Elektromagnetische Induktion

Fast jede Steckdose in Österreich liefert ihre Spannung aus einem einzigen physikalischen Prinzip: der elektromagnetischen Induktion. Im Kraftwerk dreht sich eine Spule im Magnetfeld, in jedem Trafohäuschen wandelt sich Spannung von einer Höhe auf die andere, und sogar der Induktionsherd in der Küche basiert darauf. Wer dieses Prinzip einmal verstanden hat, versteht damit den größten Teil dessen, was in Generatoren, Transformatoren und Spulen vorgeht.

Was Induktion ist, woher die Spannung kommt, wie man sie berechnet und in welche Richtung sie zeigt — darum geht es in diesem Beitrag.

Vorwissen

Lernziele

Nach diesem Beitrag kannst du:

  • erklären, was elektromagnetische Induktion ist und unter welcher Bedingung sie auftritt
  • Bewegungs- und Ruheinduktion unterscheiden und an Beispielen erkennen
  • die induzierte Spannung mit U = B · l · v und U_ind = N · ΔΦ/Δt berechnen
  • die Richtung der induzierten Spannung mithilfe der Lenzschen Regel bestimmen
  • typische Anwendungen der Induktion in Geräten und Maschinen benennen

1. Was ist elektromagnetische Induktion?

Michael Faraday hat 1831 etwas Erstaunliches beobachtet. Wenn er einen Stabmagneten in eine Spule schob, schlug der angeschlossene Zeiger des Galvanometers kurz aus. Stand der Magnet still — egal wie nah an der Spule — passierte nichts. Zog er ihn wieder heraus, schlug der Zeiger in die andere Richtung aus.

Was Faraday damit entdeckt hatte, nennen wir heute elektromagnetische Induktion: In einem Leiter wird eine Spannung induziert (also hervorgerufen), sobald sich das Magnetfeld durch ihn hindurch zeitlich ändert. Die Spannung ist nicht aus dem Nichts entstanden — sie ist die Antwort des Leiters auf die Bewegung oder Veränderung des Feldes.

Die entscheidende Größe ist dabei nicht das Magnetfeld selbst, sondern der magnetische Fluss Φ, der durch die Fläche der Spule geht. Bleibt Φ konstant, passiert nichts. Ändert sich Φ — egal warum — entsteht eine Spannung.

Daraus folgt das Grundprinzip: Eine Änderung des magnetischen Flusses durch einen Leiter induziert eine Spannung. Die Stärke dieser Spannung hängt davon ab, wie schnell sich der Fluss ändert. Eine langsame Bewegung erzeugt eine kleine Spannung, eine schnelle Bewegung eine größere.

S N G Bewegung Spule Stabmagnet Galvanometer

Bei welcher der folgenden Situationen wird in einer Spule eine Spannung induziert?

  • a) Ein starker Permanentmagnet liegt unbeweglich in der Spule
  • b) Die Spule ist mit einer Gleichspannungsquelle verbunden und führt einen konstanten Strom
  • c) Ein Magnet wird mit gleichbleibender Geschwindigkeit aus der Spule herausgezogen
  • d) Die Spule befindet sich in einem starken, aber zeitlich konstanten Erdmagnetfeld

Richtig: c)

Induktion setzt eine Änderung des magnetischen Flusses voraus. In a), b) und d) ist der Fluss konstant — egal wie groß. Nur in c) ändert sich der Fluss durch die Spulenfläche, weil der Magnet entfernt wird.

Faraday stellte fest, dass der Galvanometer-Zeiger beim Hineinschieben des Magneten in eine Richtung ausschlägt, beim Herausziehen aber in die Gegenrichtung. Welche Schlussfolgerung ist daraus korrekt?

  • a) Der Magnet wird beim Herausziehen schwächer
  • b) Die Polung der induzierten Spannung hängt von der Richtung der Flussänderung ab
  • c) Die Spule speichert Energie und gibt sie phasenverschoben ab
  • d) Beim Herausziehen entsteht keine Spannung, der Zeiger zittert nur

Richtig: b)

Die Richtung des Zeigerausschlags zeigt die Polarität der induzierten Spannung. Bei umgekehrter Bewegung kehrt sich auch die Flussänderung um — und damit die Polung. Das ist der Kern dessen, was wir später als Lenzsche Regel formulieren.

2. Bewegungsinduktion

Die einfachste Form der Induktion entsteht, wenn ein Leiter durch ein Magnetfeld bewegt wird. Stell dir einen geraden Leiterstab vor, der auf zwei parallelen Schienen liegt und durch ein senkrecht dazu stehendes Magnetfeld geschoben wird.

Was im Stab passiert: Mit dem Stab bewegen sich auch die freien Elektronen im Inneren. Auf eine bewegte Ladung in einem Magnetfeld wirkt eine Kraft — die Lorentzkraft. Sie schiebt die Elektronen entlang des Stabes zu einem Ende. Dort sammeln sie sich an, das andere Ende verarmt an negativer Ladung. Zwischen den beiden Enden entsteht eine Spannungsdifferenz: die induzierte Spannung.

