signal entweder als Pluspotential oder als Minuspotential — und die Eingangskarte muss das passende Gegenstück bilden. Stimmt diese Paarung nicht, misst die Karte gegen das falsche Bezugspotential und erkennt den Schaltvorgang nicht. Welche beiden Varianten es gibt und wie sie zusammenpassen müssen, ist der rote Faden der nächsten beiden Kapitel.
Ein punkt vorab, der später viel Fehlersuche erspart: Sobald mehrere Netzteile im Spiel sind — etwa ein eigenes Netzteil für die Sensorik und eines für die SPS — müssen deren 0V-Potentiale miteinander verbunden werden. Nur dann haben Sensor und Eingangskarte denselben Bezug. Ohne diese gemeinsame Masse „schwebt“ das Signal, und die Karte erkennt nichts Verlässliches. Wie man das richtig macht, steht in Kapitel 6.
Analoge Signale (etwa 0–10 V oder 4–20 mA von einem Druck- oder Temperatursensor) folgen eigenen Regeln und sind hier nicht das Thema — es geht durchgehend um digitale Ein- und Ausgänge.
Eine 24-V-Eingangskarte einer SPS meldet einen Sensor als „nicht geschaltet“, obwohl das Multimeter am Sensorausgang gegen das SPS-0V deutlich 24 V anzeigt. Der Sensor wird aus einem separaten Netzteil versorgt. Was ist die wahrscheinlichste Ursache?
- a) Der Sensor ist defekt
- b) Die 0V-Potentiale der beiden Netzteile sind nicht verbunden, daher ist das Bezugspotential der Karte ein anderes als gemessen
- c) Die Eingangskarte ist überlastet
- d) Der Eingang ist falsch adressiert
Richtig: b)
Erklärung: Wenn am Eingang gegen SPS-0V 24 V messbar sind, liegt physikalisch ein gültiger Pegel an — die Karte „sieht“ ihn nur dann nicht zuverlässig, wenn ihr eigenes Bezugspotential nicht mit dem des Sensors gekoppelt ist. Ein Multimeter mit hohem Innenwiderstand zeigt trotzdem Spannung an, die Eingangsstufe der Karte bekommt aber keinen definierten Strompfad. (a) und (c) sind möglich, aber bei korrekter Spannungsanzeige unwahrscheinlicher; (d) wäre ein reines Softwareproblem und hätte nichts mit der gemessenen Spannung zu tun.
Warum genügt die Angabe „am Eingang liegen 24 V an“ allein nicht, um ein 1-Signal zu beurteilen?
- a) Weil 24 V immer zu wenig für ein 1-Signal sind
- b) Weil eine SPS grundsätzlich nur mit 12 V arbeitet
- c) Weil eine Spannung immer eine Differenz zu einem Bezugspotential ist und ohne dieses keine Aussage möglich ist
- d) Weil der Eingang den Strom und nicht die Spannung auswertet
Richtig: c)
Erklärung: Spannung ist immer eine Potentialdifferenz. „24 V“ sagt erst dann etwas aus, wenn der zweite Bezugspunkt — bei der SPS das L+ oder das 0V — feststeht. (a) und (b) sind sachlich falsch, 24 V sind der Standardpegel; (d) trifft nicht zu, ausgewertet wird der Spannungspegel gegen das Bezugspotential.
2. PNP und NPN — schaltend gegen Plus oder Minus
Ein elektronischer Dreidraht-Sensor hat drei Anschlüsse: Versorgung L+, Masse 0V und eine Signalleitung. Über die ersten beiden wird der Sensor mit Spannung versorgt, über die dritte gibt er sein Schaltsignal aus. Die entscheidende Frage ist: Wenn der Sensor schaltet — welches Potential legt er auf die Signalleitung?
Hier gibt es genau zwei Bauarten. Beim PNP-Sensor schaltet der Ausgang im aktiven Zustand L+ auf die Signalleitung. Der Sensor liefert also ein Pluspotential, das Signal führt im geschalteten Zustand +24 V. Man nennt diesen Ausgang darum auch plusschaltend. Beim NPN-Sensor ist es umgekehrt: der Ausgang schaltet 0V auf die Signalleitung, das Signal führt im geschalteten Zustand Minuspotential. Dieser Ausgang ist minusschaltend.
Wichtig ist nur das Verhalten des Signaldrahts — er wirkt wie ein Schalter, der entweder gegen L+ oder gegen 0V durchschaltet. Was im Inneren des Sensors passiert, lassen wir bewusst außen vor; für die Verdrahtung reicht das Bild „Schalter gegen Plus“ beziehungsweise „Schalter gegen Minus“ vollständig aus.
Daraus folgt direkt der Stromweg durch die angeschlossene Last, also durch den Eingang der SPS:
- Beim PNP-Sensor kommt der Strom aus der Signalleitung heraus und fließt über den Eingang weiter nach 0V. Der Sensor liefert den Strom in den Eingang hinein.
- Beim NPN-Sensor läuft es genau andersherum: der Strom kommt von L+ über den Eingang in den Sensor und fließt dort nach 0V ab. Der Sensor zieht den Strom aus dem Eingang heraus.
