Druckschalter und Drucksensoren
Fast jede Maschine, die mit Luft, Öl oder Wasser arbeitet, muss ihren Druck im Griff haben. Ein Kompressor darf nicht über seinen Maximaldruck hinaus weiterlaufen, eine Hydraulikpresse braucht eine Rückmeldung, ob der Arbeitsdruck erreicht ist, und eine Pumpe soll abschalten, bevor die Leitung trockenläuft. Genau dafür gibt es zwei Bauteilfamilien, die oft verwechselt werden: den Druckschalter und den Drucksensor.
Der Unterschied steckt schon im Namen. Ein Druckschalter schaltet — er gibt ein einfaches Ja/Nein-Signal aus, sobald ein eingestellter Druck erreicht ist. Ein Drucksensor misst — er liefert einen stufenlosen Wert, der den aktuellen Druck jederzeit abbildet. Beide sitzen am selben Ort in der Anlage, lösen aber unterschiedliche Aufgaben. Wer Wirkprinzip, Schaltverhalten und Anschluss versteht, kann das passende Gerät auswählen, richtig einstellen und sauber in eine Steuerung einbinden.
Vorwissen
- Sensoren – Signalarten (binär, analog, digital)
- Elektrischer Strom und Spannung – Grundgrößen
- Grundlagen Druckluft und Pneumatik
Lernziele
Nach diesem Beitrag kannst du:
- Druck als physikalische Größe beschreiben und Absolut-, Relativ- und Differenzdruck unterscheiden
- erklären, wie ein Druckschalter funktioniert und was Schaltpunkt, Rückschaltpunkt und Hysterese bedeuten
- die Schaltdifferenz eines Druckschalters berechnen und als Prozentwert vom Messbereich angeben
- die wichtigsten Wirkprinzipien von Drucksensoren benennen und Schalter von Sensor klar abgrenzen
- ein Druck-Messsignal über die lineare Skalierungsgleichung in ein 4–20-mA- oder 0–10-V-Signal umrechnen und umgekehrt
- die wichtigsten Auswahlkriterien für Druckmessgeräte in der Praxis anwenden
1. Druck als Messgröße — worum geht es?
Bevor man Druck überwacht, lohnt sich ein Blick darauf, was Druck überhaupt ist. Druck ist Kraft pro Fläche: Eine Kraft, die auf eine bestimmte Fläche wirkt, erzeugt einen umso höheren Druck, je kleiner die Fläche ist. Das kennt jeder vom Reißnagel — die gleiche Fingerkraft auf eine winzige Spitze ergibt einen enormen Druck.
p = F / A
- p … Druck in bar oder Pascal (Pa)
- F … Kraft in Newton (N)
- A … Fläche in m² oder cm²
Die gesetzliche Einheit ist das Pascal (Pa), also ein Newton pro Quadratmeter. Pascal ist allerdings eine sehr kleine Einheit, deshalb arbeitet man in der Praxis fast immer mit bar. Der Zusammenhang ist einfach:
1 bar = 100 000 Pa = 100 kPa
1 bar entspricht etwa dem normalen Luftdruck auf Meereshöhe
Wichtig ist, gegen welchen Bezugspunkt man misst. Hier gibt es drei Varianten:
| Druckart | Bezugspunkt | Typische Anwendung |
|---|---|---|
| Absolutdruck | absolutes Vakuum (0 bar) | Vakuumtechnik, Wetter, Prozessanlagen |
| Relativdruck (Überdruck) | aktueller Umgebungsluftdruck | Pneumatik, Hydraulik, die meisten Anlagen |
| Differenzdruck | zwei beliebige Messstellen | Filterüberwachung, Durchflussmessung |
In der Mechatronik begegnet einem am häufigsten der Relativdruck, oft auch Überdruck genannt und mit „g“ für gauge gekennzeichnet (z. B. „6 barg“). Ein Manometer an einer Druckluftleitung zeigt ebenfalls Relativdruck — bei abgeschalteter Anlage steht es auf null, obwohl der Atmenschmosphärendruck nach wie vor wirkt.
Der Absolutdruck dagegen bezieht sich auf das absolute Vakuum als Nullpunkt. Der Differenzdruck misst die Differenz zwischen zwei Stellen. Klassisch ist die Filterüberwachung: Steigt der Druckunterschied vor und hinter einem Filter zu stark an, ist er verschmutzt.
Gelöstes Beispiel
Ein Hydraulikzylinder hat einen Kolben mit einer Fläche von 12 cm². Auf den Kolben soll eine Kraft von 9000 N wirken. Welcher Druck ist dafür nötig?
Gegeben: F = 9000 N; A = 12 cm² = 0,0012 m²
Gesucht: p in bar
Lösungweg:
- Schritt 1 — Druck in Pascal berechnen: p = F / A = 9000 N / 0,0012 m² = 7 500 000 Pa
- Schritt 2 — in bar umrechnen: p = 7 500 000 Pa / 100 000 = 75 bar
Ergebnis: Es sind 75 bar erforderlich.
Übungen
Eine Kraft von 500 N wirkt auf eine Fläche von 5 cm². Wie groß ist der Druck in bar?
p = 500 N / 0,0005 m² = 1 000 000 Pa = 10 bar
In einer Druckluftleitung herrschen 6 bar. Welche Kraft drückt auf eine Verschlussplatte mit 20 cm² Fläche?
F = p · A = 600 000 Pa · 0,002 m² = 1200 N
Ein Manometer zeigt 4 bar Relativdruck. Wie hoch ist der Absolutdruck bei einem Umgebungsluftdruck von 1 bar?
p_abs = 4 bar + 1 bar = 5 bar absolut
Vor einem Filter werden 6,2 bar gemessen, dahinter 5,5 bar. Wie groß ist der Differenzdruck?