Damit das Ganze funktioniert, müssen drei Richtungen senkrecht zueinander stehen: die Richtung des Magnetfeldes B, die Bewegungsrichtung v und die Längsrichtung des Leiters l. Stehen sie nicht alle senkrecht aufeinander, zählt nur der Anteil, der diese Bedingung erfüllt.

Daraus ergibt sich die Formel für die induzierte Spannung am bewegten Leiter:

U = B · l · v

  • U … induzierte Spannung in V
  • B … magnetische Flussdichte in T
  • l … wirksame Leiterlänge im Magnetfeld in m
  • v … Geschwindigkeit des Leiters in m/s

Ein Beispiel zur Größenordnung: Ein 20 cm langer Stab, der in einem Feld von 0,5 T mit 3 m/s bewegt wird, erzeugt 0,3 V. Das ist nicht viel — aber multipliziert man die wirksame Länge durch viele Windungen einer Spule, kommt man schnell in den Bereich von hunderten Volt. Genau das macht ein Generator.

××××× ××××× ××××× ××××× B (in Zeichenebene) V l v F + Voltmeter offener Stromkreis Bewegungsrichtung

Gelöstes Beispiel

Ein gerader Leiter mit einer wirksamen Länge von 25 cm bewegt sich mit 4 m/s senkrecht durch ein Magnetfeld der Flussdichte 0,8 T. Welche Spannung wird induziert?

Gegeben: l = 0,25 m; v = 4 m/s; B = 0,8 T

Gesucht: U in V

Lösungsweg:

  1. Formel anwenden: U = B · l · v
  2. Einsetzen: U = 0,8 T · 0,25 m · 4 m/s
  3. Ausrechnen: U = 0,8 V

Ergebnis: U = 0,8 V

Übungen

Ein 0,1 m langer Leiter wird mit 2 m/s senkrecht durch ein Magnetfeld von 0,4 T bewegt. Berechne die induzierte Spannung.

U = 0,08 V

Ein Leiter erzeugt in einem Magnetfeld von 0,6 T eine Spannung von 0,3 V. Wie lang ist der Leiter, wenn er sich mit 5 m/s bewegt?

l = 0,1 m = 10 cm

Mit welcher Geschwindigkeit muss ein 30 cm langer Leiter durch ein Magnetfeld von 1,2 T bewegt werden, damit eine Spannung von 0,9 V entsteht?

v = 2,5 m/s

Im Anker eines kleinen Generators bewegt sich ein Leiterabschnitt mit l = 0,15 m und v = 12 m/s durch ein Erregerfeld von 0,9 T. Wie groß ist die in diesem Abschnitt induzierte Spannung? Wie hoch wäre die Gesamtspannung, wenn 200 solcher Abschnitte in Reihe geschaltet sind?

U pro Abschnitt = 1,62 V; U gesamt = 324 V

Ein Schienenpaar steht im Magnetfeld eines Permanentmagneten (B = 0,7 T, Schienenabstand 50 cm). Ein Stab gleitet so darauf, dass aus dem geschlossenen Stromkreis eine Spannung von 1,75 V abgegriffen werden kann. Wie schnell bewegt sich der Stab?

v = 5 m/s

Ein Leiterstab wird in einem homogenen Magnetfeld der Flussdichte B mit der Geschwindigkeit v bewegt. Die induzierte Spannung beträgt U. Wie verändert sich U, wenn sich gleichzeitig die Flussdichte verdoppelt und die Geschwindigkeit halbiert?

  • a) U vervierfacht sich
  • b) U bleibt unverändert
  • c) U halbiert sich
  • d) U verdoppelt sich

Richtig: b)

Aus U = B · l · v folgt: doppeltes B und halbes v ergeben den Faktor 2 · 1/2 = 1. Die Spannung bleibt gleich. Die Antworten a), c) und d) ignorieren entweder einen der Faktoren oder die proportionale Kopplung beider Größen an U.

Warum entsteht überhaupt eine Spannung, wenn ein Leiter durch ein Magnetfeld bewegt wird?

  • a) Das Magnetfeld erzeugt direkt eine Spannung im Material
  • b) Die freien Elektronen im Leiter werden durch die Lorentzkraft an ein Ende verschoben
  • c) Der Leiter erwärmt sich und gibt Elektronen ab
  • d) Das Magnetfeld magnetisiert das Material kurzzeitig

Richtig: b)

Ursache ist die Lorentzkraft auf bewegte Ladungen im Magnetfeld. Sie verschiebt die Elektronen entlang des Stabes, sodass an einem Ende ein Elektronenüberschuss und am anderen ein Mangel entsteht — das ist die induzierte Spannung. a) verkennt, dass das Feld selbst statisch ist; c) und d) sind sachfremd.

3. Ruheinduktion

Bisher wurde der Leiter bewegt. Aber Faradays Experiment lässt sich auch umdrehen: Lass die Spule still liegen und sorge dafür, dass sich das Magnetfeld um sie herum ändert. Auch dann entsteht eine Spannung. Diese Form nennt man Ruheinduktion, weil der Leiter selbst nicht bewegt wird.

