Hydraulikpumpen: Zahnrad-, Flügelzellen- und Axialkolbenpumpe
Eine Hydraulikpumpe ist das Herz jeder Hydraulikanlage. Sie treibt die Flüssigkeit an, ohne die nichts passiert – kein Zylinder fährt aus, kein Motor dreht sich. Trotzdem hält sich ein hartnäckiges Missverständnis: Viele glauben, die Pumpe „macht Druck“. Das stimmt so nicht. Die Pumpe schiebt Öl in Bewegung. Der Druck entsteht erst, wenn dieses Öl auf einen Widerstand trifft.
Drei Bauarten dominieren die industrielle Praxis: die Zahnradpumpe, die Flügelzellenpumpe und die Axialkolbenpumpe. Dieser Beitrag zeigt die jeweiligen Kenngrößen, Funktionsprinzipien, Einsatzgebiete und typischen Fehlerbilder. Zuvor steht die Frage, was eine Pumpe überhaupt fördert und mit welchen Größen man sie beschreibt.
Vorwissen
- Hydraulik-Grundlagen: Druck, Volumenstrom und das Pascal’sche Gesetz
- Mechanische Grundlagen: Kraft, Fläche und Druck
- Drehzahl, Drehmoment und Leistung
Lernziele
Nach diesem Beitrag kannst du:
- erklären, warum eine Hydraulikpumpe Volumenstrom erzeugt und nicht direkt Druck
- den Förderstrom und die erforderliche Antriebsleistung einer Pumpe berechnen
- Aufbau und Funktionsprinzip von Zahnrad-, Flügelzellen- und Axialkolbenpumpe beschreiben
- eine Konstantpumpe von einer Verstellpumpe unterscheiden
- die passende Pumpenbauart für eine Anwendung auswählen und typische Fehlerbilder deuten
1. Was eine Hydraulikpumpe wirklich tut
Stell dir eine Pumpe vor, die in einen offenen Behälter fördert. Das Öl fließt einfach hinaus, der Druck bleibt nahezu null. Erst wenn du den Ausgang zudrehst oder einen Zylinder mit Last dahinter hängst, baut sich Druck auf. Die Pumpe selbst hat sich dabei nicht verändert – sie schiebt weiterhin dieselbe Ölmenge. Der Druck ist eine Folge des Widerstands, nicht der Pumpe.
Diese Unterscheidung ist der Schlüssel zum ganzen Thema: Die Pumpe erzeugt Volumenstrom, das System erzeugt Druck.
In der Hydraulik arbeitet man fast ausschließlich mit Verdrängerpumpen. Eine Verdrängerpumpe schließt bei jeder Umdrehung eine bestimmte Ölmenge in einem Hohlraum ein und schiebt sie von der Saugseite zur Druckseite. Das Gegenstück wären Strömungspumpen (etwa eine Kreiselpumpe), die das Öl über ein schnell drehendes Laufrad beschleunigen. Strömungspumpen schaffen aber keine hohen Drücke und lassen Öl bei Gegendruck zurücklaufen – für die Hydraulik ungeeignet.
Jede Verdrängerpumpe hat zwei Seiten. Auf der Saugseite vergrößert sich ein Hohlraum, dadurch entsteht ein Unterdruck, und Öl strömt aus dem Tank nach. Auf der Druckseite verkleinert sich der Hohlraum wieder und drückt das Öl in die Leitung. Das Öl wird also nicht gesaugt im eigentlichen Sinn, sondern vom Luftdruck im Tank in die entstehende Lücke gedrückt. Das klingt nach einer Spitzfindigkeit, ist aber für das Thema Ansaugen und Kavitation später wichtig.
Die zentrale Größe einer Pumpe ist das Verdrängungsvolumen (auch Schluckvolumen oder geometrisches Fördervolumen genannt): die Ölmenge, die die Pumpe pro Umdrehung verdrängt, angegeben in cm³/U. Multipliziert man dieses Volumen mit der Drehzahl, erhält man den Förderstrom – die Ölmenge pro Zeiteinheit.
Q = V · n
- Q … Förderstrom in cm³/min
- V … Verdrängungsvolumen in cm³/U
- n … Drehzahl in 1/min
Üblicher ist die Angabe des Förderstroms in Litern pro Minute. Dann teilt man das Ergebnis durch 1000.
Das Pascal’sche Gesetz und die Druckübersetzung – also wie aus dem Druck am Ende eine Kraft am Zylinder wird – sind ein eigenes großes Thema und hier bewusst nur gestreift. Für die Pumpe genügt: Sie liefert den Volumenstrom, der Rest des Systems macht daraus Druck und Kraft.
Gelöstes Beispiel
Eine Zahnradpumpe hat ein Verdrängungsvolumen von 11 cm³/U und wird von einem Motor mit 1450 1/min angetrieben. Welchen Förderstrom liefert sie?
Gegeben:
V = 11 cm³/U
n = 1450 1/min
Gesucht: Q in l/min
Lösungsweg:
- Schritt 1 — Förderstrom in cm³/min:
Q = V · n = 11 cm³/U · 1450 1/min = 15.950 cm³/min - Schritt 2 — Umrechnung in Liter:
Q = 15.950 cm³/min ÷ 1000 = 15,95 l/min
Ergebnis: Q = 15,95 l/min
Übungen
Eine Pumpe mit 8 cm³/U läuft mit 1450 1/min. Wie groß ist der Förderstrom in l/min?
Q = 8 · 1450 / 1000 = 11,6 l/min
Eine Pumpe soll bei 1450 1/min einen Förderstrom von 29 l/min liefern. Welches Verdrängungsvolumen ist nötig?
V = Q / n = 29.000 cm³/min ÷ 1450 1/min = 20 cm³/U
Eine Pumpe mit 25 cm³/U liefert 36,25 l/min. Mit welcher Drehzahl läuft sie?
n = Q / V = 36.250 cm³/min ÷ 25 cm³/U = 1450 1/min
Zwei baugleiche Pumpen mit je 12 cm³/U sitzen auf einer gemeinsamen Welle (1450 1/min). Welcher Gesamtförderstrom ergibt sich?
Jede Pumpe: 12 · 1450 / 1000 = 17,4 l/min. Gesamt: 2 · 17,4 = 34,8 l/min
Eine Anlage benötigt 40 l/min bei einer fest vorgegebenen Antriebsdrehzahl von 960 1/min (4-poliger Motor unter Last). Welches Verdrängungsvolumen muss die Pumpe mindestens haben?
V = Q / n = 40.000 cm³/min ÷ 960 1/min ≈ 41,67 cm³/U
Eine Hydraulikpumpe fördert in einen offenen Tank. Das Manometer an der Druckseite zeigt nahezu 0 bar. Was ist die richtige Schlussfolgerung?