Diese Stromrichtung ist der Kern der ganzen Sache — denn die Eingangskarte der SPS muss zum Stromweg passen. Eine Karte, die darauf ausgelegt ist, Strom in den Eingang aufzunehmen, braucht einen Sensor, der Strom liefert, und umgekehrt. Diese Paarung ist so zentral, dass sie ein eigenes Begriffspaar bekommen hat: Sink und Source.
- Source (Quelle): Die Seite, die den Strom liefert. Ein PNP-Sensor ist eine Stromquelle für den Eingang.
- Sink (Senke): Die Seite, die den Strom aufnimmt. Ein NPN-Sensor wirkt als Stromsenke und zieht den Strom aus dem Eingang.
Mit diesen beiden Begriffen lässt sich im nächsten Kapitel die Eingangskarte sauber beschreiben — denn auch sie ist entweder auf „Strom aufnehmen“ oder auf „Strom liefern“ ausgelegt.
In der folgenden Darstellung siehst du beide Bauarten direkt nebeneinander: links der plusschaltende PNP-Ausgang, rechts der minusschaltende NPN-Ausgang, jeweils mit der Last (dem SPS-Eingang) im Stromweg.
Ein Dreidraht-Sensor ist als PNP gekennzeichnet. Welche Aussage über seinen Signalausgang im geschalteten Zustand ist korrekt?
- a) Der Signaldraht führt 0V and nimmt Strom auf
- b) Der Signaldraht führt +24 V und liefert Strom in den angeschlossenen Eingang
- c) Der Signaldraht ist hochohmig getrennt
- d) Der Signaldraht führt 12 V als Mittelwert
Richtig: b)
Erklärung: PNP schaltet L+ durch — der Signaldraht führt im aktiven Zustand das Pluspotential und liefert (als Source) Strom in die Last. (a) beschreibt einen NPN-Ausgang; (c) ist der inaktive Zustand, nicht der geschaltete; (d) ist physikalisch unsinnig, ein digitaler Ausgang kennt nur die beiden Pegel.
Bei welcher Sensorbauart fließt der technische Strom von L+ über den SPS-Eingang in den Sensor hinein und dort nach 0V ab?
- a) Bei einem PNP-Sensor
- b) Bei einem NPN-Sensor
- c) Bei jedem Dreidraht-Sensor gleich
- d) Nur bei Zweidraht-Sensoren
Richtig: b)
Erklärung: Der NPN-Sensor schaltet seinen Signaldraht gegen 0V — der Strom kommt also aus der oben an L+ liegenden Last, läuft durch den Eingang und wird vom Sensor nach 0V abgeführt (Sink). (a) ist die Gegenrichtung; (c) ist falsch, weil PNP und NPN sich gerade in der Stromrichtung unterscheiden; (d) trifft nicht zu, Zweidraht-Sensoren sind ein eigener Fall.
Warum reicht es für die Verdrahtung aus, den Signaldraht eines elektronischen Sensors als „Schalter gegen L+“ oder „Schalter gegen 0V“ zu betrachten?
- a) Weil die innere Beschaltung für den Stromweg im Anschlusskreis keine Rolle spielt
- b) Weil Sensoren keine Elektronik enthalten
- c) Weil der Strom immer gleich groß ist
- d) Weil L+ und 0V dasselbe Potential sind
Richtig: a)
Erklärung: Für die Frage, wie sich der Eingangskreis verhält, zählt nur, gegen welches Potential der Ausgangsdraht durchschaltet — der innere Aufbau ändert daran nichts. (b) ist falsch, gerade elektronische Sensoren enthalten Elektronik; (c) und (d) sind sachlich falsch.
3. Sink und Source an der SPS-Eingangskarte
Im vorigen Kapitel haben wir den Sensor eingeordnet: PNP liefert Strom (Source), NPN nimmt Strom auf (Sink). Jetzt drehen wir den Blick um und schauen auf die Eingangskarte der SPS — denn auch sie ist auf eine der beiden Stromrichtungen festgelegt, und nur die passende Kombination funktioniert.
Eine Eingangskarte hat neben den eigentlichen Eingangsklemmen immer eine gemeinsame Klemme, oft mit COM, 1M oder ähnlich bezeichnet. An diese gemeinsame Klemme wird das Bezugspotential für die ganze Klemmengruppe gelegt — und genau diese Wahl bestimmt, ob die Karte als Sink oder Source arbeitet:
- Source-Eingang (die Karte liefert das Bezugspotential 0V an der gemeinsamen Klemme): Der Eingang erwartet, dass von außen das Pluspotential zugeführt wird. Also braucht er einen PNP-Sensor. Der Sensor liefert L+ auf den Eingang, der Strom fließt durch die Karte zur gemeinsamen 0V-Klemme. Die Karte nimmt den Strom auf — aus Sicht des Eingangskreises arbeitet ein PNP-Sensor an einem solchen Eingang.
- Sink-Eingang (die Karte legt L+ an die gemeinsame Klemme): Der Eingang erwartet, dass von außen gegen 0V geschaltet wird. Also braucht er einen NPN-Sensor. Der Strom kommt aus der gemeinsamen L+-Klemme, läuft über den Eingang nach außen und wird vom NPN-Sensor nach 0V abgeführt.
