Wirkungsgrad und Verluste beim Transformator
Ein Transformator wirkt auf den ersten Blick wie ein Bauteil ohne bewegliche Teile und ohne nennenswerte Verluste. Strom rein, Strom raus, fertig. In Wirklichkeit gibt er nie die ganze Leistung weiter, die er aufnimmt. Ein Teil bleibt im Gerät hängen und wird zu Wärme. Bei einem großen Verteiltransformator im Ortsnetz können das einige Kilowatt sein, rund um die Uhr, das ganze Jahr. Wer versteht, wo diese Verluste entstehen und wie sie sich mit der Last ändern, kann den Wirkungsgrad berechnen und einen Transformator richtig dimensionieren.
Vorwissen
- Transformator – Aufbau und Funktion
- Wirk-, Blind- und Scheinleistung
- Wirkungsgrad (allgemein)
Lernziele
Nach diesem Beitrag kannst du:
- die beiden Hauptgruppen der Transformatorverluste benennen und ihre physikalische Ursache erklären
- begründen, warum Eisenverluste nahezu lastunabhängig und Kupferverluste quadratisch lastabhängig sind
- den Wirkungsgrad eines Transformators aus Wirkleistung und Verlusten berechnen
- den optimalen Belastungsgrad bestimmen, bei dem der Wirkungsgrad am höchsten ist
1. Warum ein Transformator Verluste hat
Im idealen Transformator wäre die abgegebene Leistung gleich der aufgenommenen. Was sekundär herauskommt, müsste primär exakt hineingehen. So ein Transformator existiert aber nicht. Die aufgenommene Leistung P1 ist immer etwas größer als die abgegebene Leistung P2, und die Differenz verschwindet nicht — sie wird im Inneren in Wärme umgewandelt.
Diese Verlustleistung lässt sich in zwei Gruppen einteilen, die völlig unterschiedlich entstehen und sich unterschiedlich verhalten:
Die Eisenverluste entstehen im Eisenkern durch das ständig wechselnde Magnetfeld. Sie hängen praktisch nur von der angelegten Spannung und der Frequenz ab — und sind damit fast unabhängig davon, wie stark der Transformator belastet wird.
Die Kupferverluste entstehen in den Wicklungen durch den ohmschen Widerstand des Drahtes. Sie steigen mit der Belastung, weil mehr Strom durch die Wicklung fließt — und zwar nicht linear, sondern im Quadrat.
Diese Unterscheidung zieht sich durch die gesamte Auslegung: Bleiben die Verluste im Kern konstant, während die Verluste im Wicklungsdraht mit der Last progressiv ansteigen, bestimmt dieses Verhältnis maßgeblich die Effizienz im Betrieb.
Ein Transformator nimmt primärseitig mehr Leistung auf, als er sekundärseitig abgibt. Wohin geht die Differenz?
- a) Sie wird im Transformator in Wärme umgewandelt
- b) Sie wird ins Netz zurückgespeist
- c) Sie geht in die magnetische Energiespeicherung und bleibt erhalten
- d) Sie entsteht nur scheinbar durch Messfehler
Richtig: a)
Die Differenz zwischen aufgenommener und abgegebener Leistung ist echte Verlustleistung, die im Eisen und im Kupfer in Wärme umgesetzt wird. Eine Rückspeisung findet nicht statt, und es handelt sich nicht um einen Messfehler. Magnetische Energie wird zwar zwischengespeichert, aber im stationären Betrieb pro Periode wieder vollständig abgegeben — sie erklärt die dauerhafte Verlustleistung nicht.
Warum lassen sich die Transformatorverluste sinnvoll in genau zwei Hauptgruppen einteilen?
- a) Weil es Primär- und Sekundärseite gibt
- b) Weil Wechselstrom und Gleichstrom getrennt betrachtet werden
- c) Weil eine Gruppe messbar und die andere nicht messbar ist
- d) Weil sie an unterschiedlichen Orten entstehen und sich gegenüber der Last unterschiedlich verhalten
Richtig: d)
Eisen- und Kupferverluste entstehen physikalisch verschieden — die einen im Kern durch das Wechselfeld, die anderen in den Wicklungen durch den Stromfluss. Eigentlich entscheidend für die getrennte Betrachtung ist ihr unterschiedliches Lastverhalten: Eisenverluste bleiben nahezu konstant, Kupferverluste wachsen mit der Last. Die Aufteilung nach Primär-/Sekundärseite oder nach Stromart trifft den Kern nicht; beide Gruppen sind messbar.
2. Eisenverluste (Leerlaufverluste)
Die Eisenverluste entstehen im Kern, sobald an der Primärwicklung eine Wechselspannung anliegt — ganz unabhängig davon, ob sekundär etwas angeschlossen ist. Genau deshalb heißen sie auch Leerlaufverluste: Sie sind schon da, wenn der Transformator leerläuft und gar keine Last treibt.
Verantwortlich sind zwei Effekte. Der erste ist die Hysterese. Das wechselnde Magnetfeld magnetisiert das Eisen ständig um, in jeder Periode hin und zurück. Das Material „wehrt sich“ gegen diese Ummagnetisierung, und diese innere Reibung kostet Energie, die als Wärme verloren geht. Je größer die magnetische Aussteuerung und je höher die Frequenz, desto höher die Hysteresevorluste.
Der zweite Effekt sind die Wirbelströme. Das Wechselfeld induziert nicht nur in der Wicklung eine Spannung, sondern auch im leitfähigen Eisen selbst. Dort treibt sie kreisförmige Ströme — die Wirbelströme — die im Kernmaterial nichts Nützliches tun, sondern nur über den ohmschen Widerstand des Eisens Wärme erzeugen. Diese Wirbelstromverluste sind der zweite Anteil der Eisenverluste.