- a) Der Druck ist niedrig, weil kein nennenswerter Widerstand vorhanden ist
- b) Die Pumpe ist defekt, weil sie keinen Druck aufbaut
- c) Das Verdrängungsvolumen ist zu klein gewählt
- d) Die Drehzahl reicht nicht aus, um Druck zu erzeugen
Richtig: a)
Erklärung: Die Pumpe liefert Volumenstrom, nicht Druck. Ohne Widerstand (offener Tank) baut sich kein Druck auf – das ist normales Verhalten, kein Defekt. Antwort b verwechselt Volumenstrom mit Druck. c und d beeinflussen den Förderstrom, nicht das Grundprinzip der Druckentstehung.
Warum sind Strömungspumpen wie Kreiselpumpen für die Hydraulik ungeeignet?
- a) Sie fördern zu viel Volumenstrom
- b) Sie benötigen zu hohe Drehzahlen
- c) Sie können hohe Drücke nicht halten und lassen Öl bei Gegendruck zurücklaufen
- d) Sie sind grundsätzlich nicht selbstansaugend
Richtig: c)
Erklärung: Strömungspumpen beschleunigen das Öl über ein Laufrad, schließen es aber nicht in einem Hohlraum ein. Bei hohem Gegendruck strömt das Öl zurück, hohe Drücke lassen sich nicht aufbauen. Genau deshalb braucht die Hydraulik Verdrängerpumpen. a und b sind keine prinzipiellen Ausschlussgründe.
Eine Pumpe mit 10 cm³/U läuft mit 1450 1/min. Wie groß ist der Förderstrom?
- a) 1,45 l/min
- b) 14,5 l/min
- c) 145 l/min
- d) 1450 l/min
Richtig: b)
Erklärung: Q = V · n = 10 · 1450 = 14.500 cm³/min. Umgerechnet in Liter: 14.500 ÷ 1000 = 14,5 l/min. Die anderen Antworten ergeben sich aus falscher Zehnerpotenz beim Umrechnen.
2. Kenngrößen: Förderstrom, Druck, Wirkungsgrad und Antriebsleistung
Mit dem Verdrängungsvolumen und dem Förderstrom hast du die wichtigsten geometrischen Größen. In der Praxis brauchst du aber noch zwei weitere: den Wirkungsgrad und die Antriebsleistung. Beide hängen direkt zusammen, deshalb betrachten wir sie gemeinsam.
In der Realität fördert keine Pumpe ganz so viel, wie ihre Geometrie vermpricht. Durch die Spalte zwischen den bewegten Teilen fließt immer etwas Öl von der Druck- zur Saugseite zurück. Diese Leckverluste wachsen mit dem Druck: Je höher the Systemdruck, desto mehr Öl quetscht sich durch die Spalte zurück. Das Verhältnis aus tatsächlich gefördertem zu theoretisch möglichem Förderstrom ist der volumetrische Wirkungsgrad.
eta_vol = Q_real / Q_theoretisch
- eta_vol … volumetrischer Wirkungsgrad (Verhältniszahl ohne Einheit)
- Q_real … tatsächlicher Förderstrom in l/min
- Q_theoretisch … theoretischer Förderstrom V · n in l/min
Gute Pumpen erreichen volumetrische Wirkungsgrade von etwa 0,90 bis 0,97. Eine verschlissene Pumpe fällt mit steigendem Druck immer weiter ab – das ist oft das erste messbare Zeichen für Verschleiß.
Damit die Pumpe das Öl gegen den Systemdruck fördern kann, braucht sie Antriebsleistung an der Welle. Die hydraulische Leistung ergibt sich aus Druckdifferenz mal Förderstrom. Weil Verluste auftreten, ist die erforderliche Antriebsleistung größer – man teilt durch den Gesamtwirkungsgrad.
P = (delta_p · Q) / eta_ges
- P … Antriebsleistung in kW
- delta_p … Druckdifferenz in bar
- Q … Förderstrom in l/min
- eta_ges … Gesamtwirkungsgrad (Verhältniszahl ohne Einheit)
Achtung bei den Einheiten: Mit Druck in bar und Förderstrom in l/min liefert die Formel die Leistung nicht direkt in kW. Die Beziehung lautet sauber:
P = (delta_p · Q) / (600 · eta_ges)
- P … Antriebsleistung in kW
- delta_p … Druckdifferenz in bar
- Q … Förderstrom in l/min
- eta_ges … Gesamtwirkungsgrad (Verhältniszahl ohne Einheit)
Der Faktor 600 bündelt die Umrechnung von bar und l/min auf kW. Wer in der Werkstatt schnell überschlagen will, merkt sich diesen Faktor.
Noch ein Begriffspaar, das uns durch die nächsten Kapitel begleitet: Eine Konstantpumpe hat ein festes Verdrängungsvolumen – pro Umdrehung immer dieselbe Ölmenge. Eine Verstellpumpe kann ihr Verdrängungsvolumen im Betrieb verändern und damit den Förderstrom anpassen, ohne dass sich die Drehzahl ändert. Welche Bauart sich verstellen lässt und welche nicht, ist eines der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale zwischen den drei Pumpentypen.
Gelöstes Beispiel
Eine Pumpe mit 16 cm³/U läuft bei 1450 1/min gegen eine Druckdifferenz von 180 bar. Der Gesamtwirkungsgrad beträgt 0,85. Wie groß sind Förderstrom und erforderliche Antriebsleistung?
Gegeben:
V = 16 cm³/U
n = 1450 1/min
delta_p = 180 bar
eta_ges = 0,85
Gesucht: Q in l/min, P in kW
Lösungsweg:
- Schritt 1 — Förderstrom:
Q = V · n / 1000 = 16 · 1450 / 1000 = 23,2 l/min - Schritt 2 — Antriebsleistung:
P = (delta_p · Q) / (600 · eta_ges) = (180 · 23,2) / (600 · 0,85) = 4176 / 510 ≈ 8,19 kW
Ergebnis: Q = 23,2 l/min, P ≈ 8,19 kW
Übungen
Eine Pumpe fördert theoretisch 20 l/min, tatsächlich gemessen werden 18,4 l/min. Wie groß ist der volumetrische Wirkungsgrad?
eta_vol = 18,4 / 20 = 0,92
Eine Pumpe mit 12 cm³/U läuft mit 1450 1/min. Wie groß ist der theoretische Förderstrom in l/min?
Q = 12 · 1450 / 1000 = 17,4 l/min
Eine Pumpe fördert 25 l/min gegen 150 bar, der Gesamtwirkungsgrad ist 0,88. Welche Antriebsleistung ist nötig?