Die praktische Merkregel lautet darum schlicht:
| Sensor | liefert / zieht Strom | passende Eingangskarte | gemeinsame Klemme auf |
|---|---|---|---|
| PNP (plusschaltend) | liefert Strom (Source) | Source-Eingang | 0V |
| NPN (minusschaltend) | zieht Strom (Sink) | Sink-Eingang | L+ |
Anders gesagt: PNP-Sensor und Source-Eingang gehören zusammen, NPN-Sensor und Sink-Eingang gehören zusammen. Sensor und Karte müssen vom Stromweg her zueinander passen, sonst kommt kein definierter Strompfad zustande und der Eingang erkennt den Schaltvorgang nicht.
Die folgende Darstellung zeigt beide passenden Kombinationen mit dem technischen Stromweg: links der PNP-Sensor an einer Source-Karte (gemeinsame Klemme an 0V), rechts der NPN-Sensor an einer Sink-Karte (gemeinsame Klemme an L+).
Eine digitale Eingangskarte hat ihre gemeinsame Klemme (COM) fest auf 0V verdrahtet. Welcher Sensortyp passt dazu?
- a) NPN-Sensor
- b) PNP-Sensor
- c) Beide gleichermaßen
- d) Nur ein Zweidraht-Öffner
Richtig: b)
Erklärung: Liegt COM auf 0V, muss von außen das Pluspotential auf den Eingang gegeben werden — das leistet der PNP-Sensor, der L+ durchschaltet (Source). (a) passt zu einer Karte mit COM auf L+; (c) ist falsch, weil die gemeinsame Klemme nur eine Stromrichtung zulässt; (d) ist eine andere Fragestellung und nicht durch die COM-Beschaltung allein bestimmt.
Warum funktioniert ein NPN-Sensor nicht an einem Source-Eingang (COM auf 0V)?
- a) Weil der NPN-Sensor zu viel Strom zieht
- b) Weil beide Seiten den Strom gegen 0V abführen wollen und sich kein definierter Strompfad über den Eingang ergibt
- c) Weil der NPN-Sensor eine höhere Spannung braucht
- d) Weil NPN-Sensoren keine Versorgung benötigen
Richtig: b)
Erklärung: Ein Source-Eingang führt seinen Strom selbst nach 0V (COM) ab und erwartet Pluspotential von außen. Ein NPN-Sensor schaltet aber ebenfalls gegen 0V — beide Seiten „wollen“ nach Minus, es entsteht kein Strompfad durch den Eingang, und der Schaltzustand wird nicht erkannt. (a) und (c) sind sachlich falsch; (d) ist falsch, auch NPN-Sensoren brauchen ihre Versorgung.
Ein Anlagenteil bringt NPN-Sensoren mit, die übrige SPS ist auf PNP/Source ausgelegt. Was ist die saubere Lösung?
- a) Die NPN-Sensoren einfach auf dieselbe Source-Klemmengruppe legen
- b) Für die NPN-Sensoren eine eigene Sink-Klemmengruppe oder ein Koppelmodul verwenden
- c) Die Versorgungsspannung der NPN-Sensoren auf 12 V senken
- d) Alle Sensoren ohne gemeinsame Klemme betreiben
Richtig: b)
Erklärung: PNP und NPN lassen sich an einer Klemmengruppe nicht mischen, weil die gemeinsame Klemme nur ein Bezugspotential haben kann. Die saubere Lösung ist eine getrennte Sink-Gruppe oder ein Koppelbaustein, der das Signal umsetzt. (a) führt genau zum nicht funktionierenden Strompfad aus Frage 2; (c) ändert an der Stromrichtung nichts; (d) ist nicht möglich, jede Gruppe braucht ein Bezugspotential.
4. Sensoren praktisch anschließen
Mit der Sink/Source-Logik im Rücken wird das konkrete Anschließen überschaubar. In der Praxis begegnen dir drei Anschlussvarianten, die sich nach der Zahl der Leiter unterscheiden.
Der Dreidraht-Anschluss ist der Normalfall bei elektronischen Sensoren: L+, 0V und die Signalleitung. Versorgung und Signal sind getrennt, der Sensor arbeitet unabhängig vom Schaltzustand zuverlässig. Hierfür gilt alles aus den vorigen Kapiteln — PNP an Source, NPN an Sink.
Der Zweidraht-Anschluss kommt mit zwei Leitern aus: der Sensor wird in Reihe zwischen Versorgung und Eingang gelegt, ähnlich wie ein mechanischer Schalter. Das ist bequem, hat aber einen Haken: Auch im gesperrten Zustand fließt ein kleiner Reststrom, damit die Sensorelektronik versorgt bleibt. Dieser Reststrom darf nicht so groß sein, dass die Eingangskarte ihn fälschlich als 1-Signal wertet. Bei modernen Karten ist das meist unkritisch, bei der Auswahl sollte man aber auf die zulässigen Rest- und Mindestströme achten.