Beide Effekte hängen von der Spannung und der Frequenz ab, nicht aber vom Laststrom. Im normalen Netzbetrieb sind Spannung und Frequenz konstant, also gilt in der Praxis:
P_Fe = konstant
- P_Fe … Eisenverluste in W
Gegen die Wirbelströme hilft der Aufbau des Kerns. Würde man den Kern aus einem massiven Eisenblock fertigen, könnten sich großflächige Wirbelströme ausbilden. Stattdessen wird der Kern aus vielen dünnen, voneinander isolierten Blechen geschichtet. Die Isolierschicht zwischen den Blechen zwingt die Wirbelströme in winzige Bahnen innerhalb jedes einzelnen Blechs — und kleine Stromschleifen bedeuten kleine Verluste. Zusätzlich wird das Eisen legiert (Silizium erhöht den spezifischen Widerstand) und als kornorientiertes Blech ausgeführt, dessen Kristallstruktur in Feldrichtung optimiert ist. Das senkt zugleich die Hystereseverluste.
Wie groß die Eisenverluste konkret sind, ermittelt man messtechnisch — und zwar im Leerlaufversuch. Der gehört aber nicht hierher; in diesem Beitrag geht es ausschließlich um die physikalische Definition und das Verhalten der Verluste, nicht um ihre messtechnische Bestimmung. Das Verfahren wird in einem eigenen Beitrag behandelt.
Warum bezeichnet man die Eisenverluste auch als Leerlaufverluste?
- a) Weil sie nur bei abgeschaltetem Transformator entstehen
- b) Weil sie im Leerlaufversuch verschwinden
- c) Weil sie schon ohne sekundärseitige Last auftreten, sobald Spannung anliegt
- d) Weil sie nur bei Volllast auftreten
Richtig: c)
Die Eisenverluste werden allein durch das wechselnde Magnetfeld im Kern verursacht, das schon entsteht, wenn primär Spannung anliegt — auch ohne angeschlossene Last. Im Leerlauf fließt sekundär kein nennenswerter Strom, also gibt es kaum Kupferverluste, und die gemessene Leistung entspricht praktisch den Eisenverlusten. Abgeschaltet entsteht gar nichts, und bei Volllast sind sie zwar weiterhin vorhanden, aber nicht erst dann.
Ein Kern wird aus dünnen, gegeneinander isolierten Blechen aufgebaut statt aus einem massiven Block. Welche Verlustart wird dadurch in erster Linie verringert?
- a) Wirbelstromverluste
- b) Hystereseverluste
- c) Kupferverluste
- d) Reibungsverluste der Wicklung
Richtig: a)
Die Blechung unterbricht die Strompfade quer zur Feldrichtung und zwingt die Wirbelströme in viele kleine Schleifen innerhalb jedes Blechs. Kleine Schleifen bedeuten kleine Ströme und damit kleine Verluste. Hystereseverluste werden eher durch die Materialwahl beeinflusst, Kupferverluste betreffen die Wicklung, und mechanische Reibung spielt im stehenden Transformator keine Rolle.
Wovon hängen die Eisenverluste im normalen Netzbetrieb hauptsächlich ab?
- a) Vom sekundären Laststrom
- b) Vom Wicklungswiderstand
- c) Vom Belastungsgrad des Transformators
- d) Von Höhe und Frequenz der angelegten Spannung
Richtig: d)
Hysterese- und Wirbelstromverlusten werden durch die magnetische Aussteuerung und die Ummagnetisierungsrate bestimmt, also durch Spannung und Frequenz. Da beide im Netz konstant sind, bleiben die Eisenverluste nahezu unverändert — unabhängig von Laststrom, Wicklungswiderstand oder Belastungsgrad, die alle die Kupferverluste betreffen.
3. Kupferverluste (Wicklungsverluste)
Die Kupferwicklungen eines Transformators haben einen ohmschen Widerstand. Sobald Strom fließt, entsteht an diesem Widerstand Wärme — die klassischen Kupferverluste oder Stromwärmeverluste. Sie heißen so, weil die Wicklungen üblicherweise aus Kupfer bestehen (bei großen Transformatoren manchmal aus Aluminium, das Prinzip bleibt gleich).
Für eine einzelne Wicklung gilt das bekannte Verlustgesetz:
P_Cu = I² · R
- P_Cu … Kupferverluste in W
- I …… Strom durch die Wicklung in A
- R …… Wicklungswiderstand in Ω
Im realen Transformator addieren sich die Verluste von Primär- und Sekundärwicklung. Rechnet man beide Widerstände auf eine Seite um, lassen sie sich zu einem gesamten Kupferverlust zusammenfassen.
Entscheidend ist das Wörtchen quadratisch. Weil der Strom im Quadrat eingeht, vervierfachen sich die Kupferverluste, wenn sich der Strom verdoppelt. Und da der Strom direkt von der Belastung abhängt, sind die Kupferverluste stark lastabhängig — anders als die konstanten Eisenverluste.
In der Praxis bezieht man das auf die Bemessungslast. Die Bemessungslast ist dabei die vom Hersteller festgelegte Lastgrenze für den dauerhaften Betrieb — der Wert, für den der Transformator ausgelegt ist und den er ohne unzulässige Erwärmung dauerhaft führen darf. Man kennt die Kupferverluste bei dieser Bemessungslast, P_Cu,Bem, und beschreibt die aktuelle Belastung über den Belastungsgrad x. Dabei ist x das Verhältnis von tatsächlicher Last zur Bemessungslast: x = 1 bedeutet volle Bemessungslast, x = 0,5 halbe Last. Weil die Verluste quadratisch vom Strom abhängen, gilt:
P_Cu = x² · P_Cu,Bem
- P_Cu ….. Kupferverluste bei aktueller Last in W
- x …….. Belastungsgrad (dimensionslos)
- P_Cu,Bem . Kupferverluste bei Bemessungslast in W
Bei halber Last betragen die Kupferverluste also nur ein Viertel der Verluste bei voller Bemessungslast (0,5² = 0,25). Das ist ein zentraler Hebel beim Wirkungsgrad, wie sich im letzten Kapitel zeigt.