Δp = 6,2 bar − 5,5 bar = 0,7 bar
Ein Pressenzylinder soll 16 000 N aufbringen, der verfügbare Druck beträgt 100 bar. Welche Kolbenfläche ist mindestens nötig?
A = F / p = 16 000 N / 10 000 000 Pa = 0,0016 m² = 16 cm²
Ein Manometer an einer abgeschalteten Druckluftleitung zeigt 0 bar. Welche Aussage ist korrekt?
- a) Das Manometer misst Relativdruck, der Innendruck entspricht dem Umgebungsluftdruck
- b) Im Inneren der Leitung herrscht ein absolutes Vakuum
- c) Das Manometer ist defekt, da immer Atmosphärendruck angezeigt werden müsste
- d) Die Leitung steht unter Unterdruck
Richtig: a)
Ein gewöhnliches Manometer misst Relativdruck, also den Druck über dem Umgebungsdruck. Bei abgeschalteter Anlage gleicht sich der Innendruck dem Atmosphärendruck an, die Differenz ist null. Ein Vakuum (b) läge nur bei aktivem Absaugen vor, defekt (c) ist es nicht, Unterdruck (d) würde negativ angezeigt.
Auf zwei Flächen wirkt dieselbe Kraft. Fläche A ist halb so groß wie Fläche B. Wie verhalten sich die Drücke?
- a) Auf A herrscht der halbe Druck wie auf B
- b) Die Drücke sind gleich, weil die Kraft gleich ist
- c) Auf A herrscht der doppelte Druck wie auf B
- d) Der Druck hängt nur von der Kraft ab, nicht von der Fläche
Richtig: c)
Aus p = F / A folgt: Bei gleicher Kraft und halber Fläche verdoppelt sich der Druck. Antwort a und d ignorieren die Fläche, b kehrt den Zusammenhang um.
Wofür wird typischerweise eine Differenzdruckmessung eingesetzt?
- a) Zur Messung des absoluten Vakuums in einer Kammer
- b) Zur Überwachung des Verschmutzungsgrads eines Filters
- c) Zur Messung der Umgebungstemperatur
- d) Zur Bestimmung der Kolbenkraft eines Zylinders
Richtig: b)
Der Differenzdruck vergleicht zwei Messstellen. Steigt die Differenz vor und hinter einem Filter, ist dieser verschmutzt. Vakuum (a) ist eine Absolutdruckmessung, Temperatur (c) hat nichts mit Druck zu tun, die Kolbenkraft (d) folgt aus einem einzelnen Druck.
2. Der Druckschalter — das Schwellwert-Signal
Ein Druckschalter macht genau eine Sache: Er gibt ein elektrisches Signal aus, sobald ein eingestellter Druck erreicht wird. Es gibt nur zwei Zustände — geschaltet oder nicht geschaltet. Damit ist der Druckschalter ein binäres Bauteil, vergleichbar mit einem Endschalter, nur dass die Auslösung nicht durch Berührung, sondern durch Druck erfolgt.
Das Grundprinzip ist mechanisch und erstaunlich einfach. Der Druck wirkt auf eine Membran oder einen Kolben. Auf der Gegenseite drückt eine Feder dagegen. Solange der Druck zu klein ist, hält die Feder die Mechanik in Ruhelage. Übersteigt der Druck die Federkraft, bewegt sich die Membran und betätigt einen elektrischen Kontakt. Über die Vorspannung der Feder lässt sich einstellen, bei welchem Druck das passiert — das ist der Schaltpunkt.
Beim Schalten der Kontakte gibt es drei Bauarten, die man von einfachen Schaltern kennt:
- Schließer (NO, normally open): Kontakt offen in Ruhe, schließt beim Erreichen des Schaltpunkts.
- Öffner (NC, normally closed): Kontakt geschlossen in Ruhe, öffnet beim Schaltpunkt.
- Wechsler (CO, change over): Ein gemeinsamer Anschluss schaltet zwischen Schließer- und Öffnerkontakt um.
Man unterscheidet außerdem mechanische und elektronische Druckschalter. Der mechanische Druckschalter schaltet rein über die beschriebene Membran-Feder-Mechanik und hat oft eine Einstellschraube. Der elektronische Druckschalter misst den Druck intern mit einem Sensor und vergleicht ihn mit einem digital eingestellten Schwellwert. Er bietet ein Display, frei programmierbare Schaltpunkte und meist zusätzlich ein analoges Ausgangssignal — er ist damit eine Mischung aus Schalter und Sensor.
Wodurch wird beim mechanischen Druckschalter der Schaltpunkt festgelegt?
- a) Durch die Größe der Membranfläche allein
- b) Durch die Vorspannung der Gegenfeder
- c) Durch die Versorgungsspannung des Kontakts
- d) Durch die Länge der angeschlossenen Druckleitung
Richtig: b)
Der Schaltpunkt ist erreicht, wenn die Druckkraft die Federkraft übersteigt. Über die Vorspannung der Feder (meist per Einstellschraube) wird genau dieser Wert festgelegt. Die Membranfläche (a) geht zwar in die Kraft ein, ist aber baulich fix; Spannung (c) und Leitungslänge (d) haben keinen Einfluss auf den Schaltpunkt.
Ein Druckschalter soll einen Stromkreis schließen, sobald der Solldruck erreicht ist, und in Ruhe offen sein. Welche Kontaktart wird benötigt?
- a) Öffner (NC)
- b) Wechsler im Öffnerzweig
- c) Schließer (NO)
- d) Differenzdruckkontakt
Richtig: c)
Ein Schließer ist in Ruhe offen und schließt bei Auslösung — genau das geforderte Verhalten. Ein Öffner (a) wäre in Ruhe geschlossen, der Wechsler-Öffnerzweig (b) ebenfalls. Ein Differenzdruckkontakt (d) ist keine Kontaktart, sondern eine Messmethode.
Worin liegt der wesentliche Unterschied zwischen einem mechanischen und einem elektronischen Druckschalter?