Wie ändert man das Feld? Drei Möglichkeiten:

  • die magnetische Flussdichte B ändern, zum Beispiel durch eine zweite Spule mit zeitlich veränderlichem Strom
  • die durchsetzte Fläche A ändern, etwa wenn ein Joch geöffnet und geschlossen wird
  • den Winkel zwischen Feld und Spulenfläche ändern, etwa durch Drehen

In allen drei Fällen ändert sich der magnetische Fluss Φ = B · A. Die mittlere induzierte Spannung berechnet sich aus der Flussänderung pro Zeit:

U_ind = N · ΔΦ / Δt

  • U_ind … induzierte Spannung in V
  • N … Anzahl der Windungen
  • ΔΦ … Flussänderung in Wb (Weber)
  • Δt … Zeitdauer der Änderung in s

Jede Windung trägt einzeln zur Spannung bei. Hat eine Spule 100 Windungen, addiert sich die in einer Einzelwindung induzierte Spannung 100-mal — daher der Faktor N. Das ist auch der Grund, warum Spulen in der Praxis meist viele hundert oder tausend Windungen haben.

Die Empfängerspule rechts steht still. Trotzdem wird in ihr eine Spannung induziert — weil sich der Fluss durch sie hindurch ändert, sobald der Strom in der Erregerspule links geschaltet oder verändert wird. Bleibt der Strom links konstant, bleibt auch der Fluss konstant, und rechts passiert nichts.

gemeinsamer Eisenkern Schalter V Φ(t) Erregerspule Empfängerspule (Strom ändert sich) (in Ruhe)

Gelöstes Beispiel

Eine Spule hat 200 Windungen. Innerhalb von 0,02 s ändert sich der magnetische Fluss durch sie von 0,001 Wb auf 0,005 Wb. Wie groß ist die mittlere induzierte Spannung?

Gegeben: N = 200; ΔΦ = 0,005 Wb − 0,001 Wb = 0,004 Wb; Δt = 0,02 s

Gesucht: U_ind in V

Lösungsweg:

  1. Flussänderung berechnen: ΔΦ = 0,004 Wb
  2. Formel anwenden: U_ind = N · ΔΦ / Δt
  3. Einsetzen: U_ind = 200 · 0,004 Wb / 0,02 s
  4. Ausrechnen: U_ind = 40 V

Ergebnis: U_ind = 40 V

Übungen

In einer Spule mit 50 Windungen ändert sich der Fluss innerhalb von 0,1 s um 0,003 Wb. Welche Spannung wird induziert?

U_ind = 1,5 V

Eine Spule mit 500 Windungen soll eine mittlere Spannung von 24 V liefern, wenn sich der Fluss in 0,01 s ändert. Wie groß muss die Flussänderung sein?

ΔΦ ≈ 0,00048 Wb = 0,48 mWb

Der Fluss durch eine 300-Windungs-Spule fällt linear von 0,008 Wb auf 0 Wb. Wie lange muss dieser Vorgang dauern, damit die mittlere Spannung 12 V beträgt?

Δt = 0,2 s

In einer Spule mit 1000 Windungen wird durch das Öffnen eines Schalters der Fluss innerhalb von 5 ms von 0,01 Wb auf null gebracht. Wie groß ist die mittlere induzierte Spannung?

U_ind = 2000 V

Zwei Spulen liegen auf einem gemeinsamen Eisenkern. In der Primärspule wird der Strom so geschaltet, dass der Fluss sich in 0,002 s um 0,0015 Wb ändert. Die Sekundärspule hat 800 Windungen. Welche Spannung wird in der Sekundärspule induziert?

U_ind = 600 V

Eine Spule hat 500 Windungen. Wie verändert sich die induzierte Spannung, wenn man die Windungszahl auf 1000 verdoppelt und gleichzeitig die Zeit, in der die Flussänderung stattfindet, ebenfalls verdoppelt?

  • a) Sie vervierfacht sich
  • b) Sie verdoppelt sich
  • c) Sie bleibt gleich
  • d) Sie halbiert sich

Richtig: c)

In U_ind = N · ΔΦ / Δt heben sich der Faktor 2 im Zähler (durch N) und der Faktor 2 im Nenner (durch Δt) auf. Die Spannung bleibt identisch. a), b) und d) berücksichtigen nur eine der beiden Änderungen.

Ein Permanentmagnet wird langsam an eine ruhende Spule herangeführt, dort kurz festgehalten und dann wieder langsam entfernt. Wann liefert die Spule Spannung?

  • a) Nur beim Annähern
  • b) Nur beim Entfernen
  • c) Während des Stillstands, weil der Magnet das Feld aufrechterhält
  • d) Beim Annähern und beim Entfernen, im Stillstand nicht

Richtig: d)

Spannung entsteht nur, wenn sich der Fluss ändert — also bei Bewegung. Im Stillstand ist der Fluss konstant, auch wenn er stark ist. a) und b) sind unvollständig; c) verwechselt Feld mit Flussänderung.