Die genauen Kupferverluste bei Bemessungslast werden messtechnisch im Kurzschlussversuch bestimmt. Auch das ist hier nicht das Thema — wir bleiben bei der physikalischen Definition und dem Lastverhalten. Das Messverfahren ist einem eigenen Beitrag vorbehalten.
Gelöstes Beispiel
Ein Transformator hat bei Bemessungslast Kupferverluste von 1500 W. Wie groß sind die Kupferverluste bei einem Belastungsgrad von 60 %?
Gegeben: P_Cu,Bem = 1500 W, x = 0,6
Gesucht: P_Cu in W
Lösungsweg:
- Lastabhängigkeit anwenden:
P_Cu = x² · P_Cu,Bem - Werte einsetzen:
P_Cu = 0,6² · 1500 W = 0,36 · 1500 W
Ergebnis: P_Cu = 540 W
Übungen
Die Kupferverluste eines Transformators betragen bei voller Bemessungslast 800 W. Wie groß sind sie bei halber Last?
P_Cu = 0,5² · 800 W = 0,25 · 800 W = 200 W
Eine Wicklung führt 25 A und hat einen Widerstand von 0,4 Ω. Wie groß sind die Stromwärmeverluste dieser Wicklung?
P_Cu = I² · R = 25² · 0,4 Ω = 625 · 0,4 = 250 W
Bei Bemessungslast betragen die Kupferverluste 2000 W. Bei welchem Belastungsgrad sinken sie auf 500 W?
x² = 500 / 2000 = 0,25 → x = √0,25 = 0,5, also bei 50 % Last
Ein Transformator läuft mit 80 % Belastungsgrad. Seine Kupferverluste bei Bemessungslast betragen 1800 W. Wie groß sind die aktuellen Kupferverluste, und um welchen Faktor liegen sie unter dem Bemessungswert?
P_Cu = 0,8² · 1800 W = 0,64 · 1800 W = 1152 W; Faktor 0,64 gegenüber Bemessungslast
Die Sekundärwicklung hat 0,05 Ω, die auf die Sekundärseite umgerechnete Primärwicklung 0,03 Ω. Bei einem Sekundärstrom von 100 A — wie groß sind die gesamten Kupferverluste?
R_gesamt = 0,05 + 0,03 = 0,08 Ω; P_Cu = I² · R = 100² · 0,08 = 10000 · 0,08 = 800 W
Der Belastungsgrad eines Transformators wird von 100 % auf 50 % gesenkt. Wie verändern sich die Kupferverluste?
- a) Sie halbieren sich
- b) Sie sinken auf ein Viertel
- c) Sie bleiben gleich
- d) Sie sinken auf ein Achtel
Richtig: b)
Die Kupferverluste hängen quadratisch vom Belastungsgrad ab: P_Cu = x² · P_Cu,Bem. Mit x = 0,5 ergibt sich 0,5² = 0,25, also ein Viertel der Verluste bei voller Bemessungslast. Eine bloße Halbierung würde einen linearen Zusammenhang voraussetzen, der hier nicht gilt; konstant bleiben die Eisenverluste, nicht die Kupferverluste.
Eine Wicklung führt statt 10 A nun 30 A. Um welchen Faktor steigen die Stromwärmeverluste dieser Wicklung, wenn der Widerstand gleich bleibt?
- a) Faktor 3
- b) Faktor 6
- c) Faktor 9
- d) Faktor 27
Richtig: c)
Wegen P_Cu = I² · R geht der Strom im Quadrat ein. Der Strom verdreifacht sich (von 10 A auf 30 A), die Verluste steigen also um den Faktor 3² = 9. Faktor 3 würde einen linearen Zusammenhang annehmen, Faktor 27 wäre die dritte Potenz — beides trifft nicht zu.
Warum bezieht man die Kupferverluste in der Praxis meist auf die Bemessungslast und rechnet mit dem Belastungsgrad?
- a) Weil sich die Verluste so direkt aus dem bekannten Bemessungswert und dem Auslastungsverhältnis berechnen lassen
- b) Weil der Wicklungswiderstand sich mit der Last ändert
- c) Weil man den tatsächlichen Strom nie kennt
- d) Weil die Eisenverluste sonst nicht berücksichtigt würden
Richtig: a)
Die Kupferverluste bei Bemessungslast sind eine bekannte Kenngröße des Transformators. Mit P_Cu = x² · P_Cu,Bem lassen sich die Verluste für jeden Betriebspunkt sofort bestimmen, ohne Ströme und Widerstände einzeln zu erfassen. Der Wicklungswiderstand ändert sich nicht mit der Last (nur leicht mit der Temperatur), der Strom ist durchaus bekannt, und die Eisenverluste werden getrennt behandelt.