P = (150 · 25) / (600 · 0,88) = 3750 / 528 ≈ 7,10 kW
Dieselbe Anlage wird auf 250 bar hochgefahren, Förderstrom und Wirkungsgrad unverändert (25 l/min, 0,88). Wie ändert sich die Antriebsleistung?
P = (250 · 25) / (600 · 0,88) = 6250 / 528 ≈ 11,84 kW – die Leistung steigt proportional mit dem Druck.
Eine Pumpe mit 18 cm³/U soll bei 1450 1/min gegen 200 bar arbeiten. Der Gesamtwirkungsgrad beträgt 0,82. Berechne Förderstrom und Antriebsleistung.
Q = 18 · 1450 / 1000 = 26,1 l/min; P = (200 · 26,1) / (600 · 0,82) = 5220 / 492 ≈ 10,61 kW
Bei einer Pumpe wird der volumetrische Wirkungsgrad bei steigendem Systemdruck immer schlechter. Was ist die wahrscheinlichste Ursache?
- a) Die Antriebsdrehzahl sinkt mit dem Druck
- b) Die Leckverluste durch die internen Spalte nehmen mit dem Druck zu
- c) Das Verdrängungsvolumen verkleinert sich automatisch
- d) Der Förderstrom wird durch den Druck physikalisch begrenzt
Richtig: b)
Erklärung: Mit steigendem Druck wird mehr Öl durch die unvermeidlichen Spalte von der Druck- zur Saugseite zurückgequetscht. Dadurch sinkt der tatsächlich nutzbare Förderstrom gegenüber dem theoretischen – der volumetrische Wirkungsgrad fällt. Bei einer Konstantpumpe ändert sich das Verdrängungsvolumen nicht (c falsch), und die Drehzahl ist vom Antrieb vorgegeben (a falsch).
Eine Pumpe fördert 30 l/min gegen 200 bar bei einem Gesamtwirkungsgrad von 0,80. Welche Antriebsleistung ist erforderlich?
- a) 7,5 kW
- b) 10,0 kW
- c) 15,0 kW
- d) 12,5 kW
Richtig: d)
Erklärung: P = (delta_p · Q) / (600 · eta_ges) = (200 · 30) / (600 · 0,80) = 6000 / 480 = 12,5 kW. Antwort b vergisst den Wirkungsgrad, die übrigen Werte entstehen aus Rechenfehlern beim Faktor.
Was unterscheidet eine Verstellpumpe grundsätzlich von einer Konstantpumpe?
- a) Die Verstellpumpe kann ihr Verdrängungsvolumen im Betrieb verändern
- b) Die Verstellpumpe kann ihre Drehrichtung ändern
- c) Die Verstellpumpe arbeitet ohne Leckverluste
- d) Die Verstellpumpe benötigt keinen Antriebsmotor
Richtig: a)
Erklärung: Eine Verstellpumpe verändert das pro Umdrehung verdrängte Volumen und passt so den Förderstrom an, ohne die Drehzahl zu ändern. Leckverluste gibt es bei jeder Pumpe (c falsch), einen Antrieb braucht jede Pumpe (d falsch), und die Drehrichtung ist eine andere Eigenschaft (b falsch).
3. Zahnradpumpe
Die Zahnradpumpe ist die am weitesten verbreitete Hydraulikpumpe – einfach, robust und günstig. In der häufigsten Bauform, der Außenzahnradpumpe, kämmen zwei gleich große Zahnräder ineinander. Eines wird angetrieben, das andere läuft mit.
So funktioniert die Förderung: Auf der Saugseite laufen die Zähne auseinander. Dadurch vergrößert sich der Raum zwischen ihnen, es entsteht Unterdruck, und Öl strömt in die Zahnlücken nach. Das Öl wird nun in den Lücken zwischen Zahn und Gehäusewand außen um beide Räder herum zur Druckseite transportiert – nicht durch die Mitte, wo die Zähne kämmen. Auf der Druckseite greifen die Zähne wieder ineinander und schieben das Öl aus den Lücken in die Druckleitung. Die kämmenden Zähne in der Mitte dichten Saug- und Druckseite gegeneinander ab.
Das folgende Schnittbild zeigt das Prinzip:
Daneben gibt es die Innenzahnradpumpe, bei der ein kleineres Zahnrad innen in einem größeren, innenverzahnten Ring läuft. Sie fördert deutlich leiser und gleichmäßiger, ist aber aufwendiger und teurer.
Die Stärken der Zahnradpumpe liegen auf der Hand: Sie ist mechanisch einfach, unempfindlich gegen Verschmutzung, kompakt und preiswert. Ihr Verdrängungsvolumen ist konstruktiv festgelegt – sie ist immer eine Konstantpumpe und lässt sich nicht verstellen.
Die Grenzen: Der erreichbare Druck ist moderat (typisch bis etwa 200 bar, Hochleistungsausführungen darüber). Durch das ständige Ein- und Auskämmen der Zähne entstehen Druckpulsationen, die man als Geräusch hört – Zahnradpumpen sind die lautesten der drei Bauarten.
Auf welchem Weg gelangt das Öl in einer Außenzahnradpumpe von der Saug- zur Druckseite?
- a) Durch die Mitte, wo die beiden Zahnräder ineinandergreifen
- b) In den Zahnlücken außen zwischen Zähnen und Gehäusewand
- c) Durch eine zentrale Bohrung in der Antriebswelle
- d) Über ein Rückschlagventil im Gehäusedeckel
Richtig: b)
Erklärung: Das Öl wird in den Lücken zwischen Zahn und Gehäuse außen um beide Räder herumtransportiert. In der Mitte kämmen die Zähne und dichten dort ab – dort kann kein Öl hindurch. Eine Wellenbohrung oder ein Rückschlagventil gibt es bei diesem Förderprinzip nicht.
Warum gilt die Zahnradpumpe grundsätzlich als Konstantpumpe?
- a) Weil sie nur in eine Richtung drehen darf
- b) Weil ihr Wirkungsgrad über den ganzen Druckbereich konstant bleibt
- c) Weil ihr Verdrängungsvolumen konstruktiv festgelegt und nicht veränderbar ist
- d) Weil sie nur bei konstanter Drehzahl betrieben werden kann
Richtig: c)
Erklärung: Die Geometrie der Zahnräder und des Gehäuses bestimmt das pro Umdrehung verdrängte Volumen. Es gibt kein Stellglied, das dieses Volumen im Betrieb ändern könnte – deshalb fördert sie bei gegebener Drehzahl immer dieselbe Menge. Der Wirkungsgrad ist gerade nicht konstant (b falsch), und Drehrichtung oder Drehzahl ändern an der Konstant-Eigenschaft nichts.