Der Vierdraht-Anschluss stellt zwei getrennte Ausgänge bereit — typischerweise einen Schließer und einen Öffner, oder einen PNP- und einen NPN-Ausgang. Damit lässt sich ein Sensor flexibel an unterschiedliche Eingänge anpassen.
Damit zum zweiten wichtigen Punkt: Schließer und Öffner. Ein Schließer (NO, normally open) gibt im betätigten Zustand das aktive Signal — Objekt erkannt, Eingang auf 1. Ein Öffner (NC, normally closed) macht es umgekehrt: im Ruhezustand liegt das Signal an, beim Betätigen fällt es weg. Für sicherheitsrelevante Funktionen ist der Öffner oft die bessere Wahl, weil ein Leitungsbruch denselben Effekt hat wie das Betätigen — der Eingang fällt auf 0, die Anlage geht in den sicheren Zustand. Diese Logik muss man beim Verdrahten und Programmieren konsequent durchziehen: Ein als Öffner verdrahteter Not-Aus, der im Programm wie ein Schließer abgefragt wird, ergibt eine gefährliche Fehlfunktion.
Auch mechanische Kontakte — Endschalter, Taster, Reedkontakte — landen an digitalen Eingängen. Sie kennen kein PNP/NPN, sondern verbinden schlicht zwei Klemmen. Man verdrahtet sie passend zur gemeinsamen Klemme: Bei einer Source-Karte (COM auf 0V) legt man den Kontakt zwischen L+ und Eingang, sodass er im geschlossenen Zustand L+ auf den Eingang gibt — elektrisch genau das, was ein PNP-Sensor täte.
Warum wird ein Not-Halt-Kontakt in der Regel als Öffner (NC) ausgeführt?
- a) Weil Öffner besser sind
- b) Weil bei einem Leitungsbruch das Signal wegfällt und die Anlage in den sicheren Zustand geht
- c) Weil Öffner schneller schalten
- d) Weil ein Schließer keinen Strom führen kann
Richtig: b)
Erklärung: Beim Öffner liegt im Ruhezustand das Signal an; ein Leitungsbruch wirkt wie ein Betätigen und führt zum sicheren Zustand. Das ist das Kernprinzip der ruhestrombasierten Sicherheitsverdrahtung. (a) und (c) sind keine sicherheitstechnischen Gründe; (d) ist sachlich falsch.
Ein Zweidraht-Näherungsschalter meldet auch ohne erkanntes Objekt sporadisch ein 1-Signal. Welche Ursache passt am besten zum Funktionsprinzip?
- a) Der Reststrom des Sensors liegt über der Erkennungsschwelle der Eingangskarte
- b) Der Sensor hat zu wenig Leiter
- c) Die SPS arbeitet zu schnell
- d) Der Sensor ist ein Öffner
Richtig: a)
Erklärung: Zweidraht-Sensoren führen im gesperrten Zustand einen Reststrom zur Eigenversorgung. Ist dieser zu hoch für die verwendete Eingangskarte, wertet sie ihn als 1-Signal. (b) ist kein Fehlerbild, sondern die Bauart; (c) hat mit dem Pegel nichts zu tun; (d) würde ein anderes, dauerhaftes Signalbild ergeben.
An eine Source-Eingangskarte (COM auf 0V) soll ein einfacher mechanischer Endschalter angeschlossen werden. Wie wird er korrekt verdrahtet?
- a) Zwischen 0V und Eingang
- b) Zwischen L+ und Eingang, sodass er geschlossen L+ auf den Eingang legt
- c) Direkt parallel zur Versorgung
- d) Nur an die gemeinsame Klemme
Richtig: b)
Erklärung: Eine Source-Karte URL erwartet Pluspotential von außen. Der Kontakt muss also im geschlossenen Zustand L+ auf den Eingang schalten — er übernimmt damit die Rolle, die sonst ein PNP-Sensor hätte. (a) ergäbe an einer Source-Karte keinen sinnvollen Pegel; (c) und (d) sind keine funktionierende Eingangsbeschaltung.
5. Aktoren an die Ausgänge bringen
Auf der Ausgangsseite dreht sich die Aufgabe um: Jetzt soll die SPS eine Last ansteuern — eine Meldeleuchte, ein Magnetventil, ein Schütz. Auch hier gibt es zwei grundlegende Bauarten von Ausgängen.
Der Transistorausgang schaltet elektronisch und arbeitet mit Gleichspannung, meist 24 V DC. Er schaltet schnell und verschleißfrei, ist aber im Strom begrenzt — typisch einige hundert Milliampere pro Ausgang. Wie bei den Eingängen gibt es plusschaltende (Source-) und minusschaltende (Sink-) Ausgänge; in Europa überwiegt auch hier die plusschaltende Variante, die L+ auf die Last gibt.
Der Relaisausgang schaltet über einen mechanischen Kontakt. Er ist potentialfrei, kann dadurch auch Wechselspannung schalten und höhere Ströme führen, ist aber langsamer und sein Kontakt unterliegt mechanischem Verschleiß.