- a) Der mechanische schaltet schneller als jeder elektronische
- b) Der mechanische benötigt zwingend eine SPS
- c) Der elektronische kann ausschließlich Öffnerfunktion
- d) Der elektronische misst intern den Druck und vergleicht ihn mit einem digitalen Schwellwert
Richtig: d)
Der elektronische Druckschalter erfasst den Druck mit einem internen Sensor und vergleicht ihn digital — daraus ergeben sich Display und programmierbare Schaltpunkte. Schaltgeschwindigkeit (a) ist kein generelles Unterscheidungsmerkmal, der mechanische Schalter (b) arbeitet gerade ohne SPS, und die Kontaktfunktion (c) ist frei wählbar.
3. Hysterese und Schaltdifferenz richtig verstehen
Ein Druckschalter, der bei exakt einem einzigen Druckwert schaltet, wäre in der Praxis unbrauchbar. Stell dir den Kompressor vor, der bei genau 8,00 bar abschaltet. Sobald er aus ist, sinkt der Druck minimal — und der Schalter würde sofort wieder einschalten. Bei jeder kleinen Druckschwankung um die 8,00 bar käme es zu schnellem Ein- und Ausschalten, dem sogenannten Schaltflattern. Das zerstört Schütze und Motoren in kurzer Zeit.
Die Lösung ist eine bewusste Lücke zwischen Einschalt- und Ausschaltpunkt. Diese Lücke heißt Schaltdifferenz oder Hysterese. Der Schalter schaltet bei einem oberen Druck ab und erst bei einem deutlich tieferen Druck wieder ein. Der Druckwert, bei dem er zurückschaltet, heißt Rückschaltpunkt.
Δp = p_ein − p_aus
- Δp … Schaltdifferenz (Hysterese) in bar
- p_ein … oberer Schaltpunkt in bar
- p_aus … unterer Rückschaltpunkt in bar
Beim Druckschalter eines Kompressors heißt das zum Beispiel: abschalten bei 8 bar, wieder einschalten bei 6 bar. Die Schaltdifferenz beträgt dann 2 bar. Innerhalb dieser 2 bar passiert nichts — der Druck darf frei schwanken, ohne dass der Schalter reagiert. Erst beim Unterschreiten von 6 bar läuft der Kompressor wieder an.
Bei vielen mechanischen Druckschaltern ist der Schaltpunkt einstellbar, die Schaltdifferenz aber baulich fest. Hochwertigere und elektronische Geräte erlauben, beide Werte getrennt einzustellen — den oberen Schaltpunkt und den Rückschaltpunkt unabhängig voneinander.
In Datenblättern wird die Hysterese häufig nicht als absoluter Wert in bar angegeben, sondern als Prozentwert bezogen auf den Messbereichsendwert (FS, Full Scale). Ein Schalter mit 10 bar Messbereichsendwert und 2 bar Schaltdifferenz hat also eine Hysterese von 20 % FS. So lassen sich Geräte unterschiedlicher Messbereiche direkt vergleichen.
H = (Δp / p_FS) · 100
- H … Hysterese in Prozent vom Endwert (% FS)
- Δp … Schaltdifferenz in bar
- p_FS … Messbereichsendwert (Full Scale) in bar
Gelöstes Beispiel
Ein Druckschalter an einer Pumpe schaltet bei 5,5 bar ein und bei 7,5 bar ab. Der Messbereichsendwert des Geräts liegt bei 16 bar. Wie groß sind Schaltdifferenz und Hysterese in % FS?
Gegeben: p_ein = 7,5 bar (oberer Schaltpunkt, hier Abschaltung); p_aus = 5,5 bar (Rückschaltpunkt); p_FS = 16 bar
Gesucht: Δp in bar und H in % FS
Lösungweg:
- Schritt 1 — Schaltdifferenz: Δp = 7,5 bar − 5,5 bar = 2,0 bar
- Schritt 2 — Hysterese in % FS: H = (2,0 bar / 16 bar) · 100 = 12,5 % FS
Ergebnis: Die Schaltdifferenz beträgt 2,0 bar, die Hysterese 12,5 % vom Endwert.
Übungen
Ein Kompressorschalter schaltet bei 6 bar ein und bei 9 bar ab. Wie groß ist die Schaltdifferenz?
Δp = 9 bar − 6 bar = 3 bar
Ein Druckschalter hat eine Schaltdifferenz von 0,5 bar bei einem Endwert von 10 bar. Wie hoch ist die Hysterese in % FS?
H = (0,5 / 10) · 100 = 5 % FS
Der obere Schaltpunkt liegt bei 4 bar, die Hysterese soll 25 % FS betragen, der Endwert ist 4 bar. Bei welchem Druck schaltet das Gerät wieder ein?
Δp = 0,25 · 4 bar = 1 bar; p_aus = 4 bar − 1 bar = 3 bar
Eine Anlage zeigt Schaltflattern: Ein bei 5,9 bar, Aus bei 6,0 bar. Wie groß ist die Schaltdifferenz, und warum ist das problematisch?
Δp = 0,1 bar. Die Differenz ist kleiner als die üblichen Druckschwankungen, daher taktet die Anlage ständig.
Ein Druckschalter mit 25 bar Endwert soll bei 20 bar abschalten und eine Hysterese von 16 % FS haben. Bei welchem Druck schaltet er wieder ein?
Δp = 0,16 · 25 bar = 4 bar; p_aus = 20 bar − 4 bar = 16 bar
Warum braucht ein Druckschalter eine Schaltdifferenz?
- a) Damit er einen höheren Maximaldruck zulässt
- b) Um die Genauigkeit der Druckmessung zu erhöhen
- c) Um den Stromverbrauch des Kontakts zu senken
- d) Um schnelles Ein- und Ausschalten bei kleinen Druckschwankungen zu verhindern
Richtig: d)
Ohne Schaltdifferenz würde der Schalter um den Schaltpunkt herum ständig takten (Schaltflattern). Die Hysterese schafft eine Lücke, in der nichts passiert. Mit Maximaldruck (a), Messgenauigkeit (b) oder Stromverbrauch (c) hat das nichts zu tun.