Bei sonst gleichen Bedingungen ist die induzierte Spannung umso größer, je …

  • a) … größer die Querschnittsfläche des Drahts der Spule ist
  • b) … kürzer die Zeit ist, in der die Flussänderung stattfindet
  • c) … niedriger die Temperatur der Spule ist
  • d) … größer der ohmsche Widerstand der Spule ist

Richtig: b)

Aus U_ind = N · ΔΦ / Δt folgt direkt: Kleinerer Nenner Δt → größere Spannung. Drahtquerschnitt, Temperatur und ohmscher Widerstand beeinflussen den Strom, der bei Belastung fließt, aber nicht die im Leerlauf induzierte Spannung.

4. Die Lenzsche Regel

Bisher haben wir nur den Betrag der induzierten Spannung berechnet. Aber Spannung hat auch eine Polarität — und damit der induzierte Strom eine Richtung. Wie findet man die heraus?

Heinrich Lenz hat dafür 1834 eine einfache Regel formuliert:

Die induzierte Spannung treibt einen Strom, dessen Magnetfeld der Ursache der Induktion entgegenwirkt.

Klingt erstmal abstrakt. An einem Beispiel wird es klar: Du schiebst einen Stabmagneten mit dem Nordpol voran in eine Spule. Der magnetische Fluss durch die Spule wächst dadurch an. Die induzierte Spannung sorgt dafür, dass in der Spule ein Strom fließt, der seinerseits ein Magnetfeld erzeugt — und zwar so, dass dieses neue Feld dem hereingeschobenen entgegengerichtet ist. Aus Sicht des Magneten begegnet ihm ein „Gegen-Nordpol“, der ihn abstoßen will. Das spürst du sogar mechanisch: Du musst Kraft aufwenden, um den Magneten in die Spule zu drücken.

Ziehst du den Magneten wieder heraus, kehrt sich alles um. Jetzt nimmt der Fluss ab. Der induzierte Strom fließt umgekehrt und erzeugt ein Magnetfeld, das den abnehmenden Fluss zu halten versucht. Aus Sicht des Magneten zieht ihn die Spule jetzt zurück.

Physikalisch dahinter: Energieerhaltung

Lenz hat seine Regel nicht aus dem Nichts erfunden. Sie folgt direkt aus dem Energieerhaltungssatz. Würde der induzierte Strom dem hereinkommenden Magnetfeld gleichgerichtetes Feld erzeugen, würde der Magnet von selbst hineingezogen, dabei Spannung und Strom erzeugen — also Energie. Die käme aus dem Nichts. Das geht physikalisch nicht. Deshalb muss das induzierte Feld dem ursprünglichen entgegenwirken: Wer Spannung induzieren will, muss Arbeit gegen diese Gegenkraft verrichten. Die mechanische Energie steckt dann in der elektrischen.

i_ind S N wird hineingeschoben induziertes Gegenfeld behindert das Hineinschieben

Ein Stabmagnet wird mit dem Nordpol voran in eine Spule geschoben. Welches Vorzeichen hat das induzierte Spulenfeld an der dem Magneten zugewandten Spulenseite?

  • a) Es entsteht dort ein Nordpol, der den Magneten abstößt
  • b) Es entsteht dort ein Südpol, der den Magneten anzieht
  • c) Es entsteht gar kein Pol, weil die Spule passiv ist
  • d) Es entsteht abwechselnd Nord und Süd, je nach Lage der Windung

Richtig: a)

Der hereingeschobene Nordpol erhöht den Fluss. Nach Lenz erzeugt der induzierte Strom ein Feld, das dieser Zunahme entgegenwirkt — also an der dem Magneten zugewandten Seite einen Nordpol, der abstößt. Würde dort ein Südpol entstehen (b), würde der Magnet hineingezogen und Energie aus dem Nichts erzeugt.

Ein Kupferring fällt aus großer Höhe in das Feld eines starken Permanentmagneten hinein. Was beobachtet man?

  • a) Der Ring fällt schneller, weil das Magnetfeld ihn beschleunigt
  • b) Der Ring fällt langsamer als im freien Fall, weil im Ring induzierte Wirbelströme ein Gegenfeld aufbauen
  • c) Der Ring fällt mit unveränderter Geschwindigkeit weiter — Magnetfelder wirken nicht auf Kupfer
  • d) Der Ring kehrt seine Richtung um und steigt wieder auf

Richtig: b)

Beim Eintauchen in das Feld ändert sich der Fluss durch den Ring. Es werden Wirbelströme induziert, deren Gegenfeld die Bewegung bremst (Lenzsche Regel als Energieerhaltung). c) verkennt, dass Kupfer ein guter Leiter ist; a) und d) widersprechen der Energieerhaltung.

5. Das Induktionsgesetz – allgemein

Die beiden Formen, die wir gesehen haben — Bewegungsinduktion mit U = B · l · v und Ruheinduktion mit U_ind = N · ΔΦ/Δt — sind nicht zwei verschiedene Gesetze. Sie sind zwei Spezialfälle desselben Prinzips. In beiden Fällen ändert sich der magnetische Fluss durch die Leiterschleife, und in beiden Fällen entsteht dadurch eine Spannung.