Die zentrale Frage bei der Auswahl ist die Stromtragfähigkeit. Ein Schütz mit kräftiger Spule, ein größeres Magnetventil oder eine Gruppe von Lampen kann den zulässigen Ausgangsstrom schnell überschreiten. Die saubelle Lösung ist dann ein Koppelrelais: Der SPS-Ausgang schaltet nur die kleine Spule des Koppelrelais, dessen Kontakt wiederum die eigentliche Last führt. So bleibt der empfindliche SPS-Ausgang geschützt, und große oder netzspannungsführende Verbraucher werden sicher getrennt angesteuert.
Ein eigenes Kapitel verdient das Schalten induktiver Lasten — also alles mit einer Spule: Schütze, Relais, Magnetventile. Beim Abschalten einer Induktivität entsteht eine hohe Selbstinduktionsspannung, die Bauteile zerstören und Kontakte verschweißen kann. Wie man dagegen vorgeht, hängt von der Stromart ab — und genau hier liegt ein häufiger Fehler:
Bei Gleichstromlasten (DC) wird eine Freilaufdiode antiparallel zur Spule geschaltet. Sie ist in Sperrrichtung zur Betriebsspannung eingebaut und leitet beim Abschalten den Spulenstrom kurz im Kreis, bis er abgeklungen ist. Wichtig ist die richtige Polung — eine falsch herum eingebaute Diode wirkt im Betrieb als Kurzschluss.
Bei Wechselstromlasten (AC) funktioniert die Freilaufdiode nicht, weil die Polarität ständig wechselt. Hier verwendet man stattdessen ein RC-Glied (auch Snubber genannt) — eine Reihenschaltung aus Widerstand und Kondensator parallel zum Kontakt oder zur Last. Es fängt die Schaltspitze ab und unterdrückt den Funken am Kontakt. Das ist in der österreichischen Industriepraxis bei 230-V-Aktoren über Relais- oder Koppelrelaisausgänge Standard und zugleich eine wichtige EMV-Maßnahme: Ohne RC-Glied erzeugt jeder Schaltvorgang Störimpulse, und die Relaiskontakte verschleißen oder verkleben durch Funkenbildung vorzeitig.
Die Faustregel lautet damit: DC-induktive Last → Freilaufdiode, AC-induktive Last → RC-Glied. Viele Schütz- und Ventilhersteller bieten passende Entstörmodule, die direkt auf die Spule gesteckt werden.
Die folgende Darstellung zeigt einen Transistorausgang, der über ein Koppelrelais eine induktive Last schaltet — mit Freilaufdiode an der DC-Koppelrelaisspule.
Ein 24-V-DC-Magnetventil wird direkt an einem Transistorausgang betrieben. Welche Schutzmaßnahme gegen die Abschaltspannungsspitze ist korrekt?
- a) Ein RC-Glied parallel zur Spule
- b) Eine Freilaufdiode antiparallel zur Spule, in Sperrrichtung zur Betriebsspannung
- c) Ein Vorwiderstand in Reihe
- d) Keine Maßnahme nötig
Richtig: b)
Erklärung: Bei einer DC-Induktivität leitet die antiparallel und in Sperrrichtung eingebaute Freilaufdiode den Spulenstrom beim Abschalten ab und begrenzt so die Spannungsspitze. (a) ist die AC-Maßnahme; (c) begrenzt nur den Dauerstrom, nicht die Schaltspitze; (d) riskiert die Zerstörung des Transistorausgangs.
Warum darf an einer 230-V-AC-Schützspule keine Freilaufdiode zur Entstörung verwendet werden?
- a) Weil die Diode zu langsam ist
- b) Weil die Diode in jeder negativen Halbwelle leitend wird und als Kurzschluss wirkt
- c) Weil AC keine Spannungsspitzen erzeugt
- d) Weil die Spule potentialfrei ist
Richtig: b)
Erklärung: Bei Wechselspannung wechselt die Polarität ständig; in der negativen Halbwelle steht die Diode in Durchlassrichtung und schließt die Last praktisch kurz — sie wird zerstört. Darum nimmt man bei AC das RC-Glied. (a) ist nicht der Grund; (c) ist falsch, gerade induktive AC-Lasten erzeugen Schaltspitzen; (d) ändert nichts am Diodenproblem.
Ein Schütz mit hoher Spulenleistung soll von einer SPS geschaltet werden, deren Transistorausgang nur wenige hundert Milliampere liefert. Was ist die fachlich richtige Lösung?
- a) Zwei Ausgänge parallelschalten
- b) Den Ausgang mit höherer Spannung betreiben
- c) Ein Koppelrelais zwischenschalten, dessen Kontakt die Schützspule führt
- d) Die Schützspule direkt an den Ausgang klemmen und auf das Beste hoffen
Richtig: c)
Erklärung: Übersteigt der Spulenstrom die Belastbarkeit des Ausgangs, schaltet der SPS-Ausgang nur die kleine Koppelrelaisspule, deren Kontakt die eigentliche Last übernimmt. (a) ist unsicher und nicht vorgesehen; (b) ändert die Strombelastbarkeit nicht sinnvoll; (d) führt zur Überlastung und Zerstörung des Ausgangs.