Ein Schalter hat einen Endwert von 20 bar und eine Schaltdifferenz von 3 bar. Wie groß ist die Hysterese in % FS?
- a) 6,7 % FS
- b) 3 % FS
- c) 15 % FS
- d) 60 % FS
Richtig: c)
H = (3 / 20) · 100 = 15 % FS. Antwort a verwechselt Zähler und Nenner, b nimmt den Absolutwert als Prozent, d multipliziert falsch.
Eine Pumpensteuerung taktet im Sekundentakt ein und aus. Welche Einstellung behebt das Problem am ehesten?
- a) Die Schaltdifferenz vergrößern
- b) Den oberen Schaltpunkt deutlich erhöhen
- c) Den Messbereichsendwert verkleinern
- d) Schließer gegen Öffner tauschen
Richtig: a)
Schaltflattern entsteht durch eine zu kleine Schaltdifferenz. Vergrößert man Δp (Ein- und Ausschaltpunkt weiter auseinander), beruhigt sich das Schalten. Ein höherer Schaltpunkt allein (b) ändert die Differenz nicht, der Endwert (c) ist eine Geräteeigenschaft, und die Kontaktart (d) hat keinen Einfluss auf das Takten.
4. Der Drucksensor — der stufenlose Messwert
Wo der Druckschalter nur ein Ja/Nein liefert, gibt der Drucksensor den tatsächlichen Druckwert über den gesamten Messbereich aus — stufenlos und fortlaufend. Statt „Schwelle erreicht“ sagt er „aktuell 4,7 bar“. Damit kann eine SPS den Druck überwachen, regeln, anzeigen und protokollieren.
Im Inneren steckt fast immer eine Messmembran, die sich unter Druck verformt. Diese winzige Verformung wird in ein elektrisches Signal umgewandelt. Dafür haben sich mehrere Wirkprinzipien etabliert:
| Wirkprinzip | Funktionsweise | Eigenschaften |
|---|---|---|
| Piezoresistiv / DMS | Dehnungsmessstreifen auf der Membran ändern ihren Widerstand bei Verformung | robust, genau, weit verbreitet |
| Kapazitiv | Membran ändert den Abstand zweier Kondensatorplatten, die Kapazität ändert sich | sehr empfindlich, gut für kleine Drücke |
| Piezoelektrisch | Kristall erzeugt bei Druckänderung eine Ladung | nur für dynamische, schnell wechselnde Drücke |
Am häufigsten begegnet einem das piezoresistive Prinzip mit Dehnungsmessstreifen — robust, genau und für die meisten industriellen Drücke geeignet. Das piezoelektrische Prinzip ist ein Sonderfall: Es liefert nur bei Druckänderungen ein Signal und eignet sich deshalb für dynamische Vorgänge wie Druckstöße, nicht für die Messung eines konstanten Drucks.
Drei Begriffe beschreiben die Qualität eines Drucksensors. Der Messbereich gibt an, von welchem bis zu welchem Druck das Gerät arbeitet — etwa 0 bis 10 bar. Die Kennlinie ist der Zusammenhang zwischen Druck und Ausgangssignal; im Idealfall verläuft sie schnurgerade. Wie gut die reale Kennlinie dieser idealen Geraden folgt, beschreibt die Linearität. Die Messabweichung (oft als Genauigkeit angegeben, ebenfalls in % FS) sagt, wie weit der angezeigte Wert vom wahren Wert abweichen darf.
Der entscheidende Unterschied zum Schalter bleibt: Ein Drucksensor liefert einen Messwert über den gesamten Bereich, ein Druckschalter nur ein Signal an einer Schwelle. Wer den genauen Druck wissen oder regeln will, braucht einen Sensor. Wer nur eine Grenze überwachen muss, kommt mit einem Schalter aus — günstiger und ohne nachgeschaltete Auswertung.
Welches Sensorprinzip eignet sich NICHT zur Messung eines konstant gehaltenen Drucks?
- a) Piezoelektrisch
- b) Piezoresistiv
- c) Kapazitiv
- d) Dehnungsmessstreifen
Richtig: a)
Der piezoelektrische Sensor erzeugt nur bei Druckänderungen eine Ladung; ein konstanter Druck liefert kein dauerhaftes Signal. Piezoresistive (b), kapazitive (c) und DMS-Sensoren (d) messen auch statische Drücke.
Eine Regelung soll den Druck einer Anlage auf 4,5 bar konstant halten und bei Abweichung nachregeln. Was wird benötigt?
- a) Ein Druckschalter mit passender Schaltdifferenz
- b) Ein Drucksensor mit stufenlosem Messsignal
- c) Ein mechanischer Wechslerkontakt
- d) Ein Differenzdruckschalter
Richtig: b)
Regeln setzt voraus, dass der aktuelle Istwert stufenlos bekannt ist — das leistet nur ein Sensor. Ein Schalter (a, c, d) liefert lediglich ein binäres Signal und kann den genauen Istwert nicht abbilden.
Was beschreibt die Linearität eines Drucksensors?
- a) Wie gut die reale Kennlinie der idealen Geraden folgt
- b) Den maximal zulässigen Überlastdruck
- c) Die Zeit bis zum Erreichen des Endwerts
- d) Die Höhe des Ausgangsstroms bei 0 bar
Richtig: a)
Die Linearität gibt an, wie stark die tatsächliche Kennlinie von der idealen Geraden abweicht. Überlast (b), Ansprechzeit (c) und Anfangssignal (d) sind andere Kenngrößen.