Ein Betrieb sucht eine möglichst günstige, robuste Pumpe für einen Ladekran, die auch bei nicht ganz sauberem Öl zuverlässig läuft. Verstellbarkeit wird nicht gebraucht. Welche Bauart passt?
- a) Axialkolbenpumpe in Schrägscheiben-Bauart
- b) Verstellbare Flügelzellenpumpe
- c) Außenzahnradpumpe
- d) Schrägachsen-Axialkolbenpumpe
Richtig: c)
Erklärung: Die Zahnradpumpe ist günstig, robust und schmutzunempfindlich und damit für diesen Anwendungsfall ideal. Die anderen Bauarten sind teurer, empfindlicher gegen Verschmutzung und bieten Eigenschaften (etwa Verstellbarkeit oder Hochdruck), die hier gar nicht gefordert sind.
4. Flügelzellenpumpe
Die Flügelzellenpumpe läuft deutlich ruhiger als die Zahnradpumpe und ist daher überall dort beliebt, wo Geräusch eine Rolle spielt. Ihr Aufbau ist etwas raffinierter.
Im Inneren dreht sich ein Rotor, in dessen Schlitzen radial bewegliche Flügel sitzen. Der Rotor läuft nicht mittig, sondern exzentrisch in einem ovalen oder runden Hubring. Durch die Fliehkraft und durch Öldruck unter den Flügeln werden diese nach außen gegen den Hubring gedrückt und dichten so einzelne Zellen zwischen Rotor und Hubring ab.
Dreht sich der Rotor, verändern diese Zellen ihr Volumen: Auf der Saugseite werden sie größer, weil sich der Rotor vom Hubring entfernt – Öl strömt nach. Auf der Druckseite werden sie kleiner, weil sich der Rotor dem Hubring nähert – das Öl wird herausgedrückt. Es ist dasselbe Grundprinzip wie bei jeder Verdrängerpumpe, nur dass hier die sich verändernde Zellengröße die Arbeit macht.
Spannend wird die Flügelzellenpumpe durch eine Variante: Verschiebt man den Hubring gegenüber dem Rotor, ändert sich die Exzentrizität – und damit das Verdrängungsvolumen. Eine solche Pumpe lässt sich verstellen. Bei zentrisch stehendem Hubring (keine Exzentrizität) fördert sie gar nichts mehr. Damit ist die Flügelzellenpumpe als Verstellpumpe ausführbar.
Man unterscheidet zwei Bauformen. Bei der einfachhubigen (einhubigen) Pumpe durchläuft jede Zelle pro Umdrehung einmal Saugen und Drücken; der einseitige Druck belastet die Lagerung stark. Bei der doppelhubigen Bauform ist der Hubring oval, jede Zelle saugt und drückt zweimal pro Umdrehung, und die Druckkräfte liegen sich gegenüber – sie heben sich auf und entlasten die Lager. Doppelhubige Pumpen sind allerdings auf ein festes Verdrängungsvolumen festgelegt, nur die einfachhubige Bauart lässt sich verstellen.
Die Flügelzellenpumpe deckt einen mittleren Druckbereich ab und läuft laufruhig und pulsationsarm. Ihre Grenze: Sie reagiert empfindlicher auf Verschmutzung als die Zahnradpumpe, weil die Flügel sauber in ihren Schlitzen gleiten müssen.
Wodurch entsteht in einer Flügelzellenpumpe der Fördereffekt?
- a) Durch das sich ändernde Volumen der Zellen bei exzentrisch laufendem Rotor
- b) Durch das Ineinandergreifen zweier verzahnter Rotoren
- c) Durch hin- und hergehende Kolben in einer Trommel
- d) Durch ein schnell drehendes Laufrad, das das Öl beschleunigt
Richtig: a)
Erklärung: Weil der Rotor exzentrisch im Hubring läuft, vergrößern und verkleinern sich die von den Flügeln abgedichteten Zellen während einer Umdrehung. Genau dieses Volumenwechseln saugt und drückt das Öl. Antwort b beschreibt die Zahnradpumpe, c die Kolbenpumpe, d eine Strömungspumpe.
Wie lässt sich eine einfachhubige Flügelzellenpumpe als Verstellpumpe ausführen?
- a) Durch Verändern der Antriebsdrehzahl
- b) Durch Verschieben des Hubrings und damit Ändern der Exzentrizität
- c) Durch Austausch der Flügel gegen längere
- d) Durch Umkehren der Drehrichtung
Richtig: b)
Erklärung: Verschiebt man den Hubring relativ zum Rotor, ändert sich die Exzentrizität und damit das pro Umdrehung verdrängte Volumen. Bei zentrischer Stellung fördert die Pumpe nichts mehr. Die Drehzahl ist eine externe Größe und keine Verstellung der Pumpe selbst (a), die übrigen Antworten ändern das Verdrängungsvolumen nicht.
Welchen Vorteil bietet die doppelhubige gegenüber der einfachhubigen Bauform?
- a) Sie lässt sich im Verdrängungsvolumen verstellen
- b) Sie ist grundsätzlich schmutzunempfindlicher
- c) Sie kommt ohne Flügel aus
- d) Die gegenüberliegenden Druckkräfte entlasten die Lagerung
Richtig: d)
Erklärung: Beim doppelhubigen ovalen Hubring liegen die beiden Druckbereiche einander gegenüber, ihre radialen Kräfte heben sich auf und entlasten die Lager. Gerade die doppelhubige Bauart ist aber nicht verstellbar (a falsch). Flügel braucht sie weiterhin (c), und an der Schmutzempfindlichkeit ändert die Hubzahl nichts (b).
5. Axialkolbenpumpe
Wenn es um hohe Drücke und hohe Wirkungsgrade geht, führt kaum ein Weg an der Axialkolbenpumpe vorbei. Sie ist die aufwendigste der drei Bauarten, dafür die leistungsfähigste.
Das Kernstück ist eine drehende Zylindertrommel mit mehreren Kolben, die parallel zur Antriebswelle (axial) angeordnet sind – daher der Name. Die Kolbenenden stützen sich über Gleitschuhe auf einer schräg stehenden Scheibe ab, der Schrägscheibe. Dreht sich die Trommel, gleiten die Kolben über die schräge Fläche und werden dadurch zu einer Hubbewegung gezwungen: Auf einer Seite ziehen sie sich heraus und saugen Öl an, auf der gegenüberliegenden Seite werden sie hineingedrückt und fördern das Öl in die Druckleitung. Eine feststehende Steuerscheibe mit zwei nierenförmigen Öffnungen trennt dabei Saug- und Druckseite.