4. Wirkungsgrad des Transformators
Der Wirkungsgrad beschreibt, welcher Anteil der aufgenommenen Leistung tatsächlich nutzbar abgegeben wird. Allgemein gilt das Verhältnis von abgegebener zu aufgenommener Leistung; dieser Grundbegriff wird in einem eigenen Beitrag behandelt. Für den Transformator lautet er:
eta = P2 / P1
- eta … Wirkungsgrad (dimensionslos, oft in %)
- P2 …. abgegebene Wirkleistung in W
- P1 …. aufgenommene Wirkleistung in W
In der Praxis kennt man P1 selten direkt, dafür aber die Verluste. Da die aufgenommene Leistung gleich der abgegebenen Leistung plus aller Verluste ist, lässt sich der Wirkungsgrad über die Verluste ausdrücken:
eta = P2 / (P2 + P_Fe + P_Cu)
- eta … Wirkungsgrad
- P2 …. abgegebene Wirkleistung in W
- P_Fe .. Eisenverluste in W
- P_Cu .. Kupferverluste in W
Diese Form ist die praktisch wichtigste: Eisen- und Kupferverluste sind bekannt oder berechenbar, und die abgegebene Wirkleistung ergibt sich aus dem Betriebszustand.
Ein Transformator liefert sekundär eine Scheinleistung S2. Nutzbar im Sinne der Wirkleistung ist davon aber nur der Anteil, der vom Leistungsfaktor cos φ bestimmt wird:
P2 = S2 · cos_phi
- P2 …… abgegebene Wirkleistung in W
- S2 …… abgegebene Scheinleistung in VA
- cos_phi . Leistungsfaktor des Verbrauchers (dimensionslos)
Bei einer rein ohmschen Last ist cos φ = 1, dann ist die Wirkleistung gleich der Scheinleistung. Je induktiver oder kapazitiver die Last, desto kleiner cos φ — und desto weniger Wirkleistung kommt bei gleicher Scheinleistung heraus. Der Unterschied zwischen Wirk-, Blind- und Scheinleistung wird vorausgesetzt.
Setzt man alles zusammen und berücksichtigt, dass die Kupferverluste vom Belastungsgrad abhängen, ergibt sich die vollständige Berechnung für einen beliebigen Betriebspunkt:
eta = (S2 · cos_phi) / (S2 · cos_phi + P_Fe + x² · P_Cu,Bem)
Typische Leistungstransformatoren erreichen Wirkungsgrade von etwa 95 bis über 99 Prozent — größere Maschinen sind dabei meist effizienter als kleine.
Gelöstes Beispiel
Ein Transformator gibt bei voller Bemessungslast eine Scheinleistung von 50 kVA an einen Verbraucher mit cos φ = 0,8 ab. Die Eisenverluste betragen 250 W, die Kupferverluste bei Bemessungslast 900 W. Wie groß ist der Wirkungsgrad?
Gegeben: S2 = 50 000 VA, cos φ = 0,8, P_Fe = 250 W, P_Cu,Bem = 900 W, x = 1 (volle Bemessungslast)
Gesucht: η in %
Lösungsweg:
- Wirkleistung berechnen:
P2 = S2 · cos φ = 50 000 · 0,8 = 40 000 W - Kupferverluste bei voller Bemessungslast:
P_Cu = 1² · 900 W = 900 W - Wirkungsgrad berechnen:
η = P2 / (P2 + P_Fe + P_Cu) = 40 000 / (40 000 + 250 + 900) = 40 000 / 41 150
Ergebnis: η ≈ 0,972 = 97,2 %
Übungen
Ein Transformator gibt 30 000 W Wirkleistung ab. Die Gesamtverluste betragen 1200 W. Wie groß ist der Wirkungsgrad?
η = 30 000 / (30 000 + 1200) = 30 000 / 31 200 ≈ 0,9615 = 96,2 %
Bei einem Transformator betragen die abgegebene Wirkleistung 80 kW, die Eisenverluste 500 W and die Kupferverluste 1100 W. Wie groß ist der Wirkungsgrad?
η = 80 000 / (80 000 + 500 + 1100) = 80 000 / 81 600 ≈ 0,9804 = 98,0 %
Ein 25-kVA-Transformator arbeitet bei voller Bemessungslast mit cos φ = 1. Eisenverluste 180 W, Kupferverluste bei Bemessungslast 600 W. Wie groß ist der Wirkungsgrad?
P2 = 25 000 · 1 = 25 000 W; η = 25 000 / (25 000 + 180 + 600) = 25 000 / 25 780 ≈ 0,9697 = 97,0 %
Derselbe 25-kVA-Transformator wie in Übung 3, jetzt aber bei halber Last (x = 0,5). Eisenverluste bleiben 180 W, Kupferverluste bei Bemessungslast 600 W, cos φ = 1. Wie groß ist der Wirkungsgrad?
P2 = 0,5 · 25 000 · 1 = 12 500 W; P_Cu = 0,5² · 600 = 150 W; η = 12 500 / (12 500 + 180 + 150) = 12 500 / 12 830 ≈ 0,9743 = 97,4 %
Ein Transformator gibt 60 kVA bei cos φ = 0,7 ab. Eisenverluste 400 W, Kupferverluste bei Bemessungslast 1300 W, volle Bemessungslast. Wie groß ist der Wirkungsgrad, und warum liegt er unter dem eines vergleichbaren Betriebs mit cos φ = 1?
P2 = 60 000 · 0,7 = 42 000 W; η = 42 000 / (42 000 + 400 + 1300) = 42 000 / 43 700 ≈ 0,9611 = 96,1 %. Bei cos φ = 1 wäre die Wirkleistung höher (60 000 W) bei gleichen Verlusten, der Wirkungsgrad also besser — ein niedriger Leistungsfaktor verschlechtert das Verhältnis von Nutzleistung zu Verlusten.
Zwei identische Transformatoren geben dieselbe Scheinleistung ab, einer an eine Last mit cos φ = 1, der andere mit cos φ = 0,7. Welcher hat den höheren Wirkungsgrad?