5. Signal und Anschluss in der Praxis
Ein Drucksensor muss seinen Messwert an die Steuerung übergeben. Dafür haben sich zwei analoge Einheitssignale durchgesetzt: das Stromsignal 4–20 mA und das Spannungssignal 0–10 V. Über den gesamten Messbereich ändert sich das Ausgangssignal proportional zum Druck — bei 0 bar fließen 4 mA, beim Messbereichsendwert 20 mA.
Warum beginnt das Stromsignal bei 4 mA und nicht bei 0? Das hat einen praktischen Grund: Drahtbrucherkennung. Ein gesundes Gerät liefert auch bei null Druck noch 4 mA. Misst die SPS 0 mA, ist die Leitung unterbrochen oder das Gerät defekt — ein echter Messwert von null und ein Fehler lassen sich so unterscheiden. Diesen Anfangswert von 4 mA nennt man den lebenden Nullpunkt. Beim 0–10-V-Signal geht das nicht, hier ist 0 V ein gültiger Messwert. Außerdem ist das Stromsignal unempfindlicher gegen Leitungswiderstände und Störungen über längere Strecken. Deshalb wird in der industriellen Praxis 4–20 mA bevorzugt.
Hinter der Umrechnung von Druck in ein Signal steckt nichts weiter als eine Geradengleichung. Jede lineare Kennlinie lässt sich schreiben als:
y = k · x + d
- y … Ausgangssignal (z. B. Strom in mA)
- x … Eingangsgröße (Druck in bar)
- k … Steigung (Signaländerung pro bar)
- d … Achsenabschnitt (Signal bei 0 bar, der Nullpunkt-Offset)
Für ein 4–20-mA-Signal über einen Messbereich von 0 bis p_FS is d = 4 mA (das Signal bei null Druck) und die Steigung k = (20 − 4) / p_FS. Daraus ergibt sich die fertige Skalierungsformel:
I = 4 + (16 / p_FS) · p
- I … Ausgangsstrom in mA
- p … aktueller Druck in bar
- p_FS … Messbereichsendwert in bar
- 16 … Signalspanne (20 mA − 4 mA)
Genauso oft steht ein Techniker vor der umgekehrten Aufgabe: Er misst mit dem Multimeter einen Stromwert und will wissen, welcher Druck dahintersteckt. Dann stellt man die Gleichung um:
p = (I − 4) · p_FS / 16
- p … gesuchter Druck in bar
- I … gemessener Strom in mA
- p_FS … Messbereichsendwert in bar
Für das 0–10-V-Signal gilt dieselbe Geradengleichung, nur ohne Offset. Das Signal startet bei null Volt, also ist d = 0 V und die Steigung k = 10 / p_FS:
U = (10 / p_FS) · p
- U … Ausgangsspannung in V
- p … aktueller Druck in bar
- p_FS … Messbereichsendwert in bar
- 10 … Signalspanne (10 V − 0 V)
Umgestellt nach dem Druck ergibt sich für das Spannungssignal:
p = U · p_FS / 10
- p … gesuchter Druck in bar
- U … gemessene Spannung in V
- p_FS … Messbereichsendwert in bar
Wenn der Drucksensor zusätzlich digital eingebunden werden soll, kommt IO-Link ins Spiel — eine Punkt-zu-Punkt-Schnittstelle, die Messwert, Parameter und Diagnose digital über dieselbe Leitung überträgt. Sie ersetzt zunehmend das reine Analogsignal, vor allem bei elektronischen Druckschaltern mit Sensorfunktion.
Elektronische Druckschalter haben neben dem Analogsignal oft noch einen schaltenden Ausgang in PNP- oder NPN-Technik. Welche Variante wann passt, hängt von der Eingangsbeschaltung der Steuerung ab — das ist ein eigenes Thema für sich und wird hier nicht vertieft.
Gelöstes Beispiel
Ein Drucksensor hat einen Messbereich von 0 bis 16 bar und ein 4–20-mA-Ausgangssignal. Welcher Strom fließt bei einem Druck von 10 bar?
Gegeben: p = 10 bar; p_FS = 16 bar; Signal 4–20 mA
Gesucht: I in mA
Lösungweg:
- Schritt 1 — Steigung bestimmen: k = (20 mA − 4 mA) / 16 bar = 1,0 mA/bar
- Schritt 2 — Strom berechnen: I = 4 mA + 1,0 mA/bar · 10 bar = 14 mA
Ergebnis: Bei 10 bar fließen 14 mA.
Übungen
Ein Sensor mit 0–10 bar und 4–20 mA liefert bei einem bestimmten Druck genau 12 mA. Welcher Druck liegt an?
p = (12 − 4) · 10 / 16 = 5 bar
Sensor mit Messbereich 0–25 bar, 4–20 mA. Welcher Strom fließt bei 20 bar?
I = 4 + (16/25) · 20 = 4 + 12,8 = 16,8 mA
Ein Sensor mit 0–10 bar nutzt ein 0–10-V-Signal. Welche Spannung liegt bei 6 bar an?
U = (10/10) · 6 = 6 V
Das Multimeter misst 8 mA an einem Sensor mit 0–40 bar und 4–20 mA. Welcher Druck herrscht?
p = (8 − 4) · 40 / 16 = 10 bar
Ein Sensor 0–6 bar mit 4–20 mA zeigt am Multimeter 3 mA. Was bedeutet dieser Wert?
3 mA liegt unterhalb von 4 mA, also außerhalb des gültigen Bereichs — Hinweis auf Drahtbruch oder Gerätefehler, kein gültiger Druckwert.
Warum beginnt das Stromsignal eines Drucksensors bei 4 mA statt bei 0 mA?