Der eigentliche Clou steckt im Schwenkwinkel der Schrägscheibe. Je steiler die Scheibe steht, desto größer ist der Kolbenhub – und damit das Verdrängungsvolumen. Stellt man die Scheibe senkrecht (Schwenkwinkel null), machen die Kolben keinen Hub mehr und die Pumpe fördert nichts. Über den Schwenkwinkel lässt sich das Verdrängungsvolumen also stufenlos einstellen. Deshalb ist die Axialkolbenpumpe die klassische Verstellpumpe der Hochdruckhydraulik.
Das Verdrängungsvolumen hängt von der Kolbenfläche, dem Hub und der Kolbenzahl ab:
V = A_K · s · z
- V … Verdrängungsvolumen in cm³/U
- A_K … Kolbenfläche in cm²
- s … Kolbenhub in cm
- z … Anzahl der Kolben
Der Hub s wiederum ergibt sich aus dem Teilkreisdurchmesser der Kolben und dem Schwenkwinkel – je größer der Winkel, desto größer der Hub. Für die Praxis genügt: Schwenkwinkel rauf bedeutet Verdrängungsvolumen rauf.
Neben der Schrägscheiben-Bauart gibt es die Schrägachsen-Bauart, bei der die ganze Zylindertrommel gegenüber der Antriebswelle abgewinkelt ist. Sie erreicht oft noch etwas höhere Wirkungsgrade und größere Schwenkwinkel, ist aber baulich aufwendiger.
Die Stärken: sehr hohe Drücke (typisch bis 350 bar und darüber), hohe Wirkungsgrade und eben die stufenlose Verstellbarkeit. Die Grenzen: hoher Preis und deutlich höhere Empfindlichkeit gegen verschmutztes Öl, weil die eng tolerierten Kolben und Steuerflächen Schmutzpartikel nicht verzeihen.
Gelöstes Beispiel
Eine Axialkolbenpumpe hat 7 Kolben mit je 1,5 cm² Kolbenfläche. Bei voll ausgeschwenkter Scheibe beträgt der Kolbenhub 2 cm. Wie groß ist das Verdrängungsvolumen?
Gegeben:
A_K = 1,5 cm²
s = 2 cm
z = 7
Gesucht: V in cm³/U
Lösungsweg:
- Schritt 1 — Volumen eines Kolbens pro Umdrehung:
V_1 = A_K · s = 1,5 cm² · 2 cm = 3 cm³ - Schritt 2 — Gesamtes Verdrängungsvolumen:
V = V_1 · z = 3 cm³ · 7 = 21 cm³/U
Ergebnis: V = 21 cm³/U
Übungen
Eine Axialkolbenpumpe hat 9 Kolben mit je 1,2 cm² Fläche und einen Hub von 1,8 cm. Wie groß ist das Verdrängungsvolumen?
V = 1,2 · 1,8 · 9 = 19,44 cm³/U
Wie ändert sich das Verdrängungsvolumen aus dem gelösten Beispiel (21 cm³/U), wenn der Schwenkwinkel so weit zurückgenommen wird, dass sich der Hub halbiert?
Halber Hub bedeutet halbes Volumen: V = 21 / 2 = 10,5 cm³/U
Eine Pumpe mit 21 cm³/U läuft bei 1450 1/min voll ausgeschwenkt. Welcher Förderstrom ergibt sich?
Q = 21 · 1450 / 1000 = 30,45 l/min
Dieselbe Pumpe (1450 1/min) wird auf halben Schwenkwinkel zurückgestellt, sodass das Verdrängungsvolumen auf 10,5 cm³/U sinkt. Wie groß ist der Förderstrom jetzt?
Q = 10,5 · 1450 / 1000 = 15,23 l/min
Eine Axialkolbenpumpe soll bei 1450 1/min und voll ausgeschwenkter Scheibe 43,5 l/min liefern. Sie hat 7 Kolben mit 1,5 cm² Fläche. Welcher Kolbenhub ist dafür nötig?
Nötiges Verdrängungsvolumen: V = Q / n = 43.500 cm³/min ÷ 1450 1/min = 30 cm³/U. Daraus s = V / (A_K · z) = 30 / (1,5 · 7) = 30 / 10,5 ≈ 2,86 cm
Wodurch wird bei einer Schrägscheiben-Axialkolbenpumpe das Verdrängungsvolumen verstellt?
- a) Durch Verändern des Schwenkwinkels der Schrägscheibe
- b) Durch Verändern der Kolbenzahl im Betrieb
- c) Durch Verschieben eines exzentrischen Hubrings
- d) Durch Tausch der Steuerscheibe
Richtig: a)
Erklärung: Der Schwenkwinkel der Schrägscheibe legt fest, wie weit die Kolben heraus- und hineinfahren, also den Hub – und damit das Verdrängungsvolumen. Die Kolbenzahl ist baulich fest (b), der Hubring gehört zur Flügelzellenpumpe (c), und die Steuerscheibe trennt nur Saug- und Druckseite (d).
Eine Axialkolbenpumpe hat 7 Kolben mit je 2 cm² Fläche und 2 cm Hub. Wie groß ist ihr Verdrängungsvolumen?
- a) 14 cm³/U
- b) 21 cm³/U
- c) 28 cm³/U
- d) 56 cm³/U
Richtig: c)
Erklärung: V = A_K · s · z = 2 · 2 · 7 = 28 cm³/U. Antwort a vergisst die Kolbenzahl-Multiplikation teilweise, die übrigen Werte entstehen aus Rechenfehlern.
Warum sind Axialkolbenpumpen empfindlicher gegen verschmutztes Öl als Zahnradpumpen?
- a) Weil sie mit deutlich niedrigeren Drücken arbeiten
- b) Weil sie kein Verdrängungsvolumen besitzen
- c) Weil ihre eng tolerierten Kolben und Steuerflächen Schmutzpartikel nicht verzeihen
- d) Weil sie keine Saugseite haben
Richtig: c)
Erklärung: Die hohe Leistungsfähigkeit erkauft sich die Axialkolbenpumpe mit sehr engen Toleranzen an Kolben und Steuerscheibe. Schmutzpartikel verschleißen diese Flächen schnell. Zahnradpumpen sind gröber gebaut und stecken mehr Verschmutzung weg. Die übrigen Antworten sind sachlich falsch.
Eine Axialkolben-Verstellpumpe läuft mit konstanter Motordrehzahl, eine Bewegung am Verbraucher ist aber zu langsam. Wo setzt man zur Korrektur sinnvoll an?
- a) An der Antriebsdrehzahl, die erhöht werden muss
- b) Am Schwenkwinkel, der den Förderstrom bestimmt
- c) Am Austausch der Schrägscheibe gegen eine größere
- d) An der Drehrichtung der Pumpe
Richtig: b)
Erklärung: Bei konstanter Drehzahl wird der Förderstrom über den Schwenkwinkel eingestellt. Ein zu kleiner Schwenkwinkel bedeutet zu wenig Förderstrom und damit eine langsame Bewegung. Die Drehzahl ist vom Antrieb vorgegeben (a), und die übrigen Eingriffe sind weder nötig noch zielführend.