- a) Der mit cos φ = 0,7
- b) Beide gleich, weil die Scheinleistung gleich ist
- c) Das lässt sich ohne Kenntnis der Frequenz nicht sagen
- d) Der mit cos φ = 1
Richtig: d)
Bei gleicher Scheinleistung liefert die Last mit cos φ = 1 mehr Wirkleistung (P2 = S2 · cos φ). Die Verluste sind in beiden Fällen ähnlich, da sie von Spannung, Frequenz und Strom abhängen. Mehr Nutzleistung bei gleichen Verlusten bedeutet einen höheren Wirkungsgrad. Die Scheinleistung allein bestimmt den Wirkungsgrad nicht, und die Frequenz ist hier nicht der entscheidende Faktor.
Warum berechnet man den Wirkungsgrad in der Praxis meist über die Verluste statt direkt über P2/P1?
- a) Weil P1 immer kleiner als P2 ist
- b) Weil die aufgenommene Leistung P1 selten direkt gemessen wird, die Verluste aber bekannt sind
- c) Weil P2/P1 physikalisch falsch ist
- d) Weil die Verluste keinen Einfluss auf den Wirkungsgrad haben
Richtig: b)
Eisen- und Kupferverluste lassen sich gut bestimmen oder sind als Kenngrößen bekannt, während die genaue Messung von P1 im Betrieb umständlich ist. Über P1 = P2 + Verluste kommt man auf dieselbe, leichter handhabbare Formel. P1 ist stets größer als P2, die Definition P2/P1 ist korrekt, und die Verluste bestimmen den Wirkungsgrad maßgeblich mit.
Ein Transformator gibt 40 kW ab, die Gesamtverluste betragen 2 kW. Wie groß ist der Wirkungsgrad?
- a) 95,2 %
- b) 98,0 %
- c) 5,0 %
- d) 90,0 %
Richtig: a)
Die aufgenommene Leistung ist P1 = P2 + Verluste = 40 + 2 = 42 kW. Der Wirkungsgrad beträgt η = 40 / 42 ≈ 0,952 = 95,2 %. Der Wert 98,0 % entstünde fälschlich aus 1 − 2/100; die übrigen Werte ergeben sich aus Rechenfehlern.
5. Verluste über die Last — der optimale Betriebspunkt
Jetzt fügen sich beide Verlustarten zu einem Gesamtbild zusammen. Die Eisenverluste bleiben über die gesamte Last konstant. Die Kupferverluste steigen mit dem Quadrat des Belastungsgrads. Bei sehr kleiner Last dominieren also die Eisenverluste, bei hoher Last die Kupferverluste.
Daraus folgt eine wichtige Frage: Bei welcher Last arbeitet der Transformator am wirtschaftlichsten? Der Wirkungsgrad ist nicht bei voller Bemessungslast am höchsten, wie man vielleicht vermuten würde, sondern an dem Punkt, an dem die beiden Verlustarten gleich groß sind. Mathematisch lässt sich zeigen, dass der Wirkungsgrad sein Maximum genau dort erreicht, wo gilt:
P_Cu = P_Fe
- P_Cu … lastabhängige Kupferverluste in W
- P_Fe … konstante Eisenverluste in W
Setzt man die Lastabhängigkeit der Kupferverluste ein (P_Cu = x² · P_Cu,Bem), lässt sich der optimale Belastungsgrad direkt aus den beiden Verlustwerten berechnen:
x_opt = Wurzel(P_Fe / P_Cu,Bem)
- x_opt …. optimaler Belastungsgrad (dimensionslos)
- P_Fe ….. Eisenverluste in W
- P_Cu,Bem . Kupferverluste bei Bemessungslast in W
Ein Beispiel macht das anschaulich: Sind die Eisenverluste deutlich kleiner als die Kupferverluste bei Bemessungslast, liegt x_opt unter 1 — der beste Wirkungsgrad wird also bei Teillast erreicht. Genau das nutzt man bei Verteiltransformatoren aus. Sie sind die meiste Zeit nicht voll ausgelastet, und man legt sie bewusst so aus, dass der Wirkungsgradgipfel im Bereich der typischen Betriebslast liegt, oft bei 40 bis 60 Prozent.
Die folgende Kurve zeigt den typischen Verlauf: ein steiler Anstieg bei kleiner Last (dort drücken die konstanten Eisenverluste prozentual stark), ein flaches Maximum im mittleren Bereich und ein langsames Absinken zur vollen Bemessungslast hin (dort übernehmen die quadratisch wachsenden Kupferverluste).
Gelöstes Beispiel
Ein Transformator hat Eisenverluste von 400 W und Kupferverluste bei Bemessungslast von 1600 W. Bei welchem Belastungsgrad arbeitet er mit dem besten Wirkungsgrad?
Gegeben: P_Fe = 400 W, P_Cu,Bem = 1600 W
Gesucht: x_opt
Lösungsweg:
- Optimalbedingung anwenden:
x_opt = √(P_Fe / P_Cu,Bem) - Werte einsetzen:
x_opt = √(400 / 1600) = √0,25
Ergebnis: x_opt = 0,5, der beste Wirkungsgrad liegt also bei 50 % Last
Übungen
Eisenverluste 300 W, Kupferverluste bei Bemessungslast 1200 W. Bei welchem Belastungsgrad ist der Wirkungsgrad maximal?
x_opt = √(300 / 1200) = √0,25 = 0,5, also bei 50 % Last
Ein Transformator hat Eisenverluste von 250 W. Bei welchem Belastungsgrad muss er laufen, damit der Wirkungsgrad maximal wird, wenn die Kupferverluste bei Bemessungslast 1000 W betragen?
x_opt = √(250 / 1000) = √0,25 = 0,5, also bei 50 % Last
Welche Kupferverluste treten am Punkt des besten Wirkungsgrads auf, wenn die Eisenverluste 350 W betragen?