- a) Weil 0 mA technisch nicht erzeugbar ist
- b) Damit ein Leitungsbruch (0 mA) von einem echten Nulldruck (4 mA) unterscheidbar ist
- c) Weil die SPS erst ab 4 mA Eingänge auswerten kann
- d) Um den Sensor mit Strom zu versorgen
Richtig: b)
Der lebende Nullpunkt bei 4 mA erlaubt die Unterscheidung zwischen echtem Nulldruck (4 mA) und Fehler (0 mA, Drahtbruch). 0 mA ist erzeugbar (a), SPS-Eingänge werten auch darunter aus (c), und die Versorgung (d) läuft getrennt.
Ein Sensor mit 0–20 bar und 4–20-mA-Signal delivers 12 mA. Welcher Druck liegt an?
- a) 6 bar
- b) 8 bar
- c) 10 bar
- d) 12 bar
Richtig: c)
p = (12 − 4) · 20 / 16 = 8 · 20 / 16 = 10 bar. 12 mA liegt genau in der Mitte zwischen 4 und 20 mA, also bei der Hälfte des Messbereichs. Antwort a halbiert falsch, b ignoriert den Endwert, d verwechselt mA mit bar.
Welche Aussage zur Skalierung über y = k · x + d ist korrekt?
- a) Beim 0–10-V-Signal ist der Achsenabschnitt d gleich null
- b) Der Achsenabschnitt d ist bei 4–20 mA gleich null
- c) Die Steigung k ist bei allen Sensoren gleich
- d) Die Gleichung gilt nur für Spannungssignale
Richtig: a)
Beim 0–10-V-Signal startet das Signal bei 0 V, also ist d = 0. Beim 4–20-mA-Signal ist d = 4 mA, nicht null (b). Die Steigung k hängt vom Messbereichhab (c), und die Geradengleichung gilt für jede lineare Kennlinie (d).
6. Auswahl und Einbau
Das passende Druckmessgerät zu finden, ist weniger eine Frage des Preises als der Anwendung. Einige Kriterien entscheiden, ob ein Gerät zuverlässig arbeitet oder schnell ausfällt.
Der Messbereich sollte zum erwarteten Druck passen und Reserve nach oben haben. Wichtig ist die Überlastfestigkeit: kurzzeitige Druckspitzen dürfen den Sensor nicht zerstören. Faustregel ist, den normalen Betriebsdruck etwa im mittleren Drittel des Messbereichs zu halten.
Das Medium bestimmt den Werkstoff. Hydrauliköl, Druckluft, Wasser, aggressive Chemikalien oder Lebensmittel stellen ganz unterschiedliche Anforderungen an Membran und Dichtung. Ein Sensor mit einer Membran aus normalem Stahl hat in einer aggressiven Flüssigkeit nichts verloren.
Weitere Punkte sind die geforderte Genauigkeit (in % FS), das passende Ausgangssignal (4–20 mA, 0–10 V oder IO-Link), der Prozessanschluss mit dem richtigen Gewinde sowie die Schutzart (IP) gegen Staub und Feuchtigkeit. In nassen oder schmutzigen Umgebungen braucht es eine hohe IP-Schutzart, sonst dringt Feuchtigkeit ein.
Beim Einbau zählt die richtige Einbaulage und der Schutz vor Druckspitzen. Pulsierende Drücke, etwa hinter einer Kolbenpumpe, belasten den Sensor stark — hier hilft eine Drossel oder ein Dämpfungselement, das die Spitzen glättet. Auch die Temperatur am Einbauort spielt eine Rolle: Zu heißes Medium kann die Elektronik schädigen, deshalb werden Sensoren manchmal über ein Kühlstück abgesetzt montiert.
In welchem Bereich des Messbereichs sollte der normale Betriebsdruck idealerweise liegen?
- a) Knapp unter dem Messbereichsendwert
- b) Direkt am unteren Anfang bei 0 bar
- c) Etwa im mittleren Drittel des Messbereichs
- d) Exakt am Endwert für höchste Genauigkeit
Richtig: c)
Im mittleren Drittel bleibt Reserve nach oben für Druckspitzen, und das Gerät arbeitet im genauen Bereich. Nahe am Endwert (a, d) fehlt die Überlastreserve, am unteren Anfang (b) ist die relative Genauigkeit schlecht.
Ein Drucksensor sitzt direkt an einer schnell laufenden Kolbenpumpe und fällt nach kurzer Zeit aus. Was ist die wahrscheinlichste Maßnahme?
- a) Den Messbereich verkleinern
- b) Eine Drossel oder Dämpfung gegen die Druckspitzen einbauen
- c) Das Ausgangssignal von mA auf V umstellen
- d) Eine niedrigere IP-Schutzart wählen
Richtig: b)
Pulsierende Drücke ermüden die Membran. Eine Drossel glättet die Spitzen und schützt das Gerät. Ein kleinerer Messbereich (a) verschärft die Überlast, das Signal (c) ändert nichts an der mechanischen Belastung, und eine niedrigere Schutzart (d) verschlechtert den Schutz.
Warum ist der Werkstoff der Messmembran bei der Sensorauswahl entscheidend?
- a) Er bestimmt die Höhe des Ausgangssignals
- b) Er legt den Schaltpunkt fest
- c) Er beeinflusst die Versorgungsspannung
- d) Er muss gegen das gemessene Medium chemisch beständig sein
Richtig: d)
Die Membran steht in direktem Kontakt mit dem Medium. Ein unverträglicher Werkstoff korrodiert oder wird angegriffen und fällt aus. Das Ausgangssignal (a) und die Versorgung (c) sind elektrische Eigenschaften, einen Schaltpunkt (b) hat ein Sensor gar nicht.
Abschlusstest
Aufgabe 1: Auf einen Hydraulikkolben mit 8 cm² Fläche soll eine Kraft von 6400 N wirken.
Gegeben: F = 6400 N; A = 8 cm² = 0,0008 m²
Gesucht: p in bar
Lösungweg:
- p = F / A = 6400 / 0,0008 = 8 000 000 Pa = 80 bar
Ergebnis: 80 bar
Aufgabe 2: Eine Verschlussplatte mit 15 cm² Fläche ist einem Druck von 8 bar ausgesetzt.