6. Auswahl und Praxis: Welche Pumpe wofür
Die drei Bauarten überschneiden sich in ihren Einsatzbereichen, haben aber klare Schwerpunkte. Die folgende Tabelle stellt sie gegenüber:
| Eigenschaft | Zahnradpumpe | Flügelzellenpumpe | Axialkolbenpumpe |
|---|---|---|---|
| Druckbereich | niedrig bis mittel | mittel | hoch |
| Wirkungsgrad | mittel | mittel bis gut | hoch |
| Geräusch | hoch | niedrig | mittel |
| Verstellbar | nein | ja (einfachhubig) | ja (über Schwenkwinkel) |
| Schmutzempfindlichkeit | gering | mittel | hoch |
| Kosten | niedrig | mittel | hoch |
| Typische Anwendung | Hebebühne, Ladekran, Frontlader | Werkzeug- und Spritzgießmaschine | Bagger, Radlader, Hochdruckhydraulik |
Die wichtigste Weichenstellung in der Praxis ist die Frage Konstantpumpe oder Verstellpumpe. Eine Konstantpumpe fördert immer dieselbe Menge; was der Verbraucher nicht braucht, muss über ein Druckbegrenzungsventil abgeführt werden und wird zu Wärme. Eine Verstellpumpe liefert nur so viel Öl, wie gerade gebraucht wird. Bei kleinen, einfachen Anlagen ist die günstige Konstantpumpe sinnvoll; bei großen Anlagen mit wechselndem Bedarf spart die Verstellpumpe Energie und hält das Öl kühler.
Zwei typische Fehlerbilder solltest du kennen. Das erste sind steigende Leckverluste: Lässt mit der Zeit der Förderstrom bei hohem Druck spürbar nach, ist meist Verschleiß die Ursache – die internen Spalte sind größer geworden.
Das zweite, gefährlichere Fehlerbild ist Kavitation. Sie entsteht auf der Saugseite, wenn die Pumpe nicht genug Öl nachbekommt – etwa bei verstopftem Saugfilter, zu langer oder zu enger Saugleitung, zu hoher Viskosität bei kaltem Öl oder zu tiefem Tankölstand. Die Pumpe versucht weiter anzusaugen, der Druck auf der Saugseite fällt unter den Dampfdruck des Öls, und es bilden sich kleine Dampf- und Gasblasen. Auf der Druckseite, wo der Druck schlagartig wieder steigt, fallen diese Blasen in sich zusammen (implodieren). Die dabei entstehenden Druckspitzen schlagen winzige Teilchen aus dem Metall heraus und zerstören die Pumpe von innen – begleitet von einem deutlich hörbaren, harten Rasseln. Wer dieses Geräusch hört, muss die Pumpe abstellen und die Saugseite prüfen, bevor ein Schaden entsteht. Genau deshalb wird die Saugleitung großzügig dimensioniert; die ÖNORM EN ISO 4413 mit den allgemeinen und sicherheitstechnischen Anforderungen an Hydraulikanlagen gibt dafür den Rahmen vor.
Eine Anlage soll möglichst energieeffizient arbeiten und hat stark wechselnden Ölbedarf bei hohem Druck. Welche Lösung passt am besten?
- a) Axialkolben-Verstellpumpe
- b) Konstante Zahnradpumpe mit Druckbegrenzungsventil
- c) Doppelhubige Flügelzellenpumpe mit festem Volumen
- d) Zwei parallel geschaltete Zahnradpumpen
Richtig: a)
Erklärung: Eine Verstellpumpe delivers nur den gerade benötigten Förderstrom; überschüssiges Öl muss nicht über ein Ventil zu Wärme abgebaut werden. Bei hohem Druck und wechselndem Bedarf ist die Axialkolben-Verstellpumpe die energieeffizienteste Wahl. Die Konstantpumpen-Lösungen erzeugen unnötige Verlustwärme.
Eine Pumpe rasselt auffällig hart, und der Förderstrom ist unregelmäßig. Der Saugfilter ist stark verschmutzt. Was passiert hier physikalisch?
- a) Die Leckverluste steigen wegen Verschleiß der Druckseite
- b) Der Wirkungsgrad steigt durch die höhere Strömungsgeschwindigkeit
- c) Die Drehzahl der Pumpe bricht durch den Filter ein
- d) Auf der Saugseite fällt der Druck unter den Dampfdruck, es bilden sich Blasen, die implodieren
Richtig: d)
Erklärung: Der verschmutzte Saugfilter bremst den Ölnachschub. Der Druck auf der Saugseite sinkt unter den Dampfdruck des Öls, Dampfblasen bilden sich und implodieren druckseitig – das ist Kavitation, hörbar als hartes Rasseln. Verschleiß-Leckverluste (a) klingen nicht so und sitzen auf der Druckseite, b und c sind sachlich falsch.
Warum sollte eine Pumpe vor dem ersten Anlauf mit Öl befüllt werden?
- a) Damit sich der Förderstrom genau einstellen lässt
- b) Um Trockenlauf zu vermeiden, der die Pumpe in Sekunden zerstört
- c) Um den Wirkungsgrad dauerhaft zu erhöhen
- d) Weil sonst die Drehrichtung nicht stimmt
Richtig: b)
Erklärung: Ohne Öl laufen die internen Gleitflächen trocken aufeinander, es fehlt der schmierende und kühlende Ölfilm – die Pumpe frisst sofort. Deshalb wird sie vor dem Start befüllt und entlüftet. Die übrigen Antworten haben mit dem Trockenlaufschutz nichts zu tun.
Welche Aussage zur Auswahl zwischen den Bauarten trifft zu?
- a) Die Axialkolbenpumpe ist wegen ihres Wirkungsgrads immer die beste Wahl
- b) Die Flügelzellenpumpe erreicht die höchsten Drücke aller drei Bauarten
- c) Verstellbarkeit ist bei jeder Bauart gleich gut möglich
- d) Bei niedrigem Druck, Schmutzgefahr und engem Budget ist die Zahnradpumpe meist sinnvoll
Richtig: d)
Erklärung: Jede Bauart hat ihren Schwerpunkt. Bei niedrigem Druck, möglicher Verschmutzung und knappem Budget spielt die robuste, günstige Zahnradpumpe ihre Stärken aus. Die Axialkolbenpumpe ist trotz hohem Wirkungsgrad teuer und schmutzempfindlich (a falsch), die höchsten Drücke schafft sie und nicht die Flügelzellenpumpe (b falsch), und verstellbar sind nur Flügelzellen- (einfachhubig) und Axialkolbenpumpe (c falsch).