6. Fehlersuche und typische Verdrahtungsfehler
Wenn ein Eingang nicht reagiert oder ein Ausgang nicht schaltet, hilft systematisches Vorgehen mehr als Raten. Die meisten Verdrahtungsfehler an der SPS-Schnittstelle gehören zu einer überschaubaren Liste — wer sie kennt, findet die Ursache schnell.
Eingang bleibt tot. Häufigste Ursache: Sensor und Eingangskarte passen vom Typ nicht zusammen — ein NPN-Sensor an einer Source-Karte oder umgekehrt. Prüfen: Welcher Sensortyp (Typenschild), wie ist die gemeinsame Klemme (COM) beschaltet? Zweiter Verdächtiger: die gemeinsame Klemme ist gar nicht aufgelegt. Ohne COM kein Strompfad, kein Signal.
Eingang dauernd HIGH. Bei Zweidraht-Sensoren kann der Reststrom zu hoch sein. Auch ein gegen L+ geschlossener Kurzschluss in der Leitung oder ein falsch verdrahteter Öffner statt Schließer führt zum Dauer-1.
Vertauschte oder fehlende 0V-Bezüge. Das ist bei mehreren Netzteilen der hartnäckigste Fehler. Hierzu eine eigene Praxisregel, weil sie in der Inbetriebnahme so oft übersehen wird:
Ausgang schaltet nicht oder zerstört sich. Hier lohnt der Blick auf die Last: Übersteigt sie die Stromtragfähigkeit, oder fehlt die Entstörung einer induktiven Last? Ein verschweißter Relaiskontakt oder ein durchlegierter Transistorausgang ist oft die Spätfolge fehlender Freilaufdiode beziehungsweise fehlenden RC-Glieds.
Als Werkzeug genügt für vieles das Multimeter und die Eingangs-LED an der Baugruppe. Die LED zeigt direkt, ob die Karte den Pegel erkennt — leuchtet sie nicht, obwohl am Sensor gegen das richtige Bezugspotential 24 V messbar sind, liegt der Fehler fast immer beim Bezugspotential oder bei der Typkombination. Das systematische Vorgehen ist immer dasselbe: erst die Versorgung prüfen, dann das Bezugspotential, dann die Typkombination Sensor/Karte, dann das Bauteil selbst.
Zwei Netzteile versorgen Sensorik und SPS getrennt; die 0V sind nicht verbunden. Welche Aussage beschreibt das Problem am besten?
- a) Die Sensoren bekommen zu viel Spannung
- b) Sensorsignal und Eingangskarte haben keinen gemeinsamen Bezugspunkt, das Signal „schwebt“ und wird unzuverlässig erkannt
- c) Die SPS arbeitet im falschen Zyklus
- d) Der Ausgang wird überlastet
Richtig: b)
Erklärung: Ohne 0V-Kopplung fehlt der gemeinsame Nullpunkt; das Sensorpotential ist gegenüber der Eingangskarte undefiniert, der Eingang reagiert nicht zuverlässig. Die Lösung ist eine definierte gemeinsame Masse. (a), (c) und (d) beschreiben andere Fehlerbilder, die hier nicht ursächlich sind.
Eine Eingangs-LED an der Baugruppe leuchtet nicht, obwohl am Sensorausgang gegen das SPS-0V 24 V messbar sind und Sensortyp und Karte zueinander passen. Welcher Punkt sollte zuerst geprüft werden?
- a) Ob die gemeinsame Klemme (COM/1M) der Eingangsgruppe korrekt aufgelegt ist
- b) Ob die SPS-Firmware aktuell ist
- c) Ob der Ausgang ein RC-Glied hat
- d) Ob das Programm kompiliert wurde
Richtig: a)
Erklärung: Passt die Typkombination und ist der Pegel messbar, aber die LED bleibt dunkel, fehlt meist der Strompfad — die gemeinsame Klemme ist nicht oder falsch aufgelegt. (b) und (d) sind Softwarethemen ohne Einfluss auf die Eingangs-LED; (c) betrifft die Ausgangsseite.
Warum ist eine zweite, unbeabsichtigte 0V-Verbindung an anderer Stelle der Anlage problematisch, obwohl eine gemeinsame Masse grundsätzlich erwünscht ist?
- a) Sie erhöht die Versorgungsspannung
- b) Sie bildet eine Masseschleife, über die Ausgleichsströme und Störungen fließen können
- c) Sie trennt die Sensoren galvanisch
- d) Sie verbessert immer die Signalqualität
Richtig: b)
Erklärung: Die gemeinsame Masse soll an einem definierten zentralen Punkt hergestellt werden. Eine zweite Verbindung schließt eine Schleife, in der Ausgleichsströme fließen und Störungen einkoppeln — das Gegenteil des gewünschten Effekts. (a) ist falsch; (c) beschreibt das Gegenteil einer Verbindung; (d) ist gerade nicht the Fall.
Abschlusstest
Frage 1: Ein Dreidraht-Sensor ist als NPN gekennzeichnet. An welche Eingangskarte gehört er, und worauf liegt deren gemeinsame Klemme?