Gegeben: p = 8 bar = 800 000 Pa; A = 0,0015 m²
Gesucht: F in N
Lösungweg:
- F = p · A = 800 000 · 0,0015 = 1200 N
Ergebnis: 1200 N
Aufgabe 3: Ein Druckschalter schaltet bei 9 bar ab und bei 6,5 bar wieder ein.
Gegeben: p_ein = 9 bar; p_aus = 6,5 bar
Gesucht: Schaltdifferenz Δp
Lösungweg:
- Δp = 9 − 6,5 = 2,5 bar
Ergebnis: 2,5 bar
Aufgabe 4: Ein Druckschalter mit 16 bar Endwert hat eine Schaltdifferenz von 4 bar.
Gegeben: Δp = 4 bar; p_FS = 16 bar
Gesucht: Hysterese in % FS
Lösungweg:
- H = (4 / 16) · 100 = 25 % FS
Ergebnis: 25 % FS
Aufgabe 5: Ein Drucksensor mit 0–25 bar und 4–20-mA-Signal misst bei einem bestimmten Druck 12 mA.
Gegeben: I = 12 mA; p_FS = 25 bar
Gesucht: Druck p
Lösungweg:
- p = (12 − 4) · 25 / 16 = 8 · 25 / 16 = 12,5 bar
Ergebnis: 12,5 bar
Aufgabe 6: Welcher Strom fließt bei einem Sensor mit 0–10 bar und 4–20 mA bei einem Druck von 7,5 bar?
Gegeben: p = 7,5 bar; p_FS = 10 bar
Gesucht: I in mA
Lösungweg:
- I = 4 + (16/10) · 7,5 = 4 + 12 = 16 mA
Ergebnis: 16 mA
Was ist der grundsätzliche Unterschied zwischen einem Druckschalter und einem Drucksensor?
- a) Der Schalter liefert ein binäres Signal, der Sensor einen stufenlosen Messwert
- b) Der Schalter ist genauer als der Sensor
- c) Der Sensor schaltet, der Schalter misst
- d) Beide sind funktionsgleich, nur die Bauform unterscheidet sich
Richtig: a)
Der Schalter gibt ein Ja/Nein an einer Schwelle aus, der Sensor einen fortlaufenden Wert über den Messbereich. Genauigkeit (b) ist kein Definitionsmerkmal, c vertauscht die Begriffe, und funktionsgleich (d) sind sie nicht.
Ein Druckschalter ist so eingestellt, dass Ein- und Ausschaltpunkt nur 0,1 bar auseinanderliegen. Welches Problem ist zu erwarten?
- a) Der Schalter spricht gar nicht mehr an
- b) Die Hysterese wird zu groß
- c) Der Messbereich wird überschritten
- d) Schaltflattern bei kleinen Druckschwankungen
Richtig: d)
Eine zu kleine Schaltdifferenz führt zu ständigem Ein- und Ausschalten um den Schaltpunkt. Der Schalter spricht weiterhin an (a), die Hysterese ist gerade zu klein, nicht zu groß (b), und der Messbereich (c) ist davon unberührt.
Wofür eignet sich ein piezoelektrischer Drucksensor besonders?
- a) Zur Messung eines konstant gehaltenen Drucks
- b) Zur Messung schnell wechselnder, dynamischer Drücke
- c) Als Ersatz für einen Druckschalter
- d) Zur Differenzdruckmessung an Filtern
Richtig: b)
Piezoelektrische Sensoren liefern nur bei Druckänderung eine Ladung, daher sind sie für dynamische Vorgänge ideal, für statische Drücke (a) ungeeignet. Als Schalterersatz (c) oder Filterüberwachung (d) sind sie untypisch.
Warum wird in der Industrie das 4–20-mA-Signal dem 0–10-V-Signal oft vorgezogen?
- a) Es lässt sich leichter mit dem Multimeter messen
- b) Es benötigt keine Versorgungsspannung
- c) Es erlaubt Drahtbrucherkennung und ist störungsärmer auf langen Strecken
- d) Es kann höhere Drücke abbilden
Richtig: c)
Der lebende Nullpunkt (4 mA) erlaubt Fehlererkennung, und Stromsignale sind unempfindlicher gegen Leitungswiderstände. Die Messung (a) ist nicht einfacher, eine Versorgung (b) wird trotzdem gebraucht, und der Messbereich (d) hängt nicht vom Signaltyp ab.
Ein Sensor mit 0–10 bar und 0–10-V-Signal liefert 3 V. Welcher Druck liegt an?
- a) 3 bar
- b) 7 bar
- c) 0,3 bar
- d) 30 bar
Richtig: a)
Beim 0–10-V-Signal ohne Offset gilt p = U · p_FS / 10 = 3 · 10 / 10 = 3 bar. Antwort b kehrt um, c und d verschieben das Komma falsch.
Welche Größe wird in Datenblättern häufig in % FS angegeben?
- a) Die Versorgungsspannung
- b) Der Prozessanschluss
- c) Die Schutzart
- d) Die Hysterese und die Messabweichung
Richtig: d)
Hysterese und Genauigkeit werden auf den Messbereichsendwert (Full Scale) bezogen, um Geräte vergleichbar zu machen. Versorgungsspannung (a), Anschluss (b) und Schutzart (c) werden absolut bzw. als Code angegeben.
Bei welchem Druck schaltet ein Schalter wieder ein, wenn der obere Schaltpunkt 12 bar beträgt, der Endwert 20 bar ist und die Hysterese mit 20 % FS angegeben wird?
- a) 9,6 bar
- b) 4 bar
- c) 8 bar
- d) 10,4 bar
Richtig: c)
Δp = 0,20 · 20 = 4 bar; p_aus = 12 − 4 = 8 bar. Antwort a nimmt 20 % von 12, b verwechselt Δp mit p_aus, d rechnet die Differenz falsch.