Abschlusstest
Aufgabe 1: Eine Zahnradpumpe mit 14 cm³/U läuft bei 1450 1/min. Berechne den Förderstrom in l/min.
Gegeben: V = 14 cm³/U; n = 1450 1/min
Gesucht: Q in l/min
Lösungsweg:
- Q = V · n / 1000 = 14 · 1450 / 1000
Ergebnis: Q = 20,3 l/min
Aufgabe 2: Eine Pumpe soll 24 l/min bei 1200 1/min liefern. Welches Verdrängungsvolumen ist nötig?
Gegeben: Q = 24 l/min = 24.000 cm³/min; n = 1200 1/min
Gesucht: V in cm³/U
Lösungsweg:
- V = Q / n = 24.000 / 1200
Ergebnis: V = 20 cm³/U
Aufgabe 3: Eine Pumpe fördert 28 l/min gegen eine Druckdifferenz von 175 bar bei einem Gesamtwirkungsgrad von 0,86. Welche Antriebsleistung ist erforderlich?
Gegeben: Q = 28 l/min; delta_p = 175 bar; eta_ges = 0,86
Gesucht: P in kW
Lösungsweg:
- P = (delta_p · Q) / (600 · eta_ges) = (175 · 28) / (600 · 0,86) = 4900 / 516
Ergebnis: P ≈ 9,50 kW
Aufgabe 4: Dieselbe Pumpe wie in Aufgabe 3 wird auf 280 bar gefahren, Förderstrom und Wirkungsgrad bleiben gleich. Welche Antriebsleistung ist nun nötig, und um welchen Faktor steigt sie?
Gegeben: Q = 28 l/min; delta_p = 280 bar; eta_ges = 0,86
Gesucht: P in kW, Faktor
Lösungsweg:
- P = (280 · 28) / (600 · 0,86) = 7840 / 516 ≈ 15,19 kW
- Faktor = 280 / 175 = 1,6
Ergebnis: P ≈ 15,19 kW; die Leistung steigt um den Faktor 1,6 (proportional zum Druck)
Aufgabe 5: Eine Axialkolbenpumpe hat 9 Kolben mit je 1,4 cm² Fläche und 2 cm Hub bei voller Ausschwenkung. Berechne das Verdrängungsvolumen.
Gegeben: A_K = 1,4 cm²; s = 2 cm; z = 9
Gesucht: V in cm³/U
Lösungsweg:
- V = A_K · s · z = 1,4 · 2 · 9
Ergebnis: V = 25,2 cm³/U
Aufgabe 6: Die Pumpe aus Aufgabe 5 (25,2 cm³/U) läuft bei 1450 1/min. Der Schwenkwinkel wird so weit zurückgenommen, dass der Hub nur noch 1,2 cm beträgt. Berechne das neue Verdrängungsvolumen und den Förderstrom.
Gegeben: A_K = 1,4 cm²; s = 1,2 cm; z = 9; n = 1450 1/min
Gesucht: V in cm³/U, Q in l/min
Lösungsweg:
- V = 1,4 · 1,2 · 9 = 15,12 cm³/U
- Q = 15,12 · 1450 / 1000
Ergebnis: V = 15,12 cm³/U; Q ≈ 21,92 l/min
Welche Aussage über die Druckentstehung in einer Hydraulikanlage ist richtig?
- a) Die Pumpe erzeugt direkt den Systemdruck
- b) Der Druck ist allein durch die Drehzahl der Pumpe festgelegt
- c) Der Druck entsteht durch den Widerstand, den der Volumenstrom im System findet
- d) Der Druck hängt nur vom Verdrängungsvolumen ab
Richtig: c)
Erklärung: Die Pumpe liefert Volumenstrom. Trifft dieser auf einen Widerstand – eine Last am Zylinder, ein gedrosseltes Ventil –, baut sich Druck auf. Ohne Widerstand bleibt der Druck niedrig, unabhängig von Drehzahl oder Verdrängungsvolumen.
Eine Pumpe mit 18 cm³/U läuft mit 1000 1/min. Wie groß ist der Förderstrom?
- a) 1,8 l/min
- b) 18 l/min
- c) 180 l/min
- d) 1800 l/min
Richtig: b)
Erklärung: Q = 18 · 1000 / 1000 = 18 l/min. Die anderen Antworten ergeben sich aus falscher Zehnerpotenz.
Auf welchem Weg fördert die Außenzahnradpumpe das Öl?
- a) Durch hin- und herfahrende Kolben
- b) Durch ein zentrales Laufrad
- c) In den Zahnlücken außen entlang der Gehäusewand
- d) Über einen exzentrischen Hubring
Richtig: c)
Erklärung: Das Öl wird in den Lücken zwischen Zähnen und Gehäuse außen um beide Räder geführt. Kolben gehören zur Axialkolbenpumpe, das Laufrad zur Strömungspumpe, der Hubring zur Flügelzellenpumpe.
Welche der drei Bauarten ist nicht verstellbar?
- a) Die einfachhubige Flügelzellenpumpe
- b) Die Schrägscheiben-Axialkolbenpumpe
- c) Die Schrägachsen-Axialkolbenpumpe
- d) Die Zahnradpumpe
Richtig: d)
Erklärung: Die Zahnradpumpe hat ein konstruktiv festes Verdrängungsvolumen und ist immer eine Konstantpumpe. Die einfachhubige Flügelzellenpumpe lässt sich über den Hubring verstellen, beide Axialkolben-Bauarten über den Schwenkwinkel.
Was bewirkt ein größerer Schwenkwinkel bei einer Axialkolbenpumpe?
- a) Einen größeren Kolbenhub und mehr Verdrängungsvolumen
- b) Einen kleineren Kolbenhub und weniger Förderstrom
- c) Eine höhere Antriebsdrehzahl
- d) Eine geringere Schmutzempfindlichkeit
Richtig: a)
Erklärung: Je steiler die Schrägscheibe, desto weiter fahren die Kolben heraus und hinein – der Hub und damit das Verdrängungsvolumen steigen. Die Drehzahl kommt vom Antrieb (c), die Schmutzempfindlichkeit ändert sich dadurch nicht (d).
Bei einer Pumpe sinkt der gemessene Förderstrom bei hohem Druck zunehmend, bei niedrigem Druck ist er noch fast normal. Worauf deutet das hin?
- a) Auf zunehmenden Verschleiß und größere interne Leckverluste
- b) Auf eine zu hohe Antriebsdrehzahl
- c) Auf einen zu kleinen Tank
- d) Auf eine falsche Drehrichtung
Richtig: a)
Erklärung: Mit steigendem Druck wird mehr Öl durch vergrößerte interne Spalte zurückgequetscht. Dass der Effekt gerade bei hohem Druck auftritt, ist typisch für Verschleiß. Drehrichtung oder Tankgröße verursachen kein druckabhängiges Nachlassen.