- a) Source-Eingang, COM auf 0V
- b) Sink-Eingang, COM auf L+
- c) Source-Eingang, COM auf L+
- d) Sink-Eingang, COM auf 0V
Richtig: b)
Erklärung: Der NPN-Sensor schaltet gegen 0V und zieht Strom (Sink). Dazu passt der Sink-Eingang, dessen gemeinsame Klemme auf L+ liegt, sodass der Strom von L+ über den Eingang in den Sensor und nach 0V fließt. Die anderen Kombinationen ergeben keinen funktionierenden Strompfad.
Frage 2: In Europa ist bei Sensoren und SPS-Eingängen welche Schaltart der De-facto-Standard?
- a) NPN / Sink
- b) PNP / Source
- c) Mal so, mal so ohne Regel
- d) Ausschließlich Zweidraht
Richtig: b)
Erklärung: Im europäischen Raum ist die plusschaltende PNP/Source-Technik der Standard, auf den die meisten Karten ausgelegt sind. (a) ist im asiatischen Raum verbreiteter; (c) und (d) sind sachlich falsch.
Frage 3: Ein Eingang wird dauerhaft als 1 erkannt, obwohl kein Objekt erfasst wird. Der Sensor ist ein Zweidraht-Typ. Welche Ursache ist am wahrscheinlichsten?
- a) Der Reststrom des Sensors überschreitet die Erkennungsschwelle der Karte
- b) Die SPS ist zu langsam
- c) Der Ausgang ist falsch beschaltet
- d) Die Freilaufdiode fehlt
Richtig: a)
Erklärung: Zweidraht-Sensoren führen im gesperrten Zustand einen Reststrom; ist er zu hoch, wertet die Karte ihn als 1-Signal. (b) betrifft nicht den Pegel; (c) und (d) gehören zur Ausgangsseite.
Frage 4: Welche Schutzbeschaltung gehört an eine induktive Last, die mit 230 V AC über einen Relaisausgang geschaltet wird?
- a) Freilaufdiode
- b) RC-Glied (Snubber)
- c) Vorwiderstand
- d) Z-Diode
Richtig: b)
Erklärung: Bei AC-Lasten verwendet man das RC-Glied, weil die Freilaufdiode bei Wechselspannung als Kurzschluss wirken würde. (a) ist die DC-Maßnahme; (c) und (d) bieten keinen vergleichbaren Kontaktschutz.
Frage 5: Eine Schützspule überschreitet die Stromtragfähigkeit des Transistorausgangs. Was ist die richtige Maßnahme?
- a) Spule direkt anklemmen
- b) Koppelrelais zwischenschalten
- c) Ausgangsspannung erhöhen
- d) Zwei Eingänge parallelschalten
Richtig: b)
Erklärung: Das Koppelrelais entkoppelt den empfindlichen Ausgang von der starken Last; der Ausgang schaltet nur die kleine Koppelspule. Die übrigen Optionen lösen das Strombelastungsproblem nicht oder gefährden den Ausgang.
Frage 6: Warum funktioniert ein PNP-Sensor an einem Sink-Eingang (COM auf L+) nicht zuverlässig?
- a) Weil beide Seiten Pluspotential auf den Eingang geben wollen und kein definierter Strompfad entsteht
- b) Weil der PNP-Sensor zu wenig Strom liefert
- c) Weil der Sink-Eingang eine höhere Spannung braucht
- d) Weil PNP-Sensoren keine Versorgung haben
Richtig: a)
Erklärung: Der Sink-Eingang legt L+ an COM und erwartet, dass von außen gegen 0V geschaltet wird. Ein PNP-Sensor gibt aber ebenfalls L+ auf den Eingang — beide „wollen“ nach Plus, der Strompfad über den Eingang fehlt. (b), (c) und (d) sind sachlich falsch.
Frage 7: Welche Rolle spielt die gemeinsame Klemme (COM/1M) einer digitalen Eingangsgruppe?
- a) Sie liefert die Programmierschnittstelle
- b) Sie legt das Bezugspotential der Gruppe fest und entscheidet damit über Sink oder Source
- c) Sie ist nur eine mechanische Befestigung
- d) Sie begrenzt den Ausgangsstrom
Richtig: b)
Erklärung: Über die gemeinsame Klemme wird das Bezugspotential (0V oder L+) für alle Eingänge der Gruppe gelegt; daraus ergibt sich Sink- oder Source-Verhalten. (a), (c) und (d) treffen nicht zu.
Frage 8: Ein Not-Halt soll möglichst sicher verdrahtet werden. Welche Kontaktart und welches Prinzip sind dafür üblich?
- a) Schließer, weil er beim Betätigen Strom gibt
- b) Öffner, weil ein Leitungsbruch denselben Effekt wie das Betätigen hat
- c) Wechsler, weil er beide Funktionen kombiniert
- d) Zweidraht-Näherungsschalter wegen des Reststroms
Richtig: b)
Erklärung: Der Öffner arbeitet ruhestrombasiert: im Normalbetrieb liegt Signal an, bei Betätigung oder Leitungsbruch fällt es weg und die Anlage geht in den sicheren Zustand. (a) kehrt das Sicherheitsprinzip um; (c) und (d) sind hier nicht die übliche Lösung.