Ein Sensor mit 4–20 mA zeigt am Multimeter 2 mA. Wie ist das zu deuten?
- a) Der Druck liegt genau in der Mitte des Messbereichs
- b) Hinweis auf Drahtbruch oder Gerätefehler
- c) Maximaldruck erreicht
- d) Normaler Nulldruck
Richtig: b)
2 mA liegt unter dem gültigen Anfangswert von 4 mA. Ein gültiges Signal beginnt erst bei 4 mA (Nulldruck), darunter deutet auf einen Fehler hin. Mitte (a) wären 12 mA, Maximaldruck (c) 20 mA, normaler Nulldruck (d) exakt 4 mA.
Warum sollte der Werkstoff der Sensormembran zum Medium passen?
- a) Weil ein unverträglicher Werkstoff korrodiert und der Sensor ausfällt
- b) Sonst stimmt das Ausgangssignal nicht mehr mit dem Druck überein
- c) Weil sich sonst der Schaltpunkt verschiebt
- d) Weil sonst die Schutzart sinkt
Richtig: a)
Die Membran steht in direktem Kontakt mit dem Medium; chemische Unverträglichkeit führt zu Korrosion und Ausfall. Das Signal (b) bleibt zunächst korrekt, einen Schaltpunkt (c) hat ein Sensor nicht, und die Schutzart (d) betrifft das Gehäuse.
Eine SPS soll den Druck einer Anlage stufenlos überwachen, anzeigen und protokollieren. Welches Bauteil ist nötig?
- a) Ein mechanischer Druckschalter mit Wechslerkontakt
- b) Ein Differenzdruckschalter
- c) Ein Drucksensor mit analogem oder digitalem Messsignal
- d) Ein Druckschalter mit zwei Schaltpunkten
Richtig: c)
Anzeigen und Protokollieren über den gesamten Bereich setzt einen stufenlosen Messwert voraus — das leistet nur ein Sensor. Alle genannten Schalter (a, b, d) liefern nur binäre Signale.
Was passiert mit dem Druck, wenn dieselbe Kraft auf eine doppelt so große Fläche wirkt?
- a) Er verdoppelt sich
- b) Er halbiert sich
- c) Er bleibt gleich
- d) Er vervierfacht sich
Richtig: b)
Aus p = F / A folgt: doppelte Fläche bei gleicher Kraft ergibt halben Druck. Verdoppeln (a) wäre the Fall bei halber Fläche, gleich bleiben (c) und vervierfachen (d) widersprechen der Formel.
Welche Aufgabe übernimmt ein Druckschalter bei einer typischen Kompressorsteuerung?
- a) Er regelt den Druck stufenlos auf einen Sollwert
- b) Er misst und protokolliert den Druckverlauf
- c) Er wandelt den Druck in ein 4–20-mA-Signal
- d) Er schaltet den Kompressor zwischen unterem und oberem Druck ein und aus
Richtig: d)
Der Druckschalter realisiert eine Zweipunktsteuerung: Einschalten unten, Abschalten oben, mit Hysterese dazwischen. Stufenloses Regeln (a), Protokollieren (b) und Analogsignal (c) sind Aufgaben eines Sensors.
Glossar
- Druck
- Kraft pro Fläche, p = F / A. Gesetzliche Einheit Pascal, in der Praxis meist in bar angegeben (1 bar = 100 000 Pa).
- Relativdruck (Überdruck)
- Druck bezogen auf den aktuellen Umgebungsluftdruck. Häufigste Druckart in der Mechatronik, gekennzeichnet mit „g“ (gauge).
- Absolutdruck
- Druck bezogen auf das absolute Vakuum als Nullpunkt.
- Differenzdruck
- Druckunterschied zwischen zwei Messstellen, z. B. zur Filterüberwachung.
- Druckschalter
- Gerät, das ein binäres elektrisches Signal ausgibt, sobald ein eingestellter Druck erreicht ist.
- Schaltpunkt
- Druckwert, bei dem der Druckschalter seinen Kontakt betätigt.
- Rückschaltpunkt
- Druckwert, bei dem der Schalter wieder in die Ausgangslage zurückschaltet.
- Schaltdifferenz (Hysterese)
- Lücke zwischen Ein- und Ausschaltpunkt eines Druckschalters, Δp = p_ein − p_aus. Verhindert Schaltflattern.
- Schaltflattern
- Schnelles, ungewolltes Ein- und Ausschalten bei zu kleiner Schaltdifferenz.
- Messbereichsendwert (FS, Full Scale)
- Oberer Grenzwert des Messbereichs. Bezugsgröße für Angaben in % FS (Hysterese, Genauigkeit).
- Drucksensor
- Gerät, das den Druck stufenlos misst und als fortlaufendes elektrisches Signal ausgibt.
- Piezoresistiv
- Messprinzip, bei dem Dehnungsmessstreifen auf einer Membran ihren Widerstand bei Verformung ändern.
- Piezoelektrisch
- Messprinzip, bei dem ein Kristall bei Druckänderung eine Ladung erzeugt; nur für dynamische Drücke geeignet.
- Kennlinie
- Zusammenhang zwischen Eingangsdruck und Ausgangssignal eines Sensors.
- Linearität
- Maß dafür, wie gut die reale Kennlinie der idealen Geraden folgt.
- Einheitssignal
- Genormtes analoges Ausgangssignal, typisch 4–20 mA oder 0–10 V.
- Lebender Nullpunkt
- Anfangswert von 4 mA beim 4–20-mA-Signal, der Nulldruck von Drahtbruch (0 mA) unterscheidbar macht.
- IO-Link
- Digitale Punkt-zu-Punkt-Schnittstelle zur Übertragung von Messwert, Parametern und Diagnose über eine Leitung.