Welche Bauart wählst du für eine geräuscharme Werkzeugmaschine mit mittlerem Druck und Wunsch nach anpassbarem Förderstrom?
- a) Außenzahnradpumpe
- b) Verstellbare einfachhubige Flügelzellenpumpe
- c) Konstante Zahnradpumpe mit Bypass
- d) Doppelhubige Flügelzellenpumpe mit festem Volumen
Richtig: b)
Erklärung: Die einfachhubige Flügelzellenpumpe ist laufruhig, deckt den mittleren Druckbereich ab und lässt sich über den Hubring verstellen – passt also auf alle drei Anforderungen. Zahnradpumpen sind laut und nicht verstellbar, die doppelhubige Bauart ist nicht verstellbar.
Eine Axialkolbenpumpe mit 7 Kolben, 1,8 cm² Kolbenfläche und 2,5 cm Hub – wie groß ist das Verdrängungsvolumen?
- a) 12,6 cm³/U
- b) 22,5 cm³/U
- c) 31,5 cm³/U
- d) 45,0 cm³/U
Richtig: c)
Erklärung: V = 1,8 · 2,5 · 7 = 31,5 cm³/U. Die anderen Werte entstehen, wenn ein Faktor vergessen oder falsch multipliziert wird.
Warum darf eine Hydraulikpumpe nicht trocken anlaufen?
- a) Weil sonst der Förderstrom zu hoch wird
- b) Weil die Drehzahl ohne Öl unkontrolliert ansteigt
- c) Weil ohne Öl kein Druck gemessen werden kann
- d) Weil der schmierende und kühlende Ölfilm fehlt und die Gleitflächen sofort fressen
Richtig: d)
Erklärung: Das Öl schmiert und kühlt die eng laufenden internen Flächen. Fehlt es, laufen Metallflächen trocken aufeinander und fressen innerhalb von Sekunden. Deshalb wird die Pumpe vor dem ersten Start befüllt und entlüftet.
Welche physikalische Ursache hat Kavitation in einer Hydraulikpumpe?
- a) Der Druck auf der Saugseite fällt unter den Dampfdruck des Öls, es bilden sich Blasen, die implodieren
- b) Zu hoher Druck auf der Druckseite überlastet die Lager
- c) Das Öl ist zu dünnflüssig und schäumt im Tank
- d) Die Drehzahl ist zu niedrig für den geforderten Förderstrom
Richtig: a)
Erklärung: Bekommt die Pumpe nicht genug Öl nach, sinkt der saugseitige Druck unter den Dampfdruck des Öls. Es bilden sich Dampfblasen, die druckseitig schlagartig implodieren und Material aus den Bauteilen herausschlagen. Die übrigen Antworten beschreiben nicht den Kavitationsmechanismus.
Eine Anlage mit konstanter, kleiner Last und einfachem Aufbau soll möglichst preiswert sein. Welche Pumpenwahl ist sinnvoll?
- a) Axialkolben-Verstellpumpe
- b) Verstellbare Flügelzellenpumpe
- c) Schrägachsen-Axialkolbenpumpe
- d) Konstante Zahnradpumpe
Richtig: d)
Erklärung: Bei konstanter, kleiner Last braucht es weder Hochdruck noch Verstellbarkeit. Die günstige, robuste Zahnradpumpe ist hier die wirtschaftlichste Lösung. Die übrigen Bauarten sind teurer und bieten Eigenschaften, die hier nicht gebraucht werden.
Welcher Zusammenhang zwischen Antriebsleistung und Systemdruck ist richtig, wenn Förderstrom und Wirkungsgrad gleich bleiben?
- a) Die Leistung bleibt unabhängig vom Druck konstant
- b) Die Leistung sinkt mit steigendem Druck
- c) Die Leistung steigt mit dem Quadrat des Drucks
- d) Die Leistung steigt proportional mit dem Druck
Richtig: d)
Erklärung: In P = (delta_p · Q) / (600 · eta_ges) geht der Druck linear ein. Verdoppelt sich der Druck bei gleichem Förderstrom und Wirkungsgrad, verdoppelt sich die erforderliche Antriebsleistung. Ein quadratischer Zusammenhang besteht nicht.
Glossar
- Verdrängerpumpe
- Pumpe, die bei jeder Umdrehung eine feste Ölmenge in einem Hohlraum einschließt und von der Saug- zur Druckseite verschiebt. In der Hydraulik der Standardtyp.
- Verdrängungsvolumen
- Ölmenge, die eine Pumpe pro Umdrehung verdrängt, angegeben in cm³/U. Zentrale Kenngröße jeder Pumpe.
- Förderstrom
- Ölmenge, die eine Pumpe pro Zeiteinheit liefert, meist in l/min. Ergibt sich aus Verdrängungsvolumen mal Drehzahl.
- Volumetrischer Wirkungsgrad
- Verhältnis des tatsächlich geförderten zum theoretisch möglichen Förderstrom. Sinkt mit steigendem Druck und mit Verschleiß.
- Konstantpumpe
- Pumpe mit festem, nicht veränderbarem Verdrängungsvolumen.
- Verstellpumpe
- Pumpe, deren Verdrängungsvolumen im Betrieb verändert werden kann, um den Förderstrom anzupassen.
- Zahnradpumpe
- Verdrängerpumpe, die das Öl in den Zahnlücken zweier kämmender Zahnräder fördert. Robust, günstig, immer Konstantpumpe.
- Hubring
- Ring in der Flügelzellenpumpe, an dem die Flügel entlanggleiten. Seine Lage zum Rotor bestimmt die Exzentrizität und damit das Verdrängungsvolumen.
- Flügelzellenpumpe
- Verdrängerpumpe mit einem exzentrisch laufenden Rotor und radial beweglichen Flügeln, die Zellen mit wechselndem Volumen abdichten.
- Schrägscheibe
- Schräg stehende Scheibe in der Axialkolbenpumpe, an der sich die Kolben abstützen und so zum Hub gezwungen werden.
- Schwenkwinkel
- Neigungswinkel der Schrägscheibe. Bestimmt den Kolbenhub und damit das Verdrängungsvolumen der Axialkolbenpumpe.
- Axialkolbenpumpe
- Verdrängerpumpe mit achsparallel angeordneten Kolben in einer drehenden Zylindertrommel. Hochdruckfähig und über den Schwenkwinkel verstellbar.
- Kavitation
- Bildung und Implosion von Dampfblasen, wenn der Druck auf der Saugseite unter den Dampfdruck des Öls fällt. Zerstört die Pumpe von innen.