Am Optimum gilt P_Cu = P_Fe, also sind die Kupferverluste dort ebenfalls 350 W
Eisenverluste 500 W, Kupferverluste bei Bemessungslast 800 W. Bei welchem Belastungsgrad ist der Wirkungsgrad am höchsten, und liegt dieser Punkt im Teil- oder Überlastbereich?
x_opt = √(500 / 800) = √0,625 ≈ 0,79, also bei rund 79 % Last — im Teillastbereich, knapp unter Bemessungslast
Ein Transformator soll seinen besten Wirkungsgrad bei 60 % Last erreichen. Die Eisenverluste betragen 360 W. Wie groß müssen die Kupferverluste bei Bemessungslast sein?
Aus x_opt = √(P_Fe / P_Cu,Bem) folgt P_Cu,Bem = P_Fe / x_opt² = 360 / 0,6² = 360 / 0,36 = 1000 W
Bei welchem Betriebszustand erreicht ein Transformator seinen höchsten Wirkungsgrad?
- a) Immer bei voller Bemessungslast
- b) Wenn die Kupferverluste gleich den Eisenverlusten sind
- c) Im Leerlauf
- d) Wenn die Kupferverluste maximal sind
Richtig: b)
Der Wirkungsgrad ist dort am höchsten, wo die lastabhängigen Kupferverluste die konstanten Eisenverluste erreichen. Bei voller Bemessungslast sind die Kupferverluste maximal und der Wirkungsgrad bereits gefallen; im Leerlauf wird keine Nutzleistung abgegeben, der Wirkungsgrad ist null. Maximale Kupferverluste bedeuten gerade nicht das Optimum.
Ein Transformator hat Eisenverluste von 200 W und Kupferverluste bei Bemessungslast von 800 W. Bei welchem Belastungsgrad ist sein Wirkungsgrad maximal?
- a) 0,25
- b) 0,50
- c) 0,71
- d) 1,0
Richtig: b)
Mit x_opt = √(P_Fe / P_Cu,Bem) = √(200 / 800) = √0,25 = 0,5 liegt das Optimum bei halber Last. Der Wert 0,25 wäre das Verhältnis der Verluste ohne Wurzel, 0,71 entspräche √0,5, und 1,0 würde volle Bemessungslast bedeuten — alle drei ergeben sich aus falschen Rechenwegen.
Warum legt man Verteiltransformatoren häufig so aus, dass ihr Wirkungsgradmaximum im Teillastbereich liegt?
- a) Weil sie nie voll belastet werden dürfen
- b) Weil die Eisenverluste bei Teillast verschwinden
- c) Weil der Leistungsfaktor bei Teillast immer 1 wird
- d) Weil sie im Mittel nur teilweise ausgelastet sind und so die geringsten Gesamtverluste entstehen
Richtig: d)
Verteiltransformatoren laufen über den Tag gemittelt meist deutlich unter Bemessungslast. Legt man das Wirkungsgradmaximum auf diesen typischen Lastbereich, arbeiten sie über die Jahre mit den niedrigsten Gesamtverlusten. Voll belastbar sind sie sehr wohl, die Eisenverluste bleiben auch bei Teillast bestehen, und der Leistungsfaktor wird durch die Last des Verbrauchers bestimmt, nicht durch die Auslastung des Transformators.
Bei sehr geringer Last ist der Wirkungsgrad eines Transformators schlecht. Welche Verlustart ist dafür hauptsächlich verantwortlich?
- a) Die Kupferverluste, weil sie bei kleiner Last am größten sind
- b) Beide gleichermaßen
- c) Die Eisenverluste, weil sie konstant bleiben und prozentual stark ins Gewicht fallen
- d) Keine, der Wirkungsgrad ist bei kleiner Last immer am besten
Richtig: c)
Bei kleiner Last ist die abgegebene Wirkleistung gering, die konstanten Eisenverluste machen davon aber einen großen prozentualen Anteil aus — das drückt den Wirkungsgrad. Die Kupferverluste sind bei kleiner Last gerade besonders niedrig (quadratische Abhängigkeit). Der Wirkungsgrad ist im unteren Lastbereich also schlecht, nicht am besten.
Abschlusstest
Aufgabe 1: Ein Transformator gibt bei voller Bemessungslast eine Scheinleistung von 40 kVA an einen Verbraucher mit cos φ = 0,85 ab. Eisenverluste 220 W, Kupferverluste bei Bemessungslast 850 W. Berechne den Wirkungsgrad.
Gegeben: S2 = 40 000 VA, cos φ = 0,85, P_Fe = 220 W, P_Cu,Bem = 850 W, x = 1
Gesucht: η in %
Lösungsweg:
P2 = 40 000 · 0,85 = 34 000 W;
P_Cu = 1² · 850 = 850 W;
η = 34 000 / (34 000 + 220 + 850) = 34 000 / 35 070
Ergebnis: η ≈ 0,9695 = 97,0 %
Aufgabe 2: Derselbe Transformator wie in Aufgabe 1, jetzt bei 50 % Last. Berechne den Wirkungsgrad und vergleiche mit dem Wert bei voller Bemessungslast.