Allgemein formuliert lautet das Induktionsgesetz von Faraday:

U_ind = -N · dΦ / dt

  • U_ind … induzierte Spannung in V
  • N … Anzahl der Windungen
  • dΦ/dt … momentane Änderungsrate des Flusses in Wb/s

Dabei ist dΦ/dt die momentane Änderungsrate — also wie schnell sich der Fluss in einem bestimmten Augenblick gerade ändert. In der Praxis arbeitet man oft mit der gemittelten Form ΔΦ/Δt, weil dort Anfangs- und Endwert leicht zu messen sind. Beide Schreibweisen meinen dasselbe; die Differenzenform ist nur die zeitlich gemittelte Variante der Differenzialform.

Was bedeutet das Minuszeichen?

Das negative Vorzeichen ist die mathematische Formulierung der Lenzschen Regel: Die induzierte Spannung wirkt der Flussänderung entgegen. Steigt der Fluss (dΦ/dt > 0), wird eine Spannung mit umgekehrtem Vorzeichen induziert; sinkt er (dΦ/dt < 0), kehrt sich auch die Spannung um. Das Vorzeichen erinnert daran, dass die Natur nicht freiwillig Energie hergibt.

In der Praxis interessiert für Berechnungen meist der Betrag der Spannung. Für die Richtungsanalyse greift man dann auf die Lenzsche Regel als anschauliches Werkzeug zurück, statt mit Vorzeichen zu rechnen.

Einheit prüfen

Die Einheit der induzierten Spannung muss Volt sein. Das lässt sich nachvollziehen: 1 Wb / 1 s = 1 V. Der Weber ist gerade so definiert, dass eine Flussänderung von einem Weber pro Sekunde in einer Einzelwindung genau ein Volt induziert. Das ist kein Zufall, sondern Teil der Definition der Einheiten.

Welche Aussage zum allgemeinen Induktionsgesetz U_ind = -N · dΦ/dt ist korrekt?

  • a) Der Faktor N erscheint nur in Spulen mit Eisenkern
  • b) Die Formel gilt nur für Wechselstromanwendungen
  • c) Bewegungs- und Ruheinduktion sind Spezialfälle dieses Gesetzes
  • d) Das Minuszeichen ist nur eine mathematische Konvention ohne physikalische Bedeutung

Richtig: c)

a) ist falsch, weil N grundsätzlich für jede Windungszahl steht. b) ist falsch — die Formel gilt für jede Flussänderung, ob einmalig oder periodisch. d) ignoriert die Lenzsche Regel, die hinter dem Vorzeichen steckt. c) bringt das zentrale Konzept auf den Punkt.

Warum sind Differenzialform (dΦ/dt) und Differenzenform (ΔΦ/Δt) im praktischen Rechnen oft austauschbar?

  • a) Weil beide identisch sind, sobald sich der Fluss linear mit der Zeit ändert
  • b) Weil ΔΦ/Δt immer das Doppelte von dΦ/dt liefert
  • c) Weil die Differenzialform nur in der Theorie funktioniert
  • d) Weil das Minuszeichen die Differenz beseitigt

Richtig: a)

Bei linearer Flussänderung ist der Differenzenquotient gleich dem Differenzialquotienten an jedem Punkt — beide Werte stimmen also überein. Bei nichtlinearen Änderungen liefert die Differenzenform nur den Mittelwert über das Intervall. Antwort b) ist sachlich falsch, c) und d) sind unsinnig.

6. Anwendungen im Überblick

Die wenigsten Anwendungen der elektromagnetischen Induktion sind exotisch. Die meisten stehen jeden Tag direkt vor uns:

Stromerzeugung im Generator. Im Kraftwerk dreht sich eine Wicklung im Magnetfeld eines Erregerfelds. Jeder Leiterabschnitt erzeugt nach U = B · l · v eine Teilspannung, alle in Reihe ergeben die Klemmenspannung. Wie das im Detail abläuft und warum daraus eine sinusförmige Wechselspannung wird, behandelt der Beitrag Wechselstrom-Erzeugung / Generatorprinzip.

Spannungsanpassung im Transformator. Zwei Spulen auf einem gemeinsamen Eisenkern, ein wechselnder Fluss verbindet beide. Die Primärspule erzeugt die Flussänderung, die Sekundärspule fängt sie auf — Ruheinduktion in Reinform. Über das Verhältnis der Windungszahlen lassen sich Spannungen praktisch beliebig übersetzen. Aufbau und Berechnung im Beitrag Transformator – Aufbau und Funktion.

Selbstinduktion an Spulen. Wenn sich der Strom durch eine Spule ändert, ändert sich auch ihr eigenes Magnetfeld — und die Spule induziert in sich selbst eine Gegenspannung. Das hat weitreichende Folgen für Schaltvorgänge und für das Verhalten von Spulen im Wechselstromkreis. Mehr im Beitrag Selbstinduktion und Energiespeicherung.