Frage 9: Zwei getrennte Netzteile versorgen Sensorik und SPS. Welche Maßnahme stellt einen zuverlässigen Signalbezug her?
- a) Die L+-Potentiale verbinden
- b) Die 0V-Potentiale an einem definierten Punkt koppeln
- c) Beide Netzteile auf dieselbe Spannung trimmen
- d) Die Netzteile räumlich trennen
Richtig: b)
Erklärung: Ein gemeinsamer 0V-Bezug an einem zentralen Punkt gibt Sensor und Eingangskarte denselben Nullpunkt. (a) ist nicht der übliche Bezugspunkt; (c) und (d) lösen das Bezugsproblem nicht.
Frage 10: Eine Eingangs-LED leuchtet nicht. Multimeter zeigt am Eingang gegen 0V 24 V, Sensortyp passt zur Karte. Welcher Schritt steht in der systematischen Fehlersuche als Nächstes an?
- a) Das SPS-Programm neu schreiben
- b) Prüfen, ob die gemeinsame Klemme korrekt aufgelegt und der 0V-Bezug hergestellt ist
- c) Den Sensor sofort tauschen
- d) Die Ausgangskarte prüfen
Richtig: b)
Erklärung: Pegel messbar, Typ passt, LED dunkel — das deutet auf einen fehlenden Strompfad: gemeinsame Klemme oder Bezugspotential. Erst danach lohnt der Bauteiltausch. (a) und (d) betreffen andere Bereiche; (c) ist verfrüht.
Frage 11: Welche Aussage zum Transistorausgang einer SPS trifft zu?
- a) Er ist potentialfrei und schaltet beliebig AC
- b) Er schaltet schnell und verschleißfrei, ist aber im Strom begrenzt und arbeitet mit DC
- c) Er führt beliebig hohe Ströme
- d) Er ist mechanisch und langsam
Richtig: b)
Erklärung: Der Transistorausgang schaltet elektronisch, also schnell und ohne Kontaktverschleiß, ist aber strombegrenzt und auf Gleichspannung ausgelegt. (a) und (d) beschreiben den Relaisausgang; (c) ist falsch.
Frage 12: Was passiert, wenn an einer 230-V-AC-Schützspule fälschlich eine Freilaufdiode statt eines RC-Glieds eingebaut wird?
- a) Nichts, beide wirken gleich
- b) Die Diode wird in der negativen Halbwelle leitend, wirkt als Kurzschluss und wird zerstört
- c) Die Spule zieht nicht mehr an
- d) Die Schaltzeit verkürzt sich
Richtig: b)
Erklärung: Bei Wechselspannung steht die Diode in jeder negativen Halbwelle in Durchlassrichtung und schließt die Last kurz, was sie sofort überlastet. (a) ist falsch, die Maßnahmen sind nicht austauschbar; (c) und (d) treffen nicht zu.
Glossar
- PNP-Sensor
- Elektronischer Sensor, dessen Signalausgang im aktiven Zustand L+ durchschaltet (plusschaltend) und damit Strom in den Eingang liefert.
- NPN-Sensor
- Elektronischer Sensor, dessen Signalausgang im aktiven Zustand 0V durchschaltet (minusschaltend) und damit Strom aus dem Eingang zieht.
- Source (Stromquelle)
- Eigenschaft, Strom in den Anschlusskreis zu liefern. Ein PNP-Sensor ist eine Source; ein Source-Eingang legt seine gemeinsame Klemme auf 0V.
- Sink (Stromsenke)
- Eigenschaft, Strom aus dem Anschlusskreis aufzunehmen. Ein NPN-Sensor wirkt als Sink; ein Sink-Eingang legt seine gemeinsame Klemme auf L+.
- Gemeinsame Klemme (COM, 1M)
- Anschluss einer Eingangs- oder Ausgangsgruppe, an den das Bezugspotential gelegt wird; ihre Beschaltung entscheidet über Sink- oder Source-Betrieb.
- Bezugspotential
- Der Spannungspunkt (L+ oder 0V), gegen den ein Signal gemessen wird. Ohne gemeinsames Bezugspotential ist kein verlässliches Signal möglich.
- Schließer (NO)
- Kontakt, der im betätigten Zustand schließt und das Signal gibt.
- Öffner (NC)
- Kontakt, der im Ruhezustand geschlossen ist und beim Betätigen öffnet; für Sicherheitsfunktionen bevorzugt, weil ein Leitungsbruch zum sicheren Zustand führt.
- Koppelrelais
- Relais, das einen schwachen SPS-Ausgang von einer starken oder netzspannungsführenden Last entkoppelt; der Ausgang schaltet nur die kleine Relaisspule.
- Freilaufdiode
- Antiparallel zu einer DC-Spule geschaltete Diode, die die Abschalt-Spannungsspitze ableitet und so Ausgänge und Kontakte schützt.
- RC-Glied (Snubber)
- Reihenschaltung aus Widerstand und Kondensator zur Funkenlöschung und Kontaktentstörung bei induktiven AC-Lasten.
- Masseschleife
- Unbeabsichtigte zweite Verbindung von Bezugspotentialen, über die Ausgleichsströme fließen und Störungen einkoppeln.