Gegeben: S2 = 40 000 VA, cos φ = 0,85, P_Fe = 220 W, P_Cu,Bem = 850 W, x = 0,5
Gesucht: η in %
Lösungsweg:
P2 = 0,5 · 40 000 · 0,85 = 17 000 W;
P_Cu = 0,5² · 850 = 212,5 W;
η = 17 000 / (17 000 + 220 + 212,5) = 17 000 / 17 432,5
Ergebnis: η ≈ 0,9752 = 97,5 % — höher als bei voller Bemessungslast, weil die Kupferverluste stärker gesunken sind als die Wirkleistung
Aufgabe 3: Eine Wicklung führt 40 A bei einem Widerstand von 0,12 Ω. Wie groß sind die Stromwärmeverluste dieser Wicklung?
Gegeben: I = 40 A, R = 0,12 Ω
Gesucht: P_Cu in W
Lösungsweg:
P_Cu = I² · R = 40² · 0,12 = 1600 · 0,12
Ergebnis: P_Cu = 192 W
Aufgabe 4: Die Kupferverluste eines Transformators betragen bei Bemessungslast 1440 W. Wie groß sind sie bei einem Belastungsgrad von 75 %?
Gegeben: P_Cu,Bem = 1440 W, x = 0,75
Gesucht: P_Cu in W
Lösungsweg:
P_Cu = x² · P_Cu,Bem = 0,75² · 1440 = 0,5625 · 1440
Ergebnis: P_Cu = 810 W
Aufgabe 5: Eisenverluste 450 W, Kupferverluste bei Bemessungslast 1800 W. Bei welchem Belastungsgrad ist der Wirkungsgrad maximal?
Gegeben: P_Fe = 450 W, P_Cu,Bem = 1800 W
Gesucht: x_opt
Lösungsweg:
x_opt = √(P_Fe / P_Cu,Bem) = √(450 / 1800) = √0,25
Ergebnis: x_opt = 0,5, also bei 50 % Last
Aufgabe 6: Ein Transformator soll seinen besten Wirkungsgrad bei 70 % Last erreichen. Die Eisenverluste betragen 490 W. Wie groß müssen die Kupferverluste bei Bemessungslast sein?
Gegeben: x_opt = 0,7, P_Fe = 490 W
Gesucht: P_Cu,Bem in W
Lösungsweg:
P_Cu,Bem = P_Fe / x_opt² = 490 / 0,7² = 490 / 0,49
Ergebnis: P_Cu,Bem = 1000 W
Eine Last mit cos φ = 0,6 wird durch eine mit cos φ = 0,95 ersetzt, bei gleicher Scheinleistung. Wie verändert sich der Wirkungsgrad des Transformators?
- a) Er steigt, weil mehr Wirkleistung bei gleichen Verlusten abgegeben wird
- b) Er sinkt, weil der Strom steigt
- c) Er bleibt gleich, weil die Scheinleistung unverändert ist
- d) Er steigt, weil die Eisenverluste sinken
Richtig: a)
Bei gleicher Scheinleistung erhöht ein höherer Leistungsfaktor die abgegebene Wirkleistung (P2 = S2 · cos φ). Die Verluste bleiben weitgehend gleich, da sie von Spannung, Frequenz und Strom abhängen. Mehr Nutzleistung bei gleichen Verlusten ergibt einen höheren Wirkungsgrad. Die Scheinleistung allein bestimmt den Wirkungsgrad nicht, und die Eisenverluste ändern sich durch den Leistungsfaktor nicht.
Welche Aussage über Eisen- und Kupferverluste trifft zu?
- a) Beide steigen mit der Last
- b) Eisenverluste sind nahezu konstant, Kupferverluste steigen quadratisch mit der Last
- c) Eisenverluste steigen mit der Last, Kupferverluste sind konstant
- d) Beide sind unabhängig von der Last
Richtig: b)
Eisenverluste werden durch Spannung und Frequenz bestimmt, die im Netz konstant sind — sie bleiben also nahezu unverändert. Kupferverluste folgen P_Cu = I² · R und steigen damit quadratisch mit dem Strom und der Last. Die anderen Aussagen vertauschen oder vereinheitlichen das Lastverhalten falsch.
Ein Transformator gibt 50 kW Wirkleistung ab, die Gesamtverluste betragen 2 kW. Wie groß ist der Wirkungsgrad?
- a) 96,0 %
- b) 96,2 %
- c) 98,0 %
- d) 104,0 %
Richtig: b)
Die aufgenommene Leistung ist P1 = 50 + 2 = 52 kW, also η = 50 / 52 ≈ 0,962 = 96,2 %. Der Wert 96,0 % stammt aus einer ungenauen Rundung, 98,0 % aus dem falschen Ansatz 1 − 2/100, und 104 % ist physikalisch unmöglich.
Warum verwendet man für den Transformatorkern geschichtete, isolierte Bleche?
- a) Um die Hystereseverluste vollständig zu beseitigen
- b) Um die Kupferverluste zu senken
- c) Um die Wirbelströme auf kleine Bahnen zu begrenzen und so deren Verluste zu verringern
- d) Um die magnetische Kopplung zu verschlechtern
Richtig: c)
Die Blechung mit Isolierschichten verhindert großflächige Wirbelströme und zwingt sie in kleine Schleifen, was die Wirbelstromverluste deutlich senkt. Die Hysterese wird durch die Materialwahl beeinflusst, nicht durch die Blechung allein, und vollständig beseitigen lässt sie sich nicht. Kupferverluste betreffen die Wicklung, und die magnetische Kopplung soll gerade gut bleiben.
Bei einem Belastungsgrad von 0,25 betragen die Kupferverluste eines Transformators 100 W. Wie groß sind sie bei voller Bemessungslast?