Induktionsherd und Wirbelströme. Eine flache Spule unter der Glaskeramik erzeugt ein hochfrequentes Wechselfeld. Im Boden des Topfes — sofern er ferromagnetisch ist — entstehen Wirbelströme, die ihn direkt von innen erwärmen. Die Glasplatte selbst bleibt vergleichsweise kalt. Bei Wirbelstrombremsen und bei Wechselstrom-Eisenkernen sind dieselben Wirbelströme unerwünscht und werden durch geschichtete Bleche minimiert.

Verwandt: Lorentzkraft. Eng verwandt mit der Bewegungsinduktion ist die Kraft, die ein Magnetfeld auf bewegte Ladungsträger ausübt. Sie ist der Mechanismus hinter der Bewegungsinduktion und gleichzeitig das Grundprinzip von Elektromotoren. Mehr im Beitrag Lorentzkraft.

Ein Induktionsherd kann nicht jeden Topf erwärmen. Welcher Topf eignet sich nicht?

  • a) Edelstahltopf mit ferromagnetischem Boden
  • b) Gusseiserne Pfanne
  • c) Topf aus reinem Aluminium oder Kupfer
  • d) Topf aus magnetisch leitfähigem Stahl

Richtig: c)

Der Induktionsherd erzeugt im Topfboden Wirbelströme — das funktioniert effektiv nur in ferromagnetischen Materialien. Reines Aluminium oder Kupfer sind zwar leitfähig, aber nicht ferromagnetisch; das Feld koppelt nicht ausreichend, der Topf bleibt kalt.

Warum baut man Eisenkerne in Transformatoren aus dünnen, voneinander isolierten Blechen auf, statt aus einem massiven Eisenblock?

  • a) Wegen der besseren Wärmeabfuhr
  • b) Um die mechanische Stabilität zu erhöhen
  • c) Um Wirbelströme im Kern und damit Verluste zu reduzieren
  • d) Damit das Material günstiger ist

Richtig: c)

Ein massiver Eisenkern wäre selbst ein Leiter — der wechselnde Fluss würde in ihm starke Wirbelströme induzieren, die als Wärmeverluste verloren gingen. Geschichtete, voneinander isolierte Bleche unterbrechen die möglichen Strompfade quer zum Fluss und verringern diese Verluste erheblich. a), b) und d) sind nicht der Hauptgrund.

Abschlusstest

Aufgabe 1: Ein Leiterabschnitt von 35 cm Länge bewegt sich mit 6 m/s senkrecht durch ein Magnetfeld der Flussdichte 0,75 T. Berechne die induzierte Spannung.

Gegeben: l = 0,35 m; v = 6 m/s; B = 0,75 T

Gesucht: U in V

Lösungsweg:

  1. U = B · l · v = 0,75 · 0,35 · 6

Ergebnis: U = 1,575 V

Aufgabe 2: Ein im Generatoranker liegender Leiter erzeugt bei B = 1,1 T eine Spannung von 4,4 V, wenn er sich mit 8 m/s bewegt. Welche wirksame Länge hat er?

Gegeben: U = 4,4 V; B = 1,1 T; v = 8 m/s

Gesucht: l in m

Lösungsweg:

  1. l = U / (B · v) = 4,4 / (1,1 · 8)

Ergebnis: l = 0,5 m

Aufgabe 3: In einer Spule mit 400 Windungen ändert sich der magnetische Fluss innerhalb von 0,05 s von 0,002 Wb auf 0,008 Wb. Welche mittlere Spannung wird induziert?

Gegeben: N = 400; ΔΦ = 0,006 Wb; Δt = 0,05 s

Gesucht: U_ind in V

Lösungsweg:

  1. U_ind = N · ΔΦ / Δt = 400 · 0,006 / 0,05

Ergebnis: U_ind = 48 V

Aufgabe 4: Eine Spule mit 250 Windungen soll eine mittlere induzierte Spannung von 100 V liefern. Innerhalb welcher Zeit muss sich der Fluss um 0,01 Wb ändern?

Gegeben: U_ind = 100 V; N = 250; ΔΦ = 0,01 Wb

Gesucht: Δt in s

Lösungsweg:

  1. Δt = N · ΔΦ / U_ind = 250 · 0,01 / 100

Ergebnis: Δt = 0,025 s = 25 ms

Aufgabe 5: Beim Ausschalten einer Spule fällt der Fluss innerhalb von 2 ms linear von 0,015 Wb auf null. Die Spule hat 800 Windungen. Welche Spannung wird beim Schaltvorgang induziert?

Gegeben: N = 800; ΔΦ = 0,015 Wb; Δt = 0,002 s

Gesucht: U_ind in V

Lösungsweg:

  1. U_ind = N · ΔΦ / Δt = 800 · 0,015 / 0,002

Ergebnis: U_ind = 6000 V

Aufgabe 6: Ein gerader Leiter mit 0,4 m wirksamer Länge bewegt sich durch ein Feld von 0,9 T. Welche Geschwindigkeit braucht er für eine induzierte Spannung von 2,7 V? Wie schnell müsste er sein, wenn dieselbe Spannung in einer 50-Windungs-Schleife durch Flussänderung erzeugt würde, mit ΔΦ = 0,001 Wb pro Schritt?