- a) 400 W
- b) 800 W
- c) 1600 W
- d) 200 W
Richtig: c)
Aus P_Cu = x² · P_Cu,Bem folgt P_Cu,Bem = P_Cu / x² = 100 / 0,25² = 100 / 0,0625 = 1600 W. Wegen der quadratischen Abhängigkeit ist der Sprung von Viertellast auf volle Bemessungslast erheblich. Die anderen Werte ergeben sich aus linearer oder falsch potenzierter Rechnung.
Ein Transformator läuft die meiste Zeit bei etwa 40 % Last. Worauf sollte man bei der Auswahl besonders achten, um die Gesamtverluste über die Betriebsdauer gering zu halten?
- a) Auf möglichst hohe Kupferverluste
- b) Auf einen besonders großen Bemessungsstrom
- c) Auf einen niedrigen Leistungsfaktor
- d) Auf niedrige Eisenverluste, da diese dauerhaft anfallen
Richtig: d)
Bei dauerhaftem Teillastbetrieb sind die Kupferverluste klein, während die konstanten Eisenverluste rund um die Uhr anfallen und damit den größten Anteil der Gesamtverluste ausmachen. Niedrige Eisenverluste sind daher entscheidend. Hohe Kupferverluste oder ein niedriger Leistungsfaktor verschlechtern die Bilanz, und ein großer Bemessungsstrom adressiert das Problem nicht.
Was beschreibt der Belastungsgrad x?
- a) Das Verhältnis von tatsächlicher Last zur Bemessungslast
- b) Das Verhältnis von Eisen- zu Kupferverlusten
- c) Den Wirkungsgrad in Prozent
- d) Das Verhältnis von Primär- zu Sekundärspannung
Richtig: a)
Der Belastungsgrad gibt an, wie stark der Transformator im Verhältnis zu seiner Bemessungslast ausgelastet ist; x = 1 bedeutet volle Bemessungslast. Das Verhältnis der Verlustarten, der Wirkungsgrad und das Übersetzungsverhältnis sind eigene, davon unabhängige Größen.
Ein großer Leistungstransformator erreicht typischerweise einen höheren Wirkungsgrad als ein kleiner. Was ist der Hauptgrund?
- a) Große Transformatoren haben keine Eisenverluste
- b) Große Transformatoren laufen immer im Leerlauf
- c) Kleine Transformatoren haben keinen Eisenkern
- d) Bei großen Maschinen fallen die Verluste im Verhältnis zur übertragenen Leistung geringer aus
Richtig: d)
Mit zunehmender Baugröße wächst die übertragene Leistung stärker als die Verluste, sodass das Verhältnis von Verlusten zu Nutzleistung sinkt und der Wirkungsgrad steigt. Eisenverluste und Eisenkern sind bei allen Transformatoren vorhanden, und der Betriebszustand hängt von der Anwendung ab, nicht von der Baugröße.
Im Leerlauf eines Transformators wird eine bestimmte Leistung aufgenommen, obwohl sekundär kaum Strom fließt. Was entspricht diese Leistung näherungsweise?
- a) Den Kupferverlusten bei voller Bemessungslast
- b) Der Summe aus Eisen- und Kupferverlusten
- c) Den Eisenverlusten
- d) Der abgegebenen Wirkleistung
Richtig: c)
Im Leerlauf fließt sekundär kein nennenswerter Strom, also entstehen kaum Kupferverluste. Die aufgenommene Leistung deckt im Wesentlichen die Eisenverluste, die allein durch das Wechselfeld im Kern verursacht werden. Eine abgegebene Wirkleistung gibt es im Leerlauf praktisch nicht.
Zwei Transformatoren sind baugleich. Transformator A läuft dauerhaft bei voller Bemessungslast, Transformator B bei 50 % Last. Welche Aussage über die Kupferverluste trifft zu?
- a) B hat die gleichen Kupferverluste wie A
- b) B hat die Hälfte der Kupferverluste von A
- c) B hat höhere Kupferverluste als A
- d) B hat ein Viertel der Kupferverluste von A
Richtig: d)
Wegen der quadratischen Lastabhängigkeit gilt für B: P_Cu = 0,5² · P_Cu,Bem = 0,25 · P_Cu,Bem, also ein Viertel der Verluste von A bei voller Bemessungslast. Eine Halbierung würde einen linearen Zusammenhang voraussetzen, der hier nicht besteht; gleiche oder höhere Verluste sind ausgeschlossen.
Glossar
- Eisenverluste
- Verluste im Transformatorkern durch Hysterese und Wirbelströme; hängen von Spannung und Frequenz ab und sind nahezu lastunabhängig. Auch Leerlaufverluste genannt.
- Hystereseverluste
- Energieverlust durch die ständige Ummagnetisierung des Kernmaterials im Wechselfeld; ein Teil der Eisenverluste.
- Wirbelstromverluste
- Verluste durch im leitfähigen Kern induzierte Kreisströme; werden durch geblechten, isolierten Kernaufbau klein gehalten. Ein Teil der Eisenverluste.
- Kupferverluste
- Stromwärmeverluste in den Wicklungen nach P = I² · R; steigen quadratisch mit dem Belastungsgrad. Auch Wicklungs- oder Kurzschlussverluste genannt.
- Bemessungslast
- Die vom Hersteller festgelegte Lastgrenze für den dauerhaften Betrieb; der Wert, für den der Transformator ausgelegt ist und den er ohne unzulässige Erwärmung dauerhaft führen darf.
- Belastungsgrad
- Verhältnis von tatsächlicher Last zur Bemessungslast eines Transformators; x = 1 entspricht voller Bemessungslast.
- Optimaler Belastungsgrad
- Belastungsgrad x_opt = √(P_Fe / P_Cu,Bem), bei dem Kupfer- und Eisenverluste gleich groß sind und der Wirkungsgrad sein Maximum erreicht.