Gegeben: l = 0,4 m; B = 0,9 T; U = 2,7 V; bei Ruheinduktion: N = 50; ΔΦ = 0,001 Wb

Gesucht: v in m/s; Δt in s

Lösungsweg:

  1. Bewegungsinduktion: v = U / (B · l) = 2,7 / (0,9 · 0,4) = 7,5 m/s
  2. Ruheinduktion: Δt = N · ΔΦ / U = 50 · 0,001 / 2,7 ≈ 0,0185 s

Ergebnis: v = 7,5 m/s; Δt ≈ 18,5 ms

Welche Bedingung ist zwingend erforderlich, damit in einer Leiterschleife eine Spannung induziert wird?

  • a) Die Schleife muss aus Kupfer bestehen
  • b) Es muss sich der magnetische Fluss durch die Schleifenfläche ändern
  • c) Es muss ein starkes Magnetfeld vorhanden sein
  • d) Es muss eine Spannungsquelle im Stromkreis liegen

Richtig: b)

Nur eine Änderung des Flusses erzeugt Spannung. Material (a), Feldstärke (c) und externe Spannung (d) sind weder notwendig noch hinreichend.

Bei welchem Vorgang findet keine Ruheinduktion statt?

  • a) Eine Spule liegt in einem zeitlich konstanten Magnetfeld
  • b) Eine Spule liegt in einem ansteigenden Magnetfeld
  • c) Der Strom in einer benachbarten Erregerspule wird ein- und ausgeschaltet
  • d) Ein Eisenjoch wird in eine ruhende Spule eingebracht

Richtig: a)

Ruheinduktion verlangt eine Flussänderung. Bei konstantem Feld (a) ändert sich nichts. In b), c) und d) ändert sich entweder Feldstärke oder durchsetzte Materialeigenschaft und damit der Fluss.

Ein Generator liefert bei 1500 U/min eine Klemmenspannung von 230 V. Auf welche Spannung steigt sie bei Verdopplung der Drehzahl näherungsweise an, wenn das Erregerfeld gleich bleibt und der Generator im Leerlauf gemessen wird?

  • a) auf 230 V (bleibt gleich)
  • b) auf 325 V
  • c) auf 460 V
  • d) auf 920 V

Richtig: c)

Die induzierte Spannung wächst mit v und damit mit der Drehzahl näherungsweise linear. Doppelte Drehzahl → doppelte Spannung im Leerlauf. a) und b) verkennen die Linearität; d) entspricht einer Vervierfachung, was bei der Spannung (im Gegensatz zur Leistung) nicht passt.

Beim Hineinschieben eines Stabmagneten mit dem Nordpol voran in eine Spule fließt ein Strom in eine bestimmte Richtung. Was passiert beim Herausziehen?

  • a) Es fließt kein Strom mehr
  • b) Der Strom fließt in dieselbe Richtung
  • c) Der Strom fließt in die entgegengesetzte Richtung
  • d) Der Strom wird doppelt so stark

Richtig: c)

Beim Herausziehen kehrt sich das Vorzeichen der Flussänderung um. Nach der Lenzschen Regel kehrt sich damit auch die Polung und die Stromrichtung um. a), b) und d) widersprechen dem.

Welcher der folgenden Faktoren erhöht nicht direkt die in einer ruhenden Spule induzierte Spannung?

  • a) Mehr Windungen
  • b) Schnellere Flussänderung
  • c) Größere Querschnittsfläche des Spulendrahts
  • d) Größere durch die Spule durchsetzte Fläche bei gleichbleibender B-Änderung

Richtig: c)

U_ind hängt von N, ΔΦ und Δt ab. Drahtquerschnitt (c) beeinflusst Widerstand und Stromtragfähigkeit, nicht aber die im Leerlauf induzierte Spannung. a) erhöht N, b) verkleinert Δt, d) erhöht ΔΦ über A — alle drei wirken direkt auf U_ind.

Die Lenzsche Regel folgt physikalisch direkt aus …

  • a) … dem ohmschen Gesetz
  • b) … dem Energieerhaltungssatz
  • c) … dem Coulombschen Gesetz
  • d) … der Kirchhoffschen Maschenregel

Richtig: b)

Lenz ist die Folge davon, dass keine Energie aus dem Nichts entstehen kann. Würde das induzierte Feld die Ursache verstärken, würde sich das System selbst beschleunigen — Energie würde erzeugt. a), c) und d) regeln andere Sachverhalte.

Ein Aluminiumring fällt durch ein vertikales Rohr mit eingelassenem Permanentmagneten. Was passiert mit dem Ring?

  • a) Er fällt schneller als im freien Fall
  • b) Er fällt langsamer als im freien Fall, weil induzierte Wirbelströme bremsen
  • c) Er bleibt am Magneten kleben
  • d) Er wird nach oben beschleunigt

Richtig: b)

Beim Durchfallen ändert sich der Fluss durch den Ring. Es entstehen Wirbelströme, deren Magnetfeld nach Lenz der Bewegung entgegenwirkt — der Ring fällt sichtbar langsamer. Aluminium ist zwar nicht ferromagnetisch, aber ein guter Leiter, also fließen Wirbelströme.

Eine Spule hat N Windungen und liefert eine Spannung U_ind. Welche Aussage stimmt für eine baugleiche Spule mit halber Windungszahl und ansonsten identischen Verhältnissen?

  • a) Sie liefert dieselbe Spannung U_ind
  • b) Sie liefert die doppelte Spannung 2 · U_ind
  • c) Sie liefert die halbe Spannung 0,5 · U_ind
  • d) Sie liefert keine Spannung mehr

Richtig: c)

U_ind ist linear proportional zur Windungszahl. Halbe Windungszahl → halbe Spannung. Die anderen Antworten widersprechen U_ind = N · ΔΦ / Δt.

Welches Bauteil arbeitet nicht nach dem Prinzip der elektromagnetischen Induktion?

  • a) Drehstromgenerator
  • b) Einphasentransformator
  • c) Halbleiterdiode
  • d) Mikrofon mit Tauchspule

Richtig: c)

Halbleiterdioden arbeiten auf Basis des pn-Übergangs — ein elektronisches Bauteil, nicht ein induktives. Generator, Transformator und das Tauchspulen-Mikrofon nutzen alle Induktion.

Eine Spule mit Eisenkern wird sehr schnell ausgeschaltet. Was beobachtet man am Schalter häufig?

  • a) Nichts Besonderes
  • b) Einen Funken oder Lichtbogen, weil eine hohe Spannung induziert wird
  • c) Eine plötzliche Spannungsabnahme auf null
  • d) Einen Spannungsabfall um 50 %

Richtig: b)

Wird der Strom in einer Spule abrupt unterbrochen, fällt der Fluss in extrem kurzer Zeit ab. Wegen U_ind = N · ΔΦ / Δt mit sehr kleinem Δt entstehen Spannungsspitzen, die deutlich über der Betriebsspannung liegen und am Schalter als Funken sichtbar werden können. Genau deshalb baut man oft Freilaufdioden oder Funkenlöschglieder parallel zur Spule.

In einem Induktionsherd erwärmt sich der Topfboden. Welche Aussage trifft zu?

  • a) Die Spule unter der Kochfläche heizt den Topf direkt mit Wärmestrahlung
  • b) Im ferromagnetischen Topfboden werden durch ein hochfrequentes Wechselfeld Wirbelströme induziert, die ihn von innen erhitzen
  • c) Die Kochfläche selbst wird durch elektrischen Strom heiß
  • d) Magnetfelder erwärmen jeden Topf

Richtig: b)

Der Induktionsherd erzeugt ein hochfrequentes Magnetfeld. Im ferromagnetischen Topfboden induziert dieses Feld Wirbelströme, die als Verluste Wärme erzeugen. Die Glaskeramik selbst wird nur durch den heißen Topf erwärmt — nicht direkt. a) und c) sind sachlich falsch, d) gilt nur für magnetisch koppelnde Materialien.

Welche Größe taucht im allgemeinen Induktionsgesetz U_ind = -N · dΦ/dt nicht direkt auf?

  • a) Magnetischer Fluss
  • b) Zeit
  • c) Anzahl der Windungen
  • d) Ohmscher Widerstand des Leiters

Richtig: d)

Im Induktionsgesetz selbst kommt der Widerstand nicht vor — es beschreibt die im Leerlauf induzierte Spannung, unabhängig vom Stromfluss. Der Widerstand bestimmt erst, wie viel Strom dann tatsächlich fließt.

Glossar

Elektromagnetische Induktion
Erzeugung einer Spannung in einem Leiter durch zeitliche Änderung des magnetischen Flusses, der diesen Leiter durchsetzt.
Bewegungsinduktion
Spezialfall der Induktion, bei dem ein Leiter relativ zu einem Magnetfeld bewegt wird. Berechnet sich aus U = B · l · v.
Ruheinduktion
Spezialfall der Induktion, bei dem der Leiter ruht und sich das Magnetfeld um ihn herum ändert. Berechnet sich aus U_ind = N · ΔΦ / Δt.
Induktionsgesetz (Faraday)
Allgemeine Formulierung U_ind = -N · dΦ/dt, gilt für jede Form der Flussänderung.
Lenzsche Regel
Aussage über die Richtung der induzierten Spannung: ihr Strom erzeugt ein Magnetfeld, das der Ursache der Induktion entgegenwirkt. Folge der Energieerhaltung.
Wirbelstrom
Im Inneren leitfähiger Materialien fließender, kreisförmig in sich geschlossener Strom, der durch eine zeitliche Magnetfeldänderung induziert wird. Gewollt in der Wirbelstrombremse und im Induktionsherd, unerwünscht in Eisenkernen von Transformatoren.
Galvanometer
Empfindliches Strommessgerät zum Nachweis kleiner Ströme und ihrer Richtung. Historisch zentral für Faradays Induktionsversuch.
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